Raiffeisen Konjunkturcheck

KMU : Die Auftragslage wird schlechter

Der Gegenwind für die KMU wird kräftiger. Das Auftragspolster sinkt sukzessive.

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Angesichts der Abkühlung der globalen Konjunktur und der hohen und zum Teil existenzbedrohenden Energiepreise droht der Raiffeisen KMU PMI demnächst unter die Wachstumsschwelle von 50 zu fallen.

Der Abwärtstrend bei der Stimmung von Schweizer Industrie-KMU hat sich zuletzt fortgesetzt. Das zeigt der Raiffeisen KMU PMI, der im September von 50,6 auf 50,0 Punkte sank. Der Einkaufsmanagerindex schloss damit genau an der Expansionsschwelle, also der Grenze zwischen Wachstum und Kontraktion. In den europäischen Nachbarländern notieren die PMI für die Industrie bereits seit Juli unter der Marke von 50. Das verarbeitende Gewerbe in der Schweiz hält sich zwar besser, weil die Produktion aufgrund der unterschiedlichen Branchenstruktur weniger energieintensiv ist. Aber auch hier zeigt die Tendenz klar nach unten. Die globale Konjunktur hat markant an Schwung verloren, womit die Nachfrage nach Schweizer Produkten zu sinken droht. Gleichzeitig sind viele KMU mit deutlich höheren Energiekosten konfrontiert, die in den energieintensiven Branchen wie z.B. der Metall-, Papier- oder Keramikindustrie sogar existenzbedrohend sein können. 

Die Auftragsbestände sinken erneut

Die jüngste Verschlechterung beim Raiffeisen KMU PMI ist insbesondere auf den Rückgang der Auftragsbestände zurückzuführen. Die entsprechende Subkomponente verringerte sich von 49,3 auf 47,3 Punkte. Das schwierige globale Umfeld spiegelt sich also schon in den Auftragsbüchern wider. Die Entwicklung der Auftragsbestände ist ein Anzeichen dafür, wie stark die Produktion in den kommenden Monaten ausfallen wird. Daher macht die Komponente mit 30 % den grössten Anteil am KMU PMI aus.

KMU von nachlassender Nachfrage überrascht

Die Produktion bleit ebenfalls weiter rückläufig. Die entsprechende Subkomponente hat sich im September zwar leicht erholt, notiert mit 48,6 Punkten aber erneut unter der Wachstumsschwelle. Während sowohl der Auftragsbestand als auch die Produktion rückläufig waren, stieg die Subkomponente zum Einkaufslager von 52,8 auf 54,7 an. Der grössere Lagerbestand ist aber nicht Ausdruck eines positiven Geschäftsausblicks, sondern vielmehr ein Anzeichen dafür, dass die Unternehmen von der nachlassenden Nachfragedynamik überrascht wurden. Dass die Güternachfrage auch auf globaler Ebene abnimmt, zeigt die Entwicklung der Lieferfristenkomponente. Diese ist im September von 59,9 auf 54,7 gesunken, was darauf hindeutet, dass sich die Lieferengpässe zuletzt nicht mehr so stark akzentuierten.

links: Raiffeisen KMU PMI September 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI September 2022 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

Mai 22Juni 22Jul 22Aug 22Sept 22
Gesamtindex59.152.352,850,650,0
Auftragsbestand56.851.352,549,347,3
Produktion61.552.650,645,048,6
Beschäftigung57.449.451,851,450,0
Lieferfristen63.360.458,659,954,7
Einkaufslager56.748.752,452,854,7

50 = Wachstumsschwelle


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