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LGT Navigator: Gewinnsaison wird zur nächsten Bewährungsprobe für die Börsen

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LGT Navigator : In einem ohnehin volatilen Marktumfeld legen die ersten US-Konzerne diese Woche ihre Quartalszahlen vor. Steigende Zinsen und Konjunktursorgen schicken die Börsen derweil auf Talfahrt. Inflationsdaten aus den USA könnten heute für weitere Turbulenzen sorgen. Sie werden am Nachmittag publiziert.

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Konjunktursorgen und steigende Zinsen haben den Börsen einen schwachen Start in die neue Woche beschert. So haben die strikten «Lockdown»-Massnahmen in China für Produktionseinschränkungen in Wirtschaftszentren wie Shanghai gesorgt und die Konsumentenpreise in der Volksrepublik angeheizt. China erlebt derzeit die heftigste Coronawelle seit Ausbruch der Pandemie. Sollte sich das Wachstum in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt abkühlen, dürfte das auch Folgen für die globale Wirtschaft haben. Die Verunsicherung machte sich auch an den Energiemärkten bemerkbar, wo sich Rohöl am Montag um rund -4% verbilligte. Loretta Mester, Präsidentin der Distriktnotenbank Cleveland, erklärte, die Lage in China könnte die Probleme in den globalen Lieferketten erneut verschärfen und damit auch die US-Teuerung weiter anfachen. Die neusten Zahlen zur amerikanischen Inflationsentwicklung werden heute Nachmittag publiziert.

Derweil sind die Renditen von US-Staatsanleihen weiter gestiegen. Zehnjährige US-Treasuries rentierten am Montag bis zu 2.78% und notierten damit so hoch wie zuletzt im Januar 2019. Der jüngste Renditesprung wird durch die bevorstehende aggressive Straffung der US-Geldpolitik getrieben, die das Fed zur Eindämmung der Inflation in Aussicht gestellt hat. Umso genauer werden Anleger die Entwicklung der Konsumentenpreise unter die Lupe nehmen.

Die grössten Verluste an den US-Aktienmärkten verzeichneten einmal mehr Technologieaktien, die deutlich unter den anziehenden Zinsen leiden dürften. Der Nasdaq Composite büsste am Montag -2.2% ein. Der S&P 500 verlor -1.7% und der Dow Jones gab -1.2% nach.

Auch an den asiatischen Börsen geht es nach den deutlichen Verlusten des Vortages erneut abwärts. Der Hang Seng verliert in Hongkong -0.8% und der Shanghai Composite gibt -0.7% nach. In Tokio verliert der Nikkei -1.8%.

Auftakt zur Gewinnsaison

Der nächste Härtetest für die Aktienmärkte steht bereits unmittelbar bevor, denn diese Woche fällt an der Wall Street der Startschuss zur Gewinnsaison des ersten Quartals. Den Auftakt machen traditionsgemäss die US-Grossbanken, wobei JPMorgan Chase am Mittwoch die Zahlen vorlegt, gefolgt von Citigroup, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Wells Fargo am Donnerstag. Anleger erwarten die Quartalsausweise mit Spannung, um einen Eindruck zu gewinnen, wie die Unternehmen die steigenden Kosten verkraften – denn von Löhnen über Material bis zu Energie haben sich die Preise seit Jahresbeginn auf breiter Front verteuert. In diesem Umfeld profitieren Unternehmen, die den Preisanstieg wenigstens teilweise an ihre Kunden weitergeben können. Ein besonderes Augenmerk wird somit auf den Margen liegen.

Der Datendienstleister FactSet schätzt, dass die S&P-500-Konzerne für das erste Quartal auf aggregierter Basis eine Gewinnmarge von 12.1% ausweisen werden. Das liegt etwas unter den Werten der Vorquartale, aber nach wie vor über dem fünfjährigen Schnitt von 11.2%. Die Unternehmensgewinne dürften im Jahresvergleich um +4.5% steigen, berechnet FactSet. Dies, nachdem sie im Schlussquartal 2021 mehr als +31% geklettert sind. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren dürften aber erheblich sein. Während die Energiebranche ihren Gewinn im Jahresvergleich fast verdreifachen könnte, muss sich beispielsweise der Finanzsektor auf einen Gewinnrückgang einstellen, prognostizieren Analysten.

Russland droht der Staatsbankrott

Die Gefahr einer Staatspleite von Russland ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen: Das Land hat seine Zahlungsverpflichtungen verletzt und ausstehende Schulden in Rubel statt wie vorgesehen in US-Dollar beglichen. Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat daraufhin die Kreditwürdigkeit von Russland erneut herabgestuft und die Bewertung auf «Selective Default» gesenkt. Moskau hat nun dreissig Tage Zeit, seinen Verpflichtungen doch noch nachzukommen. Zugleich stellt S&P die Kreditbewertung von Russland ein und folgt damit dem Beispiel der Ratingagenturen Moody’s und Fitch. Die Agenturen setzen damit die Sanktionen der EU um, die es verbieten, die russische Bonität weiterhin zu bewerten.

Wegen der westlichen Sanktionen ist der Zugang des Kremls zum Kapitalmarkt stark eingeschränkt, zudem sind die russischen Devisenreserven weitgehend blockiert. Der russische Wirtschaftsminister Anton Siluanow erklärte kürzlich in einem Interview, Russland werde im laufenden Jahr keine Staatsanleihen mehr platzieren und verwies auf die hohen Schuldzinsen. Siluanow geht aber davon aus, dass Russland die laufenden Staatsausgaben durch die Einnahmen aus dem Verkauf von Energie decken kann. So zahlt allein die EU täglich 1 Milliarde Euro für Öl- und Gaslieferungen.

Wirtschaftskalender 12. April

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEVerbraucherpreisindex (März, M/M)+2.5%
11:00EZZEW-Konjunkturerwartungen (April)38.7
14:30USAVerbraucherpreisindex (März, J/J)+7.9%

Unternehmenskalender 13. April

LandUnternehmenPeriode
CHBarry CallebautQ2 2022
USAJPMorgan ChaseQ1 2022

Quelle: BondWorld.ch


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