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Fokus: Konjunktursorgen lassen Fed immer wieder zögern

Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht fiel so enttäuschend aus wie lange nicht mehr. Im Mai wurden deutlich weniger neue Stellen geschaffen als sonst, nachdem die Beschäftigungsdynamik bereits im April spürbar nachgelassen hatte (siehe Grafik)…..


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die schwachen Daten lassen Zweifel aufkommen, ob es am Arbeitsmarkt weiterhin solide Fortschritte gibt, was von der Fed als Voraussetzung für einen Zinsschritt in den nächsten Monaten genannt wurde. Entsprechend haben die Zinserwartungen, die in den Wochen zuvor in die Höhe geschnellt waren, wieder einen Dämpfer erhalten. Die aus den Terminmärkten abgeleitete Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im Juli liegt nur noch bei einem Fünftel, nach zuvor über 50%. Eine Zinserhöhung an der Juni-Sitzung nächster Woche wird nun gar völlig ausgeschlossen.

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Sorgen um die US-Konjunktur lassen die Zinserwartungen immer wieder einbrechen und die Fed den nächsten Zinsschritt hinauszögern. Am grössten war die Unsicherheit zu Jahresbeginn, als schwache Frühindikatoren Rezessionsängste aufkommen liessen. Die 1-Jahres-Zinserwartungen haben sich dazumal innert Wochen um rund 50 Basispunkte verringert (siehe Grafik). Auch bei Wachstumssorgen um China und die Weltwirtschaft reagieren die US-Zinserwartungen sehr schwankungsanfällig. Dies zeigte sich neben Januar 2016 beispielsweise auch vergangenen Sommer beim Aktiencrash in China und der überraschenden Abwertung des Yuan, welche die Finanzmarktvolatilität weltweit erhöht hatte.

Die Zinserwartungen können sich aber auch schnell wieder erholen, wie dies vor wenigen Wochen eindrücklich der Fall war: Aussagen einzelner Notenbanker haben einen Zinsschritt im Sommer ins Spiel gebracht, nachdem zuvor an den Terminmärkten für 2016 keine einzige Zinserhöhung mehr eingepreist war. Auch letzten Herbst hatte die Kommunikation der Fed die Zinserwartungen stark beeinflusst. Eine Zinserhöhung noch in 2015 hatten die Märkte praktisch abgehakt, bevor die Notenbank an der Lagebeurteilung vom Oktober den entscheidenden Hinweis für einen Zinsschritt im Dezember lieferte.

Auch diesmal ist nicht ausgeschlossen, dass die Zinserwartungen wieder plötzlich nach oben drehen und die Fed den Leitzins im zweiten Halbjahr doch noch anhebt. Die Konjunkturdaten fallen nach wie vor durchmischt aus. Die Erholung beim Konsum deutet für den weiteren Jahresverlauf aber auf ein besseres BIP-Wachstum als im Q1 hin. Viel hängt jedoch davon ab, wie sich der Arbeitsmarkt weiter entwickelt. Damit neu in den Markt eintretende Arbeitskräfte absorbiert werden können und die Unterbeschäftigung weiter abgebaut wird, ist ein monatliches Stellenwachstum von knapp unter 100’000 nötig.

Wir rechnen eher damit, dass die alternierenden globalen Risiken die Fed weiter vor einer Fortsetzung der Zinsnormalisierung zurückschrecken lassen. Neben der Reife des USArbeitsmarktes und des Konjunkturzyklus im Allgemeinen bleibt auch China unverändert ein wichtiger Unsicherheitsfaktor. Umfangreiche Stimulusmassnahmen der chinesischen Regierung haben die Konjunktur zuletzt zwar stabilisiert. Die unterliegende strukturelle Wachstumsverlangsamung setzt sich aber weiter fort. Dies kann die Konjunktursorgen jederzeit wieder aufflammen lassen, wie dies in den letzten 1-2 Jahren mehrfach der Fall war.

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 Quelle: BONDWorld.ch


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