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LGT Navigator: Der Energiehahn aus Russland wird zugedreht

LGT Navigator : Die Finanzmärkte bleiben weiterhin im Schatten des fortlaufenden Krieges in der Ukraine, steigenden Energiepreisen und damit zunehmender Angst vor ausufernder Inflation und einer potenziellen wirtschaftlichen Stagnation.

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Unterdessen wächst der politische Druck, Öl- und Gaslieferungen aus Russland einzuschränken oder gar ganz zu stoppen. Insbesondere für Europa, allen voran Deutschland, könnte dies heikle Auswirkungen auf die Energieversorgung haben. Die EU-Kommission arbeitet aber bereits an einem Plan mit Massnahmen, um russische Gasimporte innerhalb eines Jahres um zwei Drittel zu reduzieren.

An Europas Börsen versandeten anfängliche Erholungsversuche und auch in New York kamen die Kurse angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten und energiepolitischer Fragen erneut ins Trudeln. Der Dow Jones Industrial erreichte zunächst ein Plus von rund +2%, ging dann aber schlussendlich -0.56% tiefer als am Vortag bei 32’632.64 Punkten aus dem Handel. Der breite S&P 500 verlor -0.72% und landete bei 4’170.70 Zählern. An der Nasdaq hielten sich gestern die Verluste mit etwa -0.4% noch in Grenzen. Geprägt war der Handel von Unsicherheit, Nervosität und Volatilität. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte unterdessen auf 1.86%.

USA verhängen Embargo für Öl aus Russland – die EU «kann» nicht mitziehen

Vor dem Hintergrund des von den USA verkündeten Embargos russischer Öllieferungen blieben die Ölpreise auf hohem Niveau nahe der jüngst seit 2008 nicht mehr erreichten Höchststände. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent notiert aktuell bei knapp USD 131. Anfangs Woche war der Brent-Preis bis auf rund USD 139 gestiegen. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) beträgt heute rund USD 126. Die Opec warnte, dass die weltweite Erdölförderung nicht ausreiche, um einen kompletten Ausfall Russlands auszugleichen. US-Präsident Joe Biden betonte, dass das Ölembargo der Amerikaner mit den Europäern abgestimmt sei und Putins Kriegsmaschinerie einen weiteren schweren Schlag versetzen werde. Angesichts der hohen Abhängigkeit Europas von russischen Öl- und Gaslieferungen «können» sich die EU dem Importverbot der Amerikaner nicht anschliessen. Immerhin legte die EU-Kommission bereits einen Plan vor, um die russischen Gasimporte innerhalb von einem Jahr um zwei Drittel zu reduzieren. Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck warnte im Falle eines kompletten Embargos russischer Lieferungen vor schweren Schäden für die deutsche Wirtschaft. Grossbritannien kündigte unterdessen an, ab Ende 2022 kein russisches Öl mehr zu importieren. Als Reaktion auf das Ölembargo Washingtons, drohte der Krems seinerseits mit einem Gas-Lieferstopp durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1.

Immer mehr Grossunternehmen verabschieden sich aus Russland

Der britische Ölkonzern Shell kündigte an, mit sofortiger Wirkung kein russisches Erdöl und Gas mehr zu kaufen und auch bestehende Verträge nicht zu erneuern. Zudem werde russisches Erdöl aus den eigenen Lieferketten entfernt und alle Shell-Tankstellen in Russland geschlossen sowie andere lokale Geschäftsaktivitäten eingestellt. Nicht nur Ölkonzerne drehen Russland den Rücken zu. Einen Abzug haben inzwischen auch Apple, Coca-Cola, Starbucks und McDonald’s angekündigt.

Deutsche Industrie fürchtet Öl- und Gas-Embargo

Ein Importstopp für russisches Öl und Gas würde die deutsche Industrie nach Einschätzung des Branchenverbandes BDI unmittelbar belasten. Für viele Industriezweige in Deutschland sei die Energie ein wesentlicher Kostenfaktor und es werde dadurch immer schwieriger, noch kostendeckend zu produzieren. Diese Eskalationsstufe müsse unbedingt verhindert werden, auch wenn es emotional schwerfalle, meinte BDI-Präsident Siegfried Russwurm.

Italien will Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren

Italien strebt eine unabhängigere Gasversorgung an und will dementsprechend die Abhängigkeit von Russland verringern. Italien importiert jährlich mehr als 40% seines Gases aus Russland. Es müssen nun Alternativen durch Lieferanten aus anderen Teilen der Welt, beispielsweise aus Katar, gefunden werden, was aber einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Blick in den Rückspiegel – Euro-Wirtschaft wächst im Schlussquartal 2021 minimal

Die Wirtschaft in den 19 Euroländern ist im vierten Quartal des letzten Jahres im Schnitt um +0.3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen.  Im Gesamtjahr 2021 wies die Eurozone eine Wachstumsrate von +5.3% aus. Angesichts der Verwerfungen durch den Krieg in der Ukraine könnte sich die Wirtschaftsentwicklung im laufenden Jahr wieder verlangsamen, insbesondere wegen den Auswirkungen steigender Energiekosten und anhaltenden Lieferkettenengpässen.

Wirtschaftskalender 9. März

MEZLandIndikatorLetzte Periode
00:50JPBIP Q4 (Q/Q)+1.3%
10:00ITIndustrieproduktion (Januar, M/M)-1.0%

Unternehmenskalender 9. März

LandUnternehmenPeriode
CHGeberitJahreszahlen
DEAdidasJahreszahlen
DEDeutsche PostJahreszahlen
DEContinentalJahreszahlen
FRVivendiJahreszahlen
ITPradaJahreszahlen
GBPrudentialJahreszahlen

 Quelle: BondWorld.ch


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