LGT Navigator : Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Mitte dieser Woche und weiteren geldpolitischen Richtungsentscheiden im Laufe der Woche – beispielsweise der Bank of England und der Bank of Japan oder der Schweizerischen Nationalbank – blieben die Kapitalmärkte grösstenteils in Wartestellung.
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Angesichts der resistenter als erwarteten Inflation ist der Druck auf die Zentralbanken gestiegen. An den Aktienmärkten scheint der nächste Zinsschritt des Fed mit 75 Basispunkten nun aber eingepreist und so konnten sich die Indizes an der Wall Street und an Asiens Aktienbörsen vom jüngst vorherrschenden Abwärtsdruck lösen. Die Stimmung dürfte aber dennoch defensiv geprägt bleiben und eine noch kräftigere Zinserhöhung ist nicht auszuschliessen.
Der Dow Jones Industrial schloss gestern +0.64% höher bei 31’019.68 Punkten, knapp unter dem Tageshoch, und der breite S&P 500 ging bei 3’899.89 Zählern (+0.69%) aus dem Handel. An der Nasdaq verbuchten die Indizes ein Plus von rund +0.8%. Am Anleihenmarkt kletterte die richtungsweisende Rendite für zehnjährige Treasuries zeitweise erstmals seit 2011 über 3.5%.
Im asiatisch-pazifischen Raum legten die Aktienindizes am Dienstag mehrheitlich zu. In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index nach der Feiertagspause am Montag um knapp +0.5%. Der Hang-Seng-Index in Hongkong legt um +1.3% zu und der Hang-Seng-Tech-Index stieg gar um +2.5%. Auf dem chinesischen Festland gewannen der Shanghai Composite +0.5% und der Shenzhen Component +0.9%. Der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum stieg heute um rund +1.1%.
Auch in Japan zieht Inflation kräftig an – Bank of Japan gefordert
Wie heute Morgen berichtet, kletterte die Kerninflation in Japan im August auf Jahressicht um +2.8% – die stärkste Steigerungsrate seit Ende 2014. Analysten hatten mit einem Anstieg von +2.7% gerechnet und im Juli waren die Verbraucherpreise, ohne Berücksichtigung von Energie- und Lebensmittelpreisen, im Jahresvergleich um +2.4 gestiegen. Die verstärkte Inflation bestärkte die Vermutung, dass der Preisdruck länger anhalten wird und die Bank of Japan schon bald Gegensteuer geben muss.
Stimmung auf dem US-Immobilienmarkt stärker als erwartet eingetrübt
Der monatlich publizierte NAHB-Hausmarktindex deutete mit einem erneuten Rückgang um drei auf 46 Punkte – der tiefste Stand seit Mai 2020 – eine weitere Stimmungseintrübung auf dem amerikanischen Häusermarkt an. Damit hat sich die Lage am Immobilienmarkt bereits den neunten Monat in Folge verschlechtert, was die längste Serie seit 1985 darstellt. Die Rezession beim Wohnungsbau zeige keine Anzeichen für ein Abklingen, da Bauherren weiter mit erhöhten Baukosten und einer aggressiven Geldpolitik zu kämpfen hätten, kommentierte die «National Association of Home Builders».
Bundesbank erwartet zweistellige Inflationsrate und eine Rezession
Nach Einschätzung der deutschen Bundesbank muss in Deutschland in den nächsten Monaten mit einer anhaltend hohen Inflation gerechnet werden. Dabei dürfte die Teuerungsrate der Verbraucherpreise noch weiter steigen und den zweistelligen Bereich erreichen. Im August betrug die Inflationsrate in Deutschland +7.9%. Gleichzeitig warnt die Notenbank, dass sich für Europas grösste Volkswirtschaft die Anzeichen für eine Rezession verstärken und von «einem breiten und länger anhaltenden Rückgang der Wirtschaftsleistung» ausgegangen werden müsse. In erster Linie seien dies die Folgen des Ukraine-Kriegs und der dadurch drohenden Energiekrise, betonte die Bundesbank in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht.
Wirtschaftskalender 20. September
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Erzeugerpreise (August, J/J) | +37.2% |
| 09:00 | CH | Seco Konjunkturprognosen | |
| 14:30 | USA | Baustarts (August, M/M) | -9.6% |
| 14:30 | USA | Baugenehmigungen (August, M/M) | -0.6% |
| 19:00 | EZ | EZB Präsidentin Lagarde spricht |
Unternehmenskalender 20. September
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Henkel | Kapitalmarkttag |
| GB | Kingfisher | H1 |
Quelle: BondWorld.ch
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