LGT Navigator : Die US-Notenbank scheint nach Aussagen von Fed-Chef Powell doch stärker besorgt hinsichtlich des zunehmenden Inflationsdrucks.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
LGT Navigator
Das Fed könnte daher den «Tapering»-Prozess beschleunigen. Ein Szenario, das an den US-Börsen Nervosität auslöst. Zeitgleich kletterte die Inflationsrate im Euroraum auf den höchsten Stand seit Bestehen des Währungsraums. Neben den Inflationssorgen belastet weiterhin die neue Coronavirus-Variante Omikron die Börsenstimmung. Für Aufmerksamkeit sorgte insbesondere die Aussage des Moderna-CEO Stephane Bancel, der eingestand, dass die bestehenden Impfstoffe mit der Omikron-Variante ihre Probleme haben dürften, und es länger dauern könnte, bis angepasste Vakzine in ausreichendem Umfang hergestellt werden könnten.
Aussagen des US-Zentralbankvorsitzenden Jerome Powell, wonach das Fed die Drosselung ihrer Wertpapierkäufe (Tapering) forcieren könnte, sollte sich die Inflation doch als nachhaltiger erweisen als bisher angenommen. Das Fed werde dies gemäss Powell anlässlich ihrer nächsten Sitzung am 15. Dezember besprechen.
Aussicht auf forciertes «Tapering» belastet die Börsenstimmung
Zusammen mit den verstärkten Sorgen in Bezug auf die Gefährlichkeit der neuen Coronavirus-Variante Omikron lastete am Dienstag schwer auf der Börsenstimmung. Der Der Dow Jones Industrial gab erneut kräftig um -1.86% auf 34’483.72 Punkte nach und der breite S&P 500 fiel um -1.9% auf 4’567.00 Zähler zurück. An der Nasdaq büssten die Technologieindizes rund -1.6% ein. Am Anleihenmarkt zogen die Renditen von US-Staatsanleihen an und stützten den US-Dollar.
In Asien konnten sich die Aktienindizes teilweise wieder etwas erholen, jedoch bleibt die Unsicherheit über die potenziellen Auswirkungen der Omikron-Variante und die nun auch verstärkt bei den Zentralbanken für Sorgenfalten sorgende Inflation die gross. In China signalisierte zudem der Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Wirtschaftsmagazin «Caixin» eine schwächere Aktivität in der Industrie. Der PMI fiel im November von 50.6 auf 49.9 Punkte zurück.
Omikron beschäftigt auch die US-Notenbank
US-Zentralbankchef Jerome Powell sieht durch die Coronavirus-Variante Omikron Risiken für die Konjunkturerholung und eine erhöhte Unsicherheit hinsichtlich der Inflationsentwicklung. An den Finanzmärkten wird bereits spekuliert, ob das Fed nun die bereits angekündigte Drosselung der Anleihekäufe, das sogenannte «Taperin» überdenken könnte. Powell wird heute vor dem Bankenausschuss des US-Senats Stellung nehmen.
Inflationsrate im Euroraum erreicht Rekordhoch
In den 19 Euroländern ist die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im November im Schnitt auf +4.9% stärker als erwartet gestiegen und notiert damit auf dem höchsten Stand seit Beginn des Währungsraums. Im Oktober hatte die Inflationsrate noch +4.1% betragen und die Konsensprognose für November lag bei +4.5%. Stärkster Treiber bleiben die Energiepreise, die gemäss Eurostat auf Jahressicht um +27.4% zulegten. Auch die Kernrate, die von Ökonomen als verlässlicheres Inflationsmass erachtet wird, kletterte deutlich stärker als antizipiert von +2.0% im Oktober auf +2.6% im vergangenen Monat. Der Konsens lag bei +2.3%.
Spürbar gestiegen sind die Lebenshaltungskosten auch in Frankreich und Italien. In Frankreich hat sich der Inflationsdruck weiter verschärft. So stiegen die Konsumentenpreise im November stärker als erwartet um +3.4% gegenüber der Vergleichsperiode im Vorjahr (Kosens +3.2%). Mit dem vierten Anstieg in Folge erreicht Frankreichs Inflationsrate das höchste Niveau seit 2008. In Italien sprang die Teuerungsrate auf +4% (Konsens +3.3%) – ebenfalls die höchste Rate seit dem Jahr 2008.
Starker Konsum bescherten Frankreichs und Italiens Wirtschaft einen guten Sommer
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Frankreichs ist in den Monaten Juli bis September gegenüber dem Vorquartal kräftig um +3% gewachsen. Im Q2 schaffte die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone eine Wachstumsrate von +1.3%. Auch Italiens BIP expandierte in den Sommermonaten solide um +2.6%, damit jedoch minimal langsamer als noch im Q2.
Wirtschaftskalender 1. Dezember
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Einzelhandelsumsätze (Oktober, M/M) | -2.5% |
| 08:30 | CH | Verbraucherpreisindex (November, J/J) | +1.2% |
| 09:15 | ESP | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 57.4 |
| 09:30 | CH | Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 65.4 |
| 09:45 | IT | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 61.1 |
| 09:50 | FR | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 54.6 |
| 09:55 | DE | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 57.6 |
| 10:00 | EZ | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 58.6 |
| 10:30 | GB | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 58.2 |
| 14:15 | USA | ADP Beschäftigungswachstum (November) | +571’000 |
| 15:00 | GB | BoE Gouverneur Bailey Rede | |
| 15:45 | USA | IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 59.1 |
| 16:00 | USA | ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (November) | 60.8 |
| 16:00 | USA | US-Finanzministerin Yellen Rede | |
| 20:00 | USA | Fed Beige Book Konjunkturbericht |
Unternehmenskalender 1. Dezember
| Land | Unternehmen | Periode |
| FR | Sanofi | Impfstoff-Infotag |
Quelle: BondWorld.ch
Newsletter



