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LGT Navigator: Fed zieht Zinsschraube weiter kräftig an

LGT Navigator : US-Notenbankchef Powell kündigte gestern Abend wie erwartet eine erneute Straffung des Leitzinssatzes um 75 Basispunkte an.

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Das Federal Reserve fokussiert weiterhin den Kampf gegen die Inflation, muss längerfristig aber auch verstärkt das Risiko einer Rezession miteinbeziehen. An der Wall Street wurde die vierte Leitzinserhöhung seit Beginn der Corona-Pandemie gut aufgenommen, wobei vor allem weitere Quartalsausweise wichtiger Blue Chips im Mittelpunkt standen und für kräftigen Rückenwind sorgten. 

Die amerikanische Zentralbank strafft die Zügel weiter und hob ihren Schlüsselzins erneut um einen dreiviertel Prozentpunkt auf eine Spanne von 2.25-2.5% an. Damit signalisiert das Fed weiterhin Entschlossenheit der inzwischen auf über 9% gestiegenen Inflation in den USA entgegenzutreten. Der starke Inflationsdruck drückt immer spürbarerer auf die Kaufkraft der Verbraucher und erhöht damit das Risiko eines Wirtschaftsabschwungs, respektive die Angst vor einer Rezession. Zentralbankvorsitzender Jerome Powell betonte, dass die Notenbank ihren Kampf gegen die galoppierende Inflation fortsetzen werde und mit einem weiteren, wenn nötig erneut kräftigen, Zinsschritt bereits im September gerechnet werden muss. Gleichzeitig zeigte sich Powell zuversichtlich, dass die Zinswende (zumindest bisher) noch nicht eine Rezession der US-Wirtschaft zur Folge hat – insbesondere die Arbeitsmarktentwicklung sei nach wie vor robust. Ein langsameres Wachstumstempo sei aber notwendig, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Die Ausrichtung der Geldpolitik bleibt deshalb ein heikler Balanceakt.

Heute wird mit Spannung eine neue Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das zweite Quartal erwartet. Vieles deutet darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung der weltgrössten Volkswirtschaft auch im Q2 rückläufig war.

An der New Yorker Börse reagierten die Aktienindizes mit teilweise kräftigen Gewinnen, wobei hierbei vor allem einige weitere Quartalsergebnisse wichtiger Unternehmen, insbesondere im Tech-Bereich, im Fokus standen. Der Dow Jones Industrial verbuchte einen Tagesgewinn von +1.37% und beendete den Handel bei 32’197.59 Punkten. Noch stärker zulegen konnten der breite S&P 500 sowie die Indizes an der Technologiebörse Nasdaq. Der S&P 500 legte um +2.62% auf 4’023.61 Punkte zu und an der Nasdaq trieben Kursgewinne grosser Tech-Konzerne die Indizes um mehr als +4% in die Höhe – der stärkste Tagesanstieg seit November 2020. Zu überzeugen vermochten beispielsweise die Tech-Schwergewichte Microsoft, Texas Instruments oder die Google-Holding Alphabet.

Am Anleihemarkt fielen die Reaktionen auf den Entscheid der US-Notenbank moderat aus. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen pendelte sich knapp unter 2.8% ein. Der US-Dollar konnte von der nochmals gestiegenen Zinsdifferenz nicht profitieren und notiert gegenüber dem Euro um die Marke von 1.02.

Die asiatischen Aktienmärkte tendieren am Donnerstag mehrheitlich positiv. In Tokio notiert der Nikkei 225 rund +0.25%. Chinas Leitindex CSI 300 avanciert etwa +0.5% und in Shanghai handelt der Composite-Index ebenfalls rund ein halbes Prozent höher.

Starker Auftragseingang in US-Industrie

In den USA sind die Bestellungen für langlebige Güter – mit einer Haltbarkeit von mindestens einem Jahr – im Juni überraschend kräftig gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat nahmen die Aufträge um +1.9% zu, während Analysten im Schnitt mit einem Rückgang um -0.4% gerechnet hatten. Die Bestellungen von Kapitalgütern, ohne Berücksichtigung von Rüstungsgütern und Flugzeugen, stiegen um +0.5%. Diese Zahl gilt als verlässlicher Indikator für die Investitionsneigung der Unternehmen.

Deutsche Konsumentenstimmung bleibt im Keller

Das Vertrauen deutscher Verbraucher hat sich gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK nochmals weiter eingetrübt. Der Konsumklimaindikator fiel dabei auf ein weiteres Rekordtief von minus 30.6 Punkten – der tiefste Wert seit Beginn der für Gesamtdeutschland erhobenen Daten im Jahr 1991. Hintergrund bleiben die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise sowie die Unsicherheiten in Folge des Ukraine-Kriegs.

Auch in Frankreich und Italien trübt sich die Stimmung weiter ein

Die Stimmung französischer Konsumenten hat sich im Juli weiter verschlechtert. Der Verbrauchervertrauensindikator fiel dabei von 82 auf 80 Punkte zurück – der siebte monatliche Rückgang in Folge. Auch in der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone hat sich das Vertrauen der Konsumenten wie auch der Unternehmen im Hochsommer weiter eingetrübt. Die Verbraucherstimmung fiel von 98.3 auf 94.8 Punkte zurück (Konsens 96.6) und das Geschäftsklimabarometer gab um 2.6 auf 110.8 Zähler nach.

Wirtschaftskalender 28. Juli

MEZLandIndikatorLetzte Periode
11:00EZWirtschaftsstimmung (Juli)104.0
11:00EZGeschäftsklima (Juli)+1.47
11:00EZVerbrauchervertrauen (Juli)-27.0
14:00DEVerbraucherpreise (Juli, J/J)+8.2%
14:30USABIP Q2 (Q/Q)-1.6%
14.30USAKonsumausgaben Q2 (Q/Q)+1.8%
14:30USAErstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich)251’000

Unternehmenskalender 28. Juli

LandUnternehmenPeriode
SKSamsungQ2
CHNestléH1
CHClariantQ2
DELindeQ2
NLStellantisH1
FRSanofiQ2
FRL’OréalH1
FRTotalenergiesH1
FRScorH1
FRSchneider ElectricQ2
FREdFQ2
FRAir LiquideQ2
FRCapgeminiH1
ITEnelH1
ITPradaH1
ESTelefonicaQ2
ESRepsolH1
ESBanco Santander Q2
LUXArcelorMittalH1
GBDiageoH1
GBBarclaysH1
GBAnglo AmercianH1
GBShellH1
USAAppleQ2
USAPfizerQ2
USAMerck & CoQ2
USAMastercardQ2
USAAmazonQ2
USAIntelQ2

Quelle: BondWorld.ch


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