An den Aktienmärkten hat sich in den vergangenen Tagen Zuversicht breit gemacht. Zins- und Konjunktursorgen sind in den Hintergrund gerückt, was auch dem Swiss Market Index (SMI) Rückenwind verleihen konnte…..
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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick
Der Index notiert zwar noch deutlich unter dem Stand von Anfang des Jahres, aber mit einer Dividendenrendite von über 3% und der Entwicklung der vergangenen Tage konnten die Verluste teilweise wieder wettgemacht werden (siehe Grafik). Wenig erstaunlich gehören auch diejenigen Aktien im bisherigen Jahresverlauf zu den Gewinnern, welche in der mittlerweile abgeschlossenen Berichtssaison zum 1. Quartal relativ gute Ergebnisse präsentieren konnten. Dazu gehört beispielsweise Actelion, deren Gewinn pro Aktie gegenüber dem Vorjahr um fast 20% zulegte. Dies im deutlichen Kontrast zum Gesamtmarkt, der einen stark negativen Gewinntrend aufweist. Betroffen sind auch die Hersteller von zyklischen Luxusgütern, die Finanzbranche aber auch die defensiven PharmaSchwergewichte.

Trügerische Ruhe
Der zurückgekehrte Optimismus an den Aktienmärkten der vergangen Tagen reflektiert sich in kräftigen Kursanstiegen. Der Volatilitätsindex – auch Angstindex genannt – ist dabei auf ein völlig entspanntes Niveau von 15% gesunken (siehe Grafik). Der Volatilitätsindex bildet die erwarteten Kursschwankungen am Aktienmarkt ab, wie sie aktuell in den Optionen auf den SMI eingepreist werden. Bei einer tiefen impliziten Volatilität gehen die Händler und Anleger von geringen Schwankungen aus. Unseres Erachtens sind aber die Faktoren, die für erhöhte Schwankungen sorgen könnten, weiterhin nicht zu marginalisieren. Der gestiegene Ölpreis ist sicherlich ein Hauptgrund für den aktuellen Börsenoptimismus. Für die US-Industrie und viele Schwellenländer haben sich die Sorgen bei einem Ölpreis um USD 50 pro Fass massiv gelichtet. Der jüngste Rückgang der Öl-Lagerbestände, der die Öl-Rally nochmals angeheizt hat, dürfte aber von kurzer Natur sein. Denn die US-Produzenten sind äusserst agil in der Produktionsanpassung und werden bei den aktuellen Preisen das Angebot wieder erhöhen.
Für Zuversicht hat auch der Umstand gesorgt, dass sich die Aktienmärkte trotz wieder erhöhter Zinserhöhungserwartungen nicht in die Knie zwingen liessen. Die Zinsterminmärkte preisen den nächsten Fed-Zinsschritt wieder für Juli ein, während noch Mitte Mai für den restlichen Jahresverlauf keine Zinserhöhung mehr erwartet wurde.
Chinas Wirtschaftswachstum war noch zu Jahresbeginn Grund für panikartige Verkäufe an den Aktienmärkten. Auch wenn die Abkühlung geordnet verläuft, erwarten wir keine überraschenden Impulse aus China und aus anderen Schwellenländern. Die globale Konjunktur bleibt verhalten und so gehen wir auch für die Unternehmensberichterstattung für das 2. Quartal nicht von einer Trendwende bei der negativen Gewinndynamik aus.
Nicht zuletzt sind es aktuell technische Faktoren, die für eine Fortsetzung der aktuellen Aktienmarktavancen entscheidend sind. Zwischen den belastenden Risikofaktoren und der Unterstützung durch tiefe Zinsen oszilliert der SMI seit Februar zwischen 7’600 und 8’200 Punkten, wo er aktuell den Ausbruch nach oben versucht. Auch der DAX kämpft aktuell um technisch wichtige Levels bei 10’000 Punkten, beim S&P 500 liegt eine kritische Schwelle bei 2’100 Punkten. Ein nachhaltiges Überschreiten dieser Niveaus würde unseres Erachtens aber höhere Ölpreise oder bessere Konjunktur- und Unternehmensdaten erfordern. Davon gehen wir im Moment nicht aus und behalten eine neutrale Aktienquote bei.

Quelle: BONDWorld.ch
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