LGT Navigator : An den Kapitalmärkten bleiben die Konjunktur- und Inflationssorgen dominant und sorgen für eine gedämpfte Anlegerstimmung.
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LGT Navigator
Das Szenario weiter steigender Zinsen bei anhaltend hoher Inflation und einer womöglich «harten Landung» der Weltwirtschaft sorgt dementsprechend für Nervosität. An der Wall Street setzte sich der Abwärtstrend nach dem Einbruch am vergangenen Freitag und weiteren Verlusten zu Wochenbeginn fort und auch an Asiens Börsen blieb die Stimmung trübe.
Der Dow Jones Industrial schloss am Dienstag -0.96% tiefer bei 31’790.87 Punkten und notiert damit auf den Niveaus von Ende Juli. Der S&P 500 fiel um 1.1% auf 3’986.16 Zähler zurück und an der Technologiebörse Nasdaq gaben die Indizes um rund -1.2% nach. Auch eine leichte Verbesserung der Konsumentenstimmung in den USA trug nicht zu einer Stimmungsaufhellung auf dem Börsenparket bei.
Die Aktien im asiatisch-pazifischen Raum fielen zur Wochenmitte und folgten damit den negativen Vorgaben von der Wall Street. In China blieb der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im August mit 49.4 Punkten im negativen Bereich, respektive signalisiert unter 50 Zählern eine Kontraktion des Sektors.
Vertrauen der US-Verbraucher hellt sich etwas auf
Gemäss dem Marktforschungsinstitut Conference Board hat sich die Stimmung amerikanischer Privathaushalte im August stärker als erwartet verbessert. Das Verbrauchervertrauensbarometer stieg gegenüber dem Vormonat um 7.9 auf 103.2 Punkte (Konsens 98.0). Damit ist der Indikator erstmals seit vier Monaten wieder gestiegen. Positiv zu vermerken ist, dass die Konjunkturerwartungen sowie auch die Beurteilung der aktuellen Lage optimistischer eingeschätzt wurden.
Fortgesetzte Abkühlung am US-Immobilienmarkt
Gemäss dem regelmässigen Bericht von S&P/CaseShiller hat sich der Preisanstieg am US-Immobilienmarkt im Sommer weiter abgeschwächt, bleibt aber mit zweistelligen Zuwachsraten hoch. In den 20 grossen Metropolregionen der USA stiegen die Häuserpreise im Juni auf Jahressicht um +18.6%. Im Vormonat betrug der Anstieg noch +20.5%. Im Vergleich zum Vormonat erhöhten sich die Hauspreise im Juni noch um +0.4%, nach +1.2% im Mai. S&P/CaseShiller kommentierte: Der Anstieg der Leit- und Hypothekenzinsen verschärften die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der US-Immobilienmarkt neige bereits seit einiger Zeit zur Schwäche, wie auch andere Indikatoren für den Häusermarkt zeigten.
Stimmung in der Eurozone wird immer düsterer
Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum trübte sich im August den dritten Monat infolge und stärker als erwartet ein, wie der monatlich von der EU-Kommission erstellte Economic Sentiment Indicator (ESI) zeigte. Das Barometer gab von 98.9 auf 97.6 Punkte nach – das tiefste Niveau seit Februar 2021. Analysten hatten im Schnitt mit einem Indexstand von 98.0 Punkten gerechnet. Hintergrund ist vor allem die immer stärker spürbare Energiekrise in Europa, anhaltende Lieferkettenprobleme und der andauernde Krieg in der Ukraine.
Inflationsdruck in Deutschland wieder verschärft
Der Preisauftrieb der Konsumentenpreise in Deutschland hat sich im August wieder beschleunigt. Auf Jahressicht stiegen die Verbraucherpreise um +7.9% verglichen mit einer Teuerungsrate von +7.5% im Monat zuvor. Damit hat sich der Inflationsdruck in Deutschland nur kurzzeitig entschärft. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Lebenshaltungskosten in Europas grösster Volkswirtschaft noch um +0.3% nach einem Anstieg um +0.9% im Juli.
Spanien notiert leicht geringere Teuerung
In Spanien hat sich der Preisauftrieb im August etwas abgeschwächt. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Konsumentenpreise um +10.3%. Im Juli betrug die Teuerungsrate noch +10.7%. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Lebenshaltungskosten nur minimal um +0.1%. Positiv wirkten sich etwas tiefere Treibstoffpreise aus, während aber Lebensmittel und Strom deutlich teurer wurden.
Aussichten für die Schweizer Wirtschaft weiter eingetrübt
Das Wirtschaftsbarometer der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich signalisierte mit einem Rückgang um vier Punkte auf 86.5 Zähler eine anhaltende Verschlechterung der Perspektiven für die Schweizer Wirtschaft. Das KOF-Konjunkturbarometer notiert damit deutlich unter dem langfristigen Mittelwert von 100 Punkten. Laut KOF zeichnet sich seit dem letzten Höchststand im Mai 2021 nun eine seit vier Monaten ungebremste Abwärtsbewegung ab. Verantwortlich für den Rückgang seien insbesondere die Indikatoren aus Konsumbereich. Negative Signale sendeten zudem die Industrie und die Bauwirtschaft.
Wirtschaftskalender 31. August
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Importpreise (Juli, J/J) | +29.9% |
| 08:45 | FR | BIP Q2 (Q/Q) | +0.5% |
| 08:45 | FR | Verbraucherpreise (August, J/J) | +6.8% |
| 09:00 | AUT | BIP Q2 (Q/Q) | +0.5% |
| 09:55 | DE | Arbeitslosenrate (August) | 5.4% |
| 10:00 | CH | ZEW Konjunkturerwartungen (August) | -57.2 |
| 11:00 | IT | Verbraucherpreise (August, J/J) | +8.4% |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (August, J/J) | +8.9% |
| 11:00 | EZ | Kern-Verbraucherpreise (August, J/J) | +5.1% |
| 14:15 | USA | ADP Beschäftigung Privatwirtschaft (Juli) | +128’000 |
| 15:45 | USA | Chicago Einkaufsmanagerindex (August) | 52.1 |
Unternehmenskalender 31. August
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | ABB | Kapitalmarkttag |
Quelle: BondWorld.ch
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