LGT Navigator : An der Wall Street sind die Indizes nach dem schlechtesten September seit rund 20 Jahren mit Gewinnen in die neue Börsenwoche und das vierte Quartal gestartet.
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Neuste Einkaufsmanagerumfragewerte deuteten eine weitere Abschwächung in der Industrie sowohl in den USA als auch in Europa an. Dies wiederum stützte an den Aktienmärkten die Hoffnung auf eine etwas weniger restriktive Gangart der Zentralbanken. Für eine gewisse Entlastung sorgte auch ein Rückzieher der noch jungen britischen Regierung. Australiens Notenbank erhöhte unterdessen ihren Leitzins um weitere 25 Basispunkte.
Der Dow Jones Industrial legte zu Wochenbeginn zeitweise um mehr als +3% zu und schloss bei 29’490.89 Punkten mit einem kräftigen Gewinn von +2.66%. Damit konnte zumindest ein Bruchteil des Verlustes im September von knapp -9% oder der Bilanz für das dritte Quartal von -6.7% wettgemacht werden. Der S&P 500 legte am Montag um +2.59% auf 3’678.43 Punkte zu und an der Technologiebörse Nasdaq gewannen die Indizes rund +2.4%. Die kurzfristige Entlastung dürfte in erster Linie eine Korrektur von überverkauften Niveaus darstellen. Die Hoffnung, dass die US-Notenbank aufgrund schwächerer Konjunkturdaten wie z.B. der negativen Ergebnisse der Einkaufsmanagerumfragen im US-Industriebereich ihren Straffungszyklus verlangsamen könnte, scheinen nicht realistisch.
Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum tendierten am Dienstag zumeist höher und profitierten von den positiven Vorgaben der Wall Street. In Tokio notiert der Nikkei 225 rund +2.8% höher. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans legte um +1.6% zu. In Australien gewann der S&P/ASX 200 +3.6%, nachdem Australiens Zentralbank ihren Leitzins weniger stark als erwartet um 25 Basispunkte angehoben hatte. Die Aktienmärkte in Hongkong und auf dem chinesischen Festland blieben wegen eines Feiertages geschlossen.
Britische Regierung macht Rückzieher
Nach heftigen Turbulenzen am britischen Anleihenmarkt, einem Einbruch des Pfunds sowie massiver Kritik sah sich Grossbritanniens Regierung unter Führung von Premierministerin Liz Truss gezwungen, die jüngst verkündeten Steuersenkungspläne teilweise wieder zurückzuziehen. Der britische Finanzminister Kwasi Kwarteng kündigte an, den Spitzensteuersatz von 45% für Topverdiener nun doch nicht wie geplant zu streichen. Nach der Ankündigung in der letzten Woche der über Schulden finanzierten Steuersenkungen stürzte das Pfund ab. Die Bank of England musste am Anleihenmarkt intervenieren und kaufte Staatspapiere mit langer Laufzeit.
Stimmung in der US-Industrie deutlich eingetrübt
Gemäss den Umfragewerten des Institute for Supply Management (ISM) hat sich das Wachstum im amerikanischen Industriesektor im September stärker als erwartet verschlechtert. Der vielbeachtete Einkaufsmanagerindex (PMI) gab zum Vormonat um 1.9 auf 50.9 Punkte nach (Konsens 52.1) und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020.
Vertiefte Kontraktion im Euro-Industriesektor
Die Stimmung unter Industrieunternehmen in der Eurozone hat sich im September weiter eingetrübt. So fiel der von S&P Global berechnete Einkaufsmanagerindex von 49.6 auf 48.4 Punkte zurück und erreicht damit den tiefsten Wert seit gut zwei Jahren. Nach Einschätzung von S&P-Chefvolkswirt Chris Williamson vergrössere der steigende Inflationsdruck die Konjunktursorgen in der Eurozone weiter.
Auch die britische Industrie leidet
Die Stimmung in Grossbritanniens Industrie hat sich im September zwar moderat aufgehellt, jedoch signalisiert der Einkaufsmanagerindex von S&P Global mit einem Wert von 48.4 Punkten (Vormonat 47.3) weiterhin eine Kontraktion des Sektors. Damit setze sich der Abwärtstrend in der britischen Industrie fort, kommentierte S&P Global.
Schweizer Industrie zeigt sich resilienter
Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich im September gegenüber dem Vormonat trotz schwierigem Umfeld leicht verbessert. Der Einkaufsmanagerindex stieg dabei um 0.7 auf 57.1 Punkte. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet. Im Gegensatz zu den Werten im Euroraum notiert der Schweizer PMI damit weiterhin klar über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Verbessert habe sich beispielsweise die Lieferkettenproblematik. Andererseits stellen die gestiegenen Energiepreise für die Industrie eine grosse Herausforderung dar.
Wirtschaftskalender 4. Oktober
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 11:00 | EZ | Erzeugerpreise (August, J/J) | +37.9% |
| 16:00 | USA | Auftragseingang dauerhafte Güter (August, M/M) | -1.0% |
| 17:00 | EZ | EZB Präsidentin Lagarde spricht |
Unternehmenskalender 4. Oktober
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Sika | Kapitalmarkttag |
| USA | Hasbro | Investorentag |
Quelle: BondWorld.ch
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