LGT Navigator : Das fortlaufende Kriegsgeschehen in der Ukraine und ein weiterer Anstieg der Ölpreise sorgten an den Börsen für einen zumeist negativen Wochenauftakt.
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Derweil scheint ein Energieembargo gegen Russland von europäischer Seite immer stärker in Erwägung gezogen zu werden. An der Wall Street sorgten aber vor allem Aussagen von US-Notenbankchef Powell für Aufsehen. Dem Fed-Vorsitzenden scheint der massive und schnelle Anstieg der Inflation grosse Sorgen zu bereiten und deshalb könnte eine raschere Anhebung der Leitzinsen in Erwägung gezogen werden.
US-Notenbankchef Jerome Powell betonte, dass die seiner Ansicht nach «viel zu hohe» Inflationsrate in den USA auf knapp acht Prozent eine schnellere Erhöhung der Leitzinsen rechtfertigen könnte. Das Fed werde die nötigen Schritte unternehmen, um eine Rückkehr zur Preisstabilität zu garantieren. Damit könnte Powell versuchen, die Finanzmärkte auf eine noch restriktivere Gangart vorzubereiten. Bisher werden Zinsschritte von jeweils 25 Basispunkten antizipiert. An der New Yorker Börse kamen die Aussagen nicht gut an und der Dow Jones Industrial schloss zu Wochenbeginn, nach einer starken Vorwoche, -0.58% tiefer bei 34’552.90 Punkten. Der S&P 500 blieb hingegen praktisch unverändert zum Freitagsschluss bei 4’461.18 Zählern (-0.04%). An der Nasdaq gaben die Indizes gestern um rund -0.3% nach. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen notiert nach den Aussagen Powells heute Morgen bei 2.33%.
EU berät über mögliches Energieembargo gegen Russland
Nachdem bereits die USA vor rund zwei Wochen einen Importstopp für Öl aus Russland beschlossen hatten, debattiert nun auch die Europäische Union über ein mögliches Embargo. Angesichts der Entwicklungen in der Ukraine steht die EU immer stärker unter Druck. Am Donnerstag sollen zudem die EU-Spitzenvertreter mit US-Präsident Joe Biden zusammentreffen und über das weitere Vorgehen im Konflikt mit Russland beraten. Gleichzeitig wollen sich auch die G7 und die Nato zu Beratungen zusammenfinden.
Vor diesem Hintergrund sind die Ölpreise zu Wochenbeginn nochmals kräftig gestiegen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell rund USD 119 je Barrel und für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) muss knapp USD 115 bezahlt werden.
Moskau warnt vor Folgen eines EU-Ölembargos
Ein Embargo der EU gegen Öllieferungen aus Russland hätte schwerwiegende Auswirkungen auf den weltweiten Ölmarkt und auf die Energiebilanz des europäischen Kontinents, warnte der Kreml. Deutschlands Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck lehnt ein Embargo für russische Energie weiterhin ab. Dies hätte für Europas grösste Volkswirtschaft schwere Schäden zur Folge.
EZB-Spitze sieht (bisher) keine Stagflationsgefahr
EZB-Präsidentin Christine Lagarde und EZB-Vize Luis de Guindos betonten, dass die Notenbank nicht davon ausgehe, dass die Wirtschaft im Euroraum in eine Stagflation – also schwaches Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig hoher Inflation – abrutschen werde. Selbst im schlechtesten Szenario – ein Umfeld mit inflationären Zweitrundeneffekten in Form deutlich steigender Löhne, einem Boykott russischer Energie sowie einem lang andauernden und verschärften Krieg – gehe die EZB von einem Wachstum der Euro-Wirtschaft aus. Ausschlaggebend dafür, ob die Inflation über einen längeren Zeitraum hoch bleibe, ist nach Einschätzung von Vize de Guindos vor allem, wie stark die Löhne auf das Umfeld reagieren. Sollte sich die Lohn-Preis-Spirale schneller drehen, könnte dies zu dauerhaft höherer Inflation beitragen. Lagarde ihrerseits wies darauf hin, dass sich die Eurozone und die USA in unterschiedlichen wirtschaftlichen Phasen befinden und Europa stärker von den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs betroffen sei.
Preisauftrieb in Deutschland hat sich im Februar weiter verstärkt
Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im letzten Monat gegenüber der Vorjahresperiode um knapp +26% so stark gestiegen wie noch nie. Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist dabei die aktuelle Preisentwicklung im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine noch gar nicht berücksichtigt. Preistreiber bleiben vor allem die Energiepreise, für die deutsche Produzenten auf Jahressicht fast +70% mehr bezahlen mussten. Erdgas verteuerte sich um rund +125%.
Wirtschaftskalender 22. März
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 14:15 | EZ | EZB-Präsidentin Lagarde spricht | |
| 16:15 | CH | SNB-Präsident Jordan spricht |
Unternehmenskalender 22. März
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Stada | Jahreszahlen |
| FR | Air Liquide | Kapitalmarkttag |
| ESP | Iberdrola | Kapitalmarkttag |
| GB | Kingfisher | Jahreszahlen |
| USA | Adobe | Q1 |
| USA | Nvidia | Investorentag |
Quelle: BondWorld.ch
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