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LGT Navigator: Dreifacher Sondergipfel in Brüssel betont Einigkeit des Westens

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LGT Navigator : Einen Monat nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine versucht der Westen durch demonstrative Einigkeit und Stärke auf den Kreml einzuwirken.

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An den Sondergipfeln der G7, der EU und der NATO in Brüssel wurden einerseits weitere Sanktionen beschlossen oder in Aussicht gestellt und andererseits die militärische Position vor allem in Osteuropa aufgerüstet. Uneins bleibt die EU hinsichtlich eines vollständigen Embargos für russisches Öl und Gas. An den Kapitalmärkten bleibt die Nervosität entsprechend spürbar und die Anordnung Moskaus, alle Gaslieferungen nur noch in Rubel zu akzeptieren, sorgt für einige Unruhe an den Energiemärkten.

An den Aktienmärkten bleibt der andauernde Krieg in der Ukraine das bestimmende Thema, jedoch nutzen Anleger Schwächephasen immer wieder zum Kauf. Gestützt wurde die Börsenstimmung von leicht nachgebenden Ölpreisen. Angesichts der Kombination von Krieg, hohen Rohstoff- und Energiekosten sowie steigenden Zinsen dürfte die Volatilität auch in nächster Zeit immer wieder zunehmen. Gestern konnten die Aktienindizes in New York zulegen und der Dow Jones Industrial schloss +1% höher bei 34’707.94 Punkten. Der S&P 500 ging +1.43% höher bei 4’520.16 Zählern aus dem Handel und an der Nasdaq gewannen die Indizes gestern sogar rund +2.2%.

Keine Schützenhilfe boten neuste Daten aus dem amerikanischen Industriesektor. So fielen die Aufträge für langlebige Güter im Februar stärker als angenommen. Die Bestellungen gingen auf Monatssicht um -2.2% zurück – der stärkste Rückgang seit April 2020 – während Analysten im Schnitt ein Minus von -0.6% prognostiziert hatten.

US-Staatsanleihen tendierten etwas schwächer und die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen notiert aktuell bei rund 2.37%. In Asien zeigte sich währenddessen an den Aktienmärkten zum Wochenschluss kein einheitliches Bild.

Mit Spannung wird heute die monatliche Unternehmensumfrage des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo erwartet.

Dreifaches Gipfeltreffen in Brüssel

Als Fazit der Sondergipfel der EU, der G7 und der NATO kann wohl eine betonte Einigkeit und Willen zur gemeinsamen Lösung des Konflikts mit Russland hervorgehoben werden. Die EU beschloss ihrerseits anlässlich ihres Sondergipfels einen Solidaritätsfonds für die Ukraine. Die Finanzmittel sollen für die Aufrüstung und den Wiederaufbau der Ukraine genutzt werden. Auf ein mögliches vollständiges Embargo russischer Energielieferungen konnte sich die EU, vor allem wegen des Widerstandes seitens Deutschlands, bisher nicht einigen.

Die G7 kündigten an, Strafzölle auf russische Güter zu erheben, um Moskau weiter von der Weltwirtschaft zu isolieren, und den Druck auf den Kreml zu erhöhen. Russland soll zudem den Status der «Meistbegünstigung» nach den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) verlieren. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die G7 eine «breite Koalition».

Am Sondergipfel der NATO wurde der Ukraine weitere militärische Hilfe auch in Form von Ausrüstung zum Schutz vor biologischen, chemischen oder nuklearen Angriffen versprochen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte, dass «jegliche Verwendung chemischer oder biologischer Waffen durch Russland schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen würde». US-Präsident Joe Biden seinerseits unterstrich, dass die 30 Länder des Militärbündnisses angesichts des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine «stark und geeint» seien. In der gemeinsamen Erklärung heisst es: Die NATO werde das Abschreckungs- und Verteidigungsdispositiv erheblich stärken und das gesamte Spektrum an einsatzbereiten Streitkräften und Fähigkeiten weiterentwickeln.

SNB hält an Negativzins fest, geht aber von höherer Inflation aus

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) beliess erwartungsgemäss ihren Leitzins unverändert auf einem Rekordtief von minus 0.75% und verweist auf die bedeutenden Konjunkturrisiken durch den Krieg in der Ukraine und die Auswirkungen auf die Energiemärkte. Im Basisszenario rechnet die SNB trotz der geopolitischen Unsicherheiten mit einer weiteren Erholung der Weltwirtschaft. Sollte der Konflikt aber weiter eskalieren und die Sanktionen gegen Russland verschärft werden, würde dies den Ausblick merklich verschlechtern. Eine sich verschärfende Rohmaterialknappheit könnte die Inflation auch in der Schweiz erhöhen und zu Zweitrundeneffekten führen. In ihren aktuellen Prognosen geht die SNB im laufenden Jahr von einer Jahresteuerungsrate von +2.1% aus. Ende 2021 wurde noch von lediglich 1% ausgegangen. Insgesamt rechnet die Nationalbank aber nach wie vor mit einer vorübergehend hohen Inflation. Im Verlauf des nächsten Jahres sollte sich die Teuerung dann wieder auf +0.9% abschwächen. Die SNB betonte aber, dass ihre neue Inflationsprognose mit erheblichen Risiken verbunden sei.

Norwegens Zentralbank setzt mit weiterem Zinsschritt nach

Die Norges Bank in Oslo hat ihren Schlüsselzins vor dem Hintergrund einer beschleunigenden Preis- und Lohninflation erneut um einen viertel Prozentpunkt auf +0.75% angehoben. Zudem wird bis Juni ein weiterer Zinsschritt in Aussicht gestellt. Im September 2021 war die norwegische Notenbank die erste grosse westliche Zentralbank, die seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie die Zinsen anhob. Bis Ende 2023 prognostiziert die Notenbank nun einen Leitzins von rund +2.5%, verglichen mit der bisherigen Zinspfadprognose von +1.75%.

Ukraine-Krieg belastet Ausblick europäischer Firmen

Die Unternehmensstimmung in den Euroländern hat sich im März gemäss den von S&P Global (vormals IHS Markit) erstellten Einkaufsmanagerumfragen deutlich eingetrübt – dies vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft (PMI Composite) gab im März von 55.5 auf 54.5 Punkte nach (Konsens 53.8).

In Grossbritannien blieb die Stimmung der befragten Firmen im März trotz der geopolitischen Unsicherheiten praktisch unverändert. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex schwächte sich lediglich um 0.2 auf 59.7 Punkte ab (Konsens 57.5). Gemäss S&P Global habe der Abbau der Pandemiemassnahmen dazu beigetragen, den Gegenwind durch den Ukraine-Krieg, den Brexit und die steigende Inflation auszugleichen.

Wirtschaftskalender 25. März

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00GBEinzelhandelsumsätze (Februar, M/M)+1.9%
09:00ESPBIP Q4 (Q/Q)+2.0%
10:00DEIfo Geschäftsklimaindex (März)98.9
10:00ITUnternehmensstimmung (März)113.4
10:00ITKonsumentenstimmung (März)112.4
15:00USAVerbrauchervertrauen (März)59.7
15:00USAAusstehende Hausverkäufe (Februar)-5.7%

Unternehmenskalender 28. März

LandUnternehmenPeriode
DEBASFInvestorentag

Quelle: BondWorld.ch


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