LGT Navigator : Die Aktienmärkte haben sich Ende der letzten Woche nicht vom Einbruch am Vortag erholen können und setzten ihre Talfahrt mehrheitlich fort.
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Wurde der geldpolitische Entscheid der US-Notenbank zunächst positiv aufgenommen, zeigten sich Investoren nach der kurzzeitigen Rally äusserst nervös und die Börsenstimmung blieb angeschlagen. Am Freitag bekräftigten zudem das robuste Beschäftigungswachstum in den USA und der fortgesetzte Aufwärtsdruck auf die Löhne die Aussicht auf eine noch restriktivere Gangart der US-Notenbank.
An der New Yorker Börse konnten sich die Indizes am Freitag nicht vom vorangegangenen Einbruch erholen und schlossen erneut im negativen Bereich. Ein anhaltend solides Jobwachstum in den USA bekräftigte die Aussicht auf weiter kräftig und schnell steigender Zinsen und die Befürchtung eines Konjunktureinbruchs infolge der restriktiveren Geldpolitik. Der Dow Jones Industrial verlor zeitweise rund -1.5% und ging dann bei 32’899.37 Punkten (-0.3%) ins Wochenende. Der S&P 500 gab um -0.57% auf 4’123.34 Punkte nach. Am stärksten waren die Verluste erneut an der Technologiebörse Nasdaq, wo die Indizes rund -1.2% tiefer notierten als am Vortag. An Anleihenmarkt kletterte unterdessen die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihene bis auf 3.13%.
US-Arbeitsmarkt bleibt robust
In den Vereinigten Staaten sind im April in der Gesamtwirtschaft 428’000 neue Arbeitsplätze entstanden. Der Jobzuwachs sei auf breiter Front zu beobachten gewesen. Damit wurden die Markterwartungen von 380’000 «Non-Farm-Payrolls» klar übertroffen und die Konjunktursorgen der Investoren etwas entschärft. Gleichzeitig stagnierte die Arbeitslosenrate bei 3.6% auf tiefem Niveau. Die Löhne steigen unterdessen weiter. Im April legten die Gehälter im Schnitt gegenüber dem Vormonat um +0.3% und auf Jahressicht um +5.5% zu. Insgesamt dürfte sich die amerikanische Zentralbank in ihrer derzeitigen geldpolitischen Ausrichtung bestätigt sehen.
Bundesbankchef plädiert für zeitliche Zinswende
Bundesbankpräsident Joachim Nagel ist optimistisch, dass die EZB die hohe Inflation im Euroraum in den Griff bekommen wird. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung meinte der höchste deutsche Notenbanker: die EZB könne zwar bestimmte Faktoren mit ihrer Geldpolitik nicht steuern, aber sie könne die Inflationserwartungen beeinflussen. «Wir dürfen jedoch nicht zu lange zuwarten», betonte Nagel. Im Vorfeld hatten einige EZB-Spitzenvertreter eine mögliche Zinswende bereits im Juli angedeutet.
Vorerst keine Einigung auf EU-Ölembargo gegen Russland
Die Europäische Union konnte sich nach tagelangen Verhandlungen immer noch nicht auf ein Öl-Embargo gegen Russland einigen. Streitpunkt bleiben vor allem Ausnahmeregelungen für Länder wie Ungarn, Tschechien, Slowakei oder Bulgarien, die stark von russischem Öl abhängig sind. Diese EU-Länder pochen auf Garantien für die Versorgungssicherheit, hiess es aus Brüssel. Damit das Sanktionspaket gegen Russland umgesetzt werden kann, benötigt es die Zustimmung aller EU-Länder.
Wirtschaftskalender 9. Mai
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 10:30 | EZ | Sentix Konjunkturperspektiven (Mai) | -18.0 |
Unternehmenskalender 9. Mai
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Infineon | Q2 |
| DE | BioNTech | Q1 |
| NL | PostNL | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
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