LGT Navigator : Die Aktienmärkte erholten sich, nachdem die US-Notenbank am Mittwoch ihren Leitzins um 25 Basispunkte erhöht hat. Der Schritt war von den Märkten weitgehend erwartet worden.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
LGT Navigator
Das Fed erhöhte die Spanne für die Leitzins auf 4.5% bis 4.75% und erklärte, dass in diesem Jahr weitere Zinserhöhungen erforderlich sein werden. Die US-Zentralbank hat die Zinsen im vergangenen Jahr sieben Mal angehoben, davon vier Mal in Folge um jeweils 75 Basispunkte. Im Dezember verlangsamte sie dann das Tempo auf 50 Basispunkte.
Äusserungen des Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, dass sich die finanziellen Bedingungen während des Zinserhöhungszyklus im letzten Jahr stark verschärft hätten, sorgten für Erleichterung bei den Anlegern. Händler werteten dies als Hinweis darauf, dass die starke Performance an den Aktien- und Kreditmärkten zu Beginn des Jahres kein Grund zur Sorge für das Fed sei. Viele Marktteilnehmer waren zuvor davon ausgegangen, dass die Zentralbank an ihrer aggressiven Geldpolitik festhalten könnte, um nicht nur das Preiswachstum bei Waren und Dienstleistungen abzukühlen, sondern auch die Preise für Finanzanlagen niedrig zu halten.
Am Donnerstag werden die Anleger sehen, ob die Verlangsamung der Zinserhöhungen den Kurs der Zentralbanken in Europa beeinflussen wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England geben im Laufe des Tages ihre geldpolitischen Entscheide bekannt.
Die Aktienindizes in New York erholten sich im Laufe des Tages aufgrund der Äusserungen Powells stark. Der S&P 500 stieg um mehr als 1% und schloss am Mittwoch bei 4119.21 Punkten. Der Dow Jones Industrial schloss leicht im Plus bei 34’092.96 Punkten. Tech-Aktien waren die klaren Gewinner des Tages. Die Indizes der Technologiebörse Nasdaq legten um mehr als 2% zu.
In Asien stützte die Verlangsamung des Zinserhöhungstempos in den USA die Stimmung ebenfalls. Der Hang Seng Index in Hongkong wurde mit einem Plus von 0.54% gehandelt. Der Shanghai Composite gewann 0.14% und der Shenzhen Component stieg um 0.36%. In Tokio wurde der Nikkei-225-Index mit einem Plus von rund 0.16% gehandelt, während der südkoreanische Kospi um 0.5% zulegte.
Inflation im Euroraum fällt vor der EZB-Zinsentscheidung
Die Jahresinflation im Euroraum hat sich im Januar den dritten Monat in Folge verlangsamt und lag bei 8.5%. Vor allem die niedrigeren Energiepreise auf dem Kontinent trugen zu dem langsameren Preisanstieg bei. Die Daten kommen kurz vor der Zinsentscheidung der EZB am Donnerstag. Im Dezember folgte die EZB der US-Zentralbank und reduzierte das Tempo ihrer Zinserhöhung auf 50 Basispunkte. Ein weiterer Schritt in ähnlicher Grössenordnung, der von den Märkten erwartet wird, würde den Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der EZB Geld leihen können, von derzeit 2.5% auf 3.0% bringen.
Meta-Gewinne setzen hohe Messlatte für Tech-Giganten
Der Aktienkurs von Meta stieg im nachbörslichen Handel stark an, nachdem das Unternehmen für das vierte Quartal einen Umsatz von 32.17 Milliarden Dollar gemeldet hatte und damit die Schätzungen der Analysten übertraf. Ausserdem kündigte das Unternehmen einen Aktienrückkaufplan im Wert von 40 Milliarden Dollar an. Die Ergebnisse setzen hohe Erwartungen für die Tech-Branche. Amazon, Alphabet und Apple legen am Donnerstag Quartalszahlen vor. Die Branche hat in letzter Zeit viele Mitarbeiter entlassen, und die Kurse der Tech-Aktien sind nach einem trüben Jahr 2022 zu Beginn des neuen Jahres wieder stark gestiegen.
Auch ausserhalb des Tech-Sektors ist die Gewinnsaison in vollem Gange: Am Donnerstag stehen Zahlen von europäischen Schwergewichten wie der Deutschen Bank und Roche an. Die Anleger werden am Donnerstag auch die Ölkonzerne Shell und ConocoPhillips genau beobachten, um zu sehen, ob sie mit den Rekordergebnissen mithalten können, die in den Tagen zuvor von den Konkurrenten Chevron und ExxonMobil veröffentlicht wurden.
Wirtschaftskalender 2. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 8:00 | DE | Handelsbilanz (Dezember) | 10.8 Mrd. |
| 9:00 | CH | SECO Konsumklima (Q1) | -38 |
| 13:00 | GB | BoE – Zinsentscheidung | 3.5% |
| 14:15 | EZ | EZB – Zinsentscheidung | 2.5% |
| 14:30 | USA | Erstanträge Arbeitslosenhilfe | 186,000 |
Unternehmenskalender 2. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Deutsche Bank | Q4 |
| CH | ABB | Q4 |
| CH | Roche | Q4 |
| JP | Sony | Q3 |
| DE | Infineon | Q1 |
| GB | Shell | Q4 |
| USA | Eli Lilly | Q4 |
| USA | Merck & Co | Q4 |
| USA | ConocoPhillips | Q4 |
| USA | Amazon | Q4 |
| USA | Qualcomm | Q1 |
| USA | Alphabet | Q4 |
| USA | Ford | Q4 |
| USA | Apple | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
Newsletter



