LGT Navigator : Der jüngste Zinsanstieg und die wachsende Befürchtung, dass die restriktiver werdende Geldpolitik der Zentralbanken sowie die anhaltenden Lieferkettenprobleme vor dem Hintergrund Chinas «Zero-Covid»-Politik das Weltwirtschaftswachstum gefährden, belasten insbesondere Technologiewerte schwer und drücken auf die Börsenstimmung.
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Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zwischenzeitlich bis auf 3.2% und erreichte damit das höchste Niveau seit November 2018.
Zu Wochenbeginn kam es erneut zu einem Ausverkauf an der Technologiebörse Nasdaq. Die Indizes brachen um rund -4% ein und fielen auf den tiefsten Stand seit November 2020. Aber auch die Standardwerte gerieten am Montag unter Druck. So schloss der Dow Jones Industrial knapp -2% tiefer bei 32’245.70 Punkten und der breite S&P 500 gab um -3.2% auf 3’991.24 Zähler nach. Unterdessen gaben die Renditen am Anleihenmarkt wieder leicht nach und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank auf 3.0%.
Auch in Asien sorgten die Zins- und Konjunktursorgen für tiefere Aktienkurse. In Tokio fiel der Nikkei 225 zeitweise um -1.8% und der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzhen, der CSI 300, verlor stellenweise rund -1.5%.
Konjunktureinschätzung der Investoren laut Sentix verschlechtert
Der Ausblick für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und im Euroraum hat sich im Mai im dritten Monat in Folge eingetrübt. Darauf lassen die neusten Umfrageergebnisse des deutschen Finanzmarktanalyseunternehmens Sentix schliessen. Der Konjunkturindikator gab dabei von minus 18 auf minus 22.6 Punkte nach und erreichte damit das tiefste Niveau seit Mitte 2020. Hintergrund ist in erster Linie der Krieg in der Ukraine mit allen negativen Auswirkungen, aber auch die durch die «Lockdowns» in China nochmals verschärften globalen Lieferkettenprobleme und nicht zuletzt die restriktivere geldpolitische Ausrichtung der grossen Zentralbanken spielen eine zentrale Rolle.
Chinas Exportwachstum sinkt auf niedrigsten Stand seit zwei Jahren
Die chinesischen Ausfuhren haben sich im April gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr um knapp -4% verringert. Damit hat sich das Wachstumstempo von Chinas Exporten so stark verlangsamt wie seit Juni 2020 nicht mehr. Gleichzeitig stagnieren die Importe. In die Europäische Union exportierte China im März noch knapp +8% mehr als in der Vorjahresperiode. Gleichzeitig brachen die Importe aus der EU in die Volksrepublik aber um rund -12% ein. Insgesamt trägt der Aussenhandel zu etwa einem Drittel der chinesischen Wirtschaftsleistung bei. Gebremst wird Chinas Aussenhandel insbesondere von den strikten Pandemie-Massnahmen. Die chinesische Führung will aber trotz der hohen wirtschaftlichen Kosten an ihrer Null-Toleranz-Politik festhalten.
Wirtschaftskalender 10. Mai
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 10:00 | IT | Industrieproduktion (März, J/J) | +3.3% |
| 11:00 | DE | ZEW Konjunkturerwartungen (Mai) | -41.0 |
| 16:00 | DE | Bundesbankpräsident Nagel spricht | |
| 19:20 | EZ | EZB Vizepräsident De Guindos spricht |
Unternehmenskalender 10. Mai
| Land | Unternehmen | Periode |
| JP | Sony | Q4 |
| CH | Alcon | Q1 |
| DE | Bayer | Q1 |
| DE | Münchener Rück | Q1 |
| DE | Porsche Automobil Holding | Q1 |
| DE | Fraport | Q1 |
| FR | Renault | Kapitalmarkttag |
| IT | Pirelli | Q1 |
| ES | Endesa | Q1 |
| USA | Hyatt | Q1 |
| USA | Electronic Arts | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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