LGT Navigator : Die Zuversicht Deutscher Anleger in ihre Volkswirtschaft befindet sich wieder auf einem langjährigen Tief. Immer mehr Ökonomen gehen davon aus, dass die hohen Energiepreise bereits eine Rezession ausgelöst haben.
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Die neuesten Oktober-Umfragewerte des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeichnen bei der Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage ein dunkles Bild von -72.2 Punkten, also nochmal weit unter dem bereits pessimistischen Wert von -61.9 des Vormonats. Somit wurden die tiefsten Umfragewerte seit der Finanzkrise 2008 erreicht. Die zweistellige Inflation und die Aussicht auf Energiemangellage im Winter fordern ihren Tribut und drücken in grossen Teilen der Eurozone auf die Stimmung. Die Umfragewerte widerspiegeln allmählich, inwiefern der Stopp der russischen Gaslieferungen die Industrie zur Stilllegung der Betriebe zwingt, die privaten Heizkosten ins Unermessliche treibt und obendrauf die deutsche Energiepolitik und Stilllegung von Kernkraftwerken die Energiesicherheit in Frage stellt.
Gemäss Erwartungen des deutschen Wirtschaftsministeriums dürfte die deutsche Volkswirtschaft 2023 um -0.4% schrumpfen. Die straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank dürfte weiteren Gegenwind erzeugen.
Stabile US-Industrie dürfte Güterpreise entspannen
Die industrielle Produktion ist im September in den USA um +0.4% gestiegen, entgegen den Erwartungen von +0.1%. Diese feine, aber stabile Steigerung ist vor allem der Produktion grösserer Güter wie Automobilen zu verdanken, wo die Produktion mittlerweile wieder das Vor-Corona-Niveau übersteigt. Während die Lagerbestände wieder steigen, dürften die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen langsam wieder nachlassen. Ein Risiko stellt hier aber die Energiekrise in Europa dar, welche erneute Lieferkettenschocks auslösen könnte.
Bank of England beginnt im November mit Anleihenverkäufen
Die Bank of England (BoE) wird in zwei Wochen am 1. November mit ihren verzögerten Anleihenverkäufen beginnen. Allerdings werden die langfristigen Anleihen, die im Mittelpunkt der jüngsten Turbulenzen standen, zunächst nicht einbezogen. Die Verkäufe werden im vierten Quartal dieses Jahres gleichmässig auf den mittleren und den kurzen Laufzeitenbereich verteilt. Sie dürften in ähnlichem Umfang und in ähnlicher Häufigkeit erfolgen, wie zuvor angekündigt. Sollte es im Vergleich zum vorherigen Verkaufsplan zu einem Fehlbetrag kommen, würde dieser in die Verkäufe der folgenden Quartale einfliessen. Dieser Schritt unterstreicht die Bedenken hinsichtlich der Liquidität längerer britischer Staatsanleihen («Gilts»), nachdem die britische Zentralbank ein Notkaufprogramm für Anleihen beendet hat, um die Zwangsverkäufe durch Anleger wie Pensionskassen zu verringern.
Wirtschaftskalender 19. Oktober
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | GB | Konsumentenpreisindex (ggü. Vorjahr) | 9.9% |
| 11:00 | Eurozone | Konsumentenpreisindex (ggü. Vorjahr) | 9.1% |
| 13:00 | USA | MBA-Hypothekenanträge | -2.0% |
Unternehmenskalender 19. Oktober
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Procter & Gamble | Q1 23 |
| USA | Tesla | Q3 22 |
Quelle: BondWorld.ch
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