LGT Navigator : Die amerikanischen Börsen erholten sich am Mittwoch von den Verlusten der Vortage, nachdem die Quartalszahlen zahlreicher Unternehmen besser als erwartet waren.
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Für Enttäuschung sorgte allerdings die US-Grossbank JPMorgan Chase. Heute blicken die Anleger nach Frankfurt, wo die Europäische Zentralbank über den weiteren geldpolitischen Kurs entscheiden wird. Angesichts der hohen Inflation steigt der Druck auf die EZB, die Leitzinsen zu erhöhen.
Die Eröffnung der Berichtssaison bescherte der Wall Street am Mittwoch Gewinne. Der S&P 500 kletterte +1.1% und der Dow Jones gewann +1%. Der Nasdaq Composite avancierte gar +2%. Die meisten Quartalsergebnisse wurden freundlich aufgenommen, darunter die Zahlen von Delta Air Lines (+6.2%). Dagegen sorgte das Resultat der US-Bank JPMorgan Chase für Enttäuschung. Die Titel verloren daraufhin -3.2% und waren Schlusslicht im Dow. Heute stehen die Quartalszahlen von weiteren US-Grossbanken auf der Agenda, darunter Goldman Sachs und Citigroup.
In Asien verzeichnen die Börsen am Donnerstag ebenfalls Gewinne. In Tokio notiert der Nikkei mehr als +1% fester. In Hongkong gewinnt der Hang Seng +0.4% und der Shanghai Composite avanciert +1.2%.
Warten auf die EZB
Für Spannung sorgt heute das Treffen der Europäischen Zentralbank (EZB). Um 13.45 Uhr wird sie ihren Zinsentscheid bekannt geben, bevor EZB-Präsidentin Christine Lagarde um 14.30 Uhr vor die Presse tritt. Anleger erwarten weitere Einzelheiten zu einem möglichen ersten Zinsschritt. Das Protokoll zur letzten Sitzung hatte gezeigt, dass einige Mitglieder des EZB-Gremiums angesichts der hohen Teuerung auf eine baldige Zinserhöhung drängen. Bislang hat die Zentralbank aber noch keinen zeitlichen Rahmen gesteckt. Zudem pumpt die EZB über ihr Anleihenkaufprogramm nach wie vor Liquidität in die Finanzmärkte, während etwa die US-Notenbank und die Bank of England ihre Wertpapierkäufe eingestellt haben. Im März ist die Inflationsrate im Währungsraum auf einen Rekordwert von +7.5% gestiegen. Nachdem die EZB in der vergangenen Dekade ihr Inflationsziel von 2% kontinuierlich unterschossen hat, ist sie nun mit dem umgekehrten Problem konfrontiert.
JPM bildet unerwartet hohe Rückstellungen
Der Gewinn der grössten amerikanische Bank JPMorgan Chase (JPM) ist im ersten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahr um mehr als -40% geschrumpft. Das ergibt einen Gewinn von USD 2.63 pro Aktie, was unter den Markterwartungen von USD 2.72 lag. Auch die Einnahmen sind gesunken, allerdings etwas weniger stark als prognostiziert. Das Ergebnis wurde unter anderem durch Rückstellungen im Umfang von USD 1.5 Mrd. geschmälert, die JPM als Reserven für gefährdete Darlehen bereitstellt. Das ist mehr als doppelt so hoch, als Analysten geschätzt hatten. Zudem verzeichnete die Bank Verluste von mehr als USD 500 Mio. im Zusammenhang mit Abschreibungen, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine resultierten. CEO Jamie Dimon gab sich mit Blick auf die Zukunft vorsichtig und erklärte, die hohe Inflation, angespannte Lieferketten und der Krieg in der Ukraine würden für grosse Herausforderungen sorgen.
Inflation in Grossbritannien bleibt hoch
In Grossbritannien haben sich die Konsumentenpreise im März gegenüber dem Vorjahr um +7.0% verteuert, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch mitteilte. Das ist das höchste Preiswachstum seit Beginn der Aufzeichnung 1997. Analysten hatten eine Inflationsrate von +6.7% prognostiziert. Im Monatsvergleich resultierte ein Preisanstieg von +1.1%. Die Teuerung macht sich in zahlreichen Lebensbereichen bemerkbar: Neben Energie haben sich auch die Preise für Hotels, Möbel, Bekleidung und Gebrauchtwagen verteuert. Die Jahresinflationsrate liegt damit deutlich über dem Ziel der Bank of England, das bei 2% liegt. Sie hat daher bereits mehrere Zinserhöhungen beschlossen, um die Teuerung zu dämpfen.
Wirtschaftskalender 14. April
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | CH | Produzentenpreisindex (März, M/M) | +0.4% |
| 13:45 | EZ | EZB-Zinsentscheid | |
| 14:30 | USA | Einzelhandelsumsatz (März, M/M) | +0.3% |
| 16:00 | USA | Konsumentenvertrauen (April) | 59.4 |
Unternehmenskalender 14. April
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Citigroup | Q1 2022 |
| USA | Goldman Sachs | Q1 2022 |
| USA | Morgan Stanley | Q1 2022 |
| USA | Wells Fargo | Q1 2022 |
Quelle: BondWorld.ch
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