LGT Navigator : Im geldpolitischen Gremium der US-Notenbank gab es anlässlich des letzten Zinsentscheids auch Stimmen,
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die für eine schnellere Reduktion der quantitativen Massnahmen (QE) plädierten und die verstärkt vor dem zunehmenden Inflationsrisiko warnten. Dies geht aus dem Protokoll der letzten Zinssitzung hervor und könnte darauf hindeuten, dass das Fed im nächsten Jahr früher und stärker auf die Bremse treten könnte.
An der Wall Street hatten sich die Erwartungen der Anleger auf eine Straffung der Geldpolitik bereits im Vorfeld der gestern Abend veröffentlichten FOMC-Minutes des geldpolitischen Entscheids vom 3. November verstärkt und für Zurückhaltung gesorgt. Vor dem heutigen Thanksgiving-Feiertag, an dem die Börsen geschlossen bleiben, tendierten die Aktienindizes mehr oder weniger seitwärts. Der Dow Jones Industrial beendete den Mittwochshandel bei 35’804.38 Punkten (-0.03%) und der S&P 500 schloss +0.23% höher bei 4’701.46 Zählern. An der Nasdaq legten die Indizes um rund +0.4% zu. Im Vorfeld lieferten die beiden IT-Konzerne Dell und Hewlett-Packard positive Quartalsergebnisse. Die Unternehmen profitierten vom Trend zum Homeoffice und einem erhöhten IT-Bedarf.
Auch in Asien tendieren die Börsen heute morgen mehr oder weniger seitwärts, respektive ohne klar ersichtlichen Trend. In Tokio gewinnt der Nikkei 225 +0.7% und steigt auf 29’499.28 Punkte, während die Indizes in Festlandchina leicht nachgeben. In Hongkong notiert der Hang Seng-Index rund +0.15% höher.
FOMC-Protokoll bekräftigt Erwartungen auf steigende Zinsen
Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses (FOMC) der US-Notenbank Fed haben dem Protokoll der letzten Sitzung vom 2. bis 3. November zufolge auch über eine schnellere Drosselung ihrer Anleihekäufe diskutiert. Anfangs November hatte das Fed beschlossen, ihre milliardenschweren Anleihekäufe monatlich um USD 15 Milliarden zu reduzieren, womit das Programm im Juni 2022 auslaufen würde. Einige Ratsmitglieder forderten jedoch höhere monatliche Reduktionen, um
früher mit einer ersten Zinserhöhung auf die zunehmende Inflationsgefahr reagieren zu können. In den USA erreichte die Jahresinflationsrate im Oktober mit +6.2% das höchste Niveau seit 30 Jahren. Noch scheint das Fed (wie auch die EZB) davon auszugehen, dass der Inflationsdruck auf temporäre Faktoren zurückzuführen sei und bald wieder nachlassen sollte. Es mehren sich aber (wie auch bei der EZB) die Stimmen, die vor einem nachhaltigen Inflationsanstieg warnen.
Leicht stärkeres US-Wirtschaftswachstum im Sommer
Revidierten Zahlen zufolge expandierte die weltgrösste Volkswirtschaft im dritten Quartal etwas stärker als zunächst angenommen. Im Vergleich zum Vorquartal wurde eine annualisierte Wachstumsrate von +2.1% ausgewiesen, verglichen mit einer ersten Schätzung von +2.0%. Gegenüber dem Vorquartal hat sich damit der Wachstumstrend deutlich abgeschwächt. Im zweiten Quartal wuchs die US-Wirtschaft auf das Jahr hochgerechnet noch um +6.7%.
Kurzfristige Daten deuten auf weitere Erholung des US-Arbeitsmarktes hin
Die wöchentlich gemeldeten Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sind auf den niedrigsten Stand seit 1969 gesunken. Im Wochenvergleich wurden 71’000 weniger erstmalig gestellte Anträge auf Arbeitslosenhilfe registriert. Damit ging die Zahl der wöchentlichen «Initial Jobless Claims» auf 199’000 zurück, deutlich stärker als von Analysten mit 260’000 erwartet.
Kontroverse um Inflationsausblick innerhalb der EZB-Spitze nehmen zu
Die Gründe für eine hohe Inflation seien struktureller geworden, meinte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos. Bisher vertrat die EZB die Einschätzung, dass der Inflationsanstieg der vergangenen Monate lediglich vorübergehender Natur sei. Dies wurde insbesondere von Notenbankchefin Christine Lagarde mehrfach betont. Nun scheint sich aber innerhalb des EZB-Spitzengremiums die Sorge über einen eventuell doch nachhaltigeren Anstieg der Inflation zu verstärken. Auch die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel äusserte zuletzt Skepsis am aktuellen Inflationsausblick der EZB.
Eine andere Auffassung vertritt EZB-Direktor Fabio Panetta. Die Notenbank dürfe nicht überstürzt auf die erhöhte Inflation reagieren, denn eine verfrühte geldpolitische Straffung würde die Euro-Wirtschaft beschädigen. Aktuell sei der Euroraum mit einer «schlechten» Inflation konfrontiert, da sie überwiegend das Ergebnis eines externen Angebotsschocks sei, der zudem die wirtschaftliche Aktivität belaste. Demgegenüber sei «gute» Inflation das Resultat einer robusten Binnennachfrage und einer hohen Beschäftigung, wovon man derzeit noch weit entfernt sei, erklärte der Italiener.
Deutsche Unternehmer laut Ifo nochmals pessimistischer
Die Stimmung unter Unternehmen in Deutschland hat sich im November gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Münchener Ifo-Instituts erneut eingetrübt. Das vielbeachtete Ifo-Geschäftsklimabarometer gab dabei gegenüber dem Vormonat um 1.2 auf 96.5 Punkte (Konsens 96.7) nach und verbuchte damit bereits den fünften monatlichen Rückgang in Folge. Belastet wird die Stimmung nach wie vor durch die anhaltenden Lieferengpässe und nun auch verstärkt durch die vierte Pandemiewelle, kommentierte das Wirtschaftsforschungsinstitut. In der aktuellen Umfrage beurteilten die rund 8’000 befragten Firmen sowohl die aktuelle Lage als auch den Ausblick ungünstiger als im Vormonat. Der Indikator für die Geschäftserwartungen fiel von 95.4 auf 94.2 Zähler zurück und notiert damit auf dem tiefsten Wert seit Januar dieses Jahres.
Wirtschaftskalender 25. November
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 00:00 | USA | Thanksgiving-Feiertag | |
| 08:00 | DE | BIP Q3 (Revision, Q/Q) | +1.8% |
| 08:00 | DE | GfK-Konsumklima (Dezember) | +0.9 |
| 09:30 | SWE | Riksbank Zinsentscheid | |
| 13:30 | EZ | EZB-Protokoll | |
| 14:30 | EZ | EZB-Präsidentin Lagarde Rede | |
| 18:00 | GB | Bank of England Governor Bailey Rede |
Unternehmenskalender 25. November
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Swiss Life | Investorentag |
| FR | Remy Cointreau | H1 |
Quelle: BondWorld.ch
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