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Globale Stimmungsumfragen mehrheitlich tiefer

Unternehmensgewinne weiterhin rückläufig….


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Raiffeisen : Economic Research Wochenausblick


Die globalen Wachstumssorgen haben zwar seit Jahresbeginn etwas abgenommen und die befürchtete Rezession in den USA ist nicht eingetreten. Die Weltwirtschaft kommt aber weiterhin nicht in Schwung. Die Konjunkturindikatoren (PMIs) haben sich im April mehrheitlich verschlechtert. Die meisten liegen aber nach wie vor in der Nähe der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Eine Ausnahme bildet der brasilianische Indikator mit 42.6, dem tiefsten Wert seit März 2009. Das nächste Woche startende formelle Amtsenthebungsverfahren scheint die Stimmung einzutrüben.

Der US-Einkaufsmanagerindex (ISM) für das Verarbeitende Gewerbe verlor jüngst ebenfalls etwas Schwung und notiert noch knapp über 50 Punkten. Der ISM für den Dienstleistungssektor und die Einkommen entwickelten sich hingegen weiterhin positiv. Die Einzelhandelszahlen dürfen nächste Woche für April entsprechend eine Erholung zeigen, nicht zuletzt aufgrund steigender Autoverkäufe.

Die chinesischen Unternehmensumfragen für das Verarbeitende Gewerbe sind im April ebenfalls leicht gesunken. Die PMIs bleiben aber nahe an der 50er-Marke. Die Bewegungen zeigen, dass die Konjunktur sich geordnet abschwächt, aber keine Vollbremsung erlebt.

In der Schweiz fielen die jüngsten Signale gemischt aus. Der Einkaufsmanagerindex für die Schweizer Industrie ist auf ein 2Jahres-Hoch angestiegen. Dagegen ist die quartalsweise gemessene Konsumentenstimmung unerwartet erneut gesunken und bleibt auf einem unterdurchschnittlichen Niveau. Ebenso haben die Einzelhandelsdaten diese Woche enttäuscht. Ein Grund für die bereits seit Längerem schwache Entwicklung dürfte im Einkaufstourismus liegen. Nächste Woche stehen in der Schweiz die Arbeitslosenquote und die Konsumentenpreise im Fokus. Die negative Inflation dürfte dank zwei Basiseffekten (Ölpreise und Schweizer Franken Abwertung gegenüber dem Vorjahr) im Jahresverlauf langsam Richtung Null tendieren, vorerst aber noch deutlich im negativen Bereich verharren.

Der EZB-Anleihen-Bestand ist im April um EUR 85 Mrd. angestiegen, der erste Monat, in dem das Ankaufsvolumen erhöht wurde. Die EZB musste diese Woche die Massnahmen wieder verteidigen. Das Programm habe die Preisbildung und die Disziplin auf dem Markt nicht zerstört, meinte beispielsweise EZB-Exekutivmitglied Benoit Coeuré. Präsident Draghi stellte ins Zentrum, dass die Geldpolitik alleine das Wachstumsproblem in der Eurozone nicht lösen könne. Nächsten Monat starten nun die Ankäufe von den Unternehmensanleihen. Was die Verfallsrenditen und Spreads betrifft, sollte der grösste Teil der Einengung bereits vollzogen sein. Wir erwarten jedoch, dass die vom EZB-Programm-betroffenen Unternehmensanleihen noch ein gewisses weiteres Aufwertungspotential aufweisen.

Die verhaltene globale Konjunktur im Q1 spiegelt sich in den Unternehmensgewinnenzahlen wider. Die Gewinn-Rezession in den USA setzt sich fort. Mittlerweile haben fast 90% der S&P 500 Firmen über den Geschäftsgang im Q1 rapportiert. Auch wenn die tiefgesetzten Erwartungen mehrheitlich übertroffen wurden, gingen die Gewinne bisher um 9% gegenüber dem Vorjahr zurück. Auch die SMI-Firmen haben bisher einen Gewinnrückgang verzeichnet.

Am Devisenmarkt wurde die Grenze von EUR/CHF 1.10 diese Woche durchbrochen. Wir gehen aber nicht davon aus, dass EUR/CHF das Niveau von 1.10 nachhaltig überwinden kann. Die turbulenten Aktienmärkte haben die Nachfrage nach dem Schweizer Franken als sicheren Hafen immer wieder erhöht.

Erhöhte Aufmerksamkeit fällt weiterhin dem Öl- und Goldpreis zu. Die von der momentanen Fed-Zurückhaltung geprägte Dollarschwäche bleibt bestehen, was grundsätzlich die beiden Rohstoffe unterstützt. Gold hat zum ersten Mal seit Januar 2015 die USD 1‘300 Marke temporär überschritten und nun seit Jahresbeginn um mehr als 20% zugelegt. Zusätzlich zum schwachen Dollar, halten die Negativzinsen in Japan und Europa das Gold attraktiv. Der April-Rally beim Ölpreis, mit einem Anstieg auf fast USD 50 pro Fass Brent, ist dagegen die Luft ausgegangen. Der Angebotsüberschuss bleibt bestehen. Das jüngste Beispiel sind die auf Rekordwert gestiegenen Rohölexporte aus dem Irak, dem zweitgrössten OPECFörderland. Wir erwarten kurzfristig somit nicht, dass der Ölpreis auf über USD 50 pro Fass ansteigt.

 Quelle: BONDWorld.ch


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