LGT Navigator : Die Angst vor einem unmittelbar bevorstehenden Einmarsch Russlands in die Ukraine strapaziert weiterhin die Nerven an den Kapitalmärkten. Noch ist aber die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung nicht erloschen.
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Um doch noch eine friedliche Lösung zu erreichen, wollen sich nun US-Präsident Joe Biden und Russlands Präsident Wladimir Putin treffen und direkte Gespräche führen. Zuvor war in der Ostukraine die Waffenruhe zigfach gebrochen worden und Russland kündigte ein Manöver mit Einsatz ballistischer Raketen an. Die Spannungen rund um den Ukraine-Konflikt werden die Nerven der Investoren weiterhin stark strapazieren, die Volatilität hoch halten und die Risikoaversion verstärken.
Das Spitzentreffen wurde von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingefädelt. Macron und Putin sollen zudem vereinbart haben, dass angesichts der aufgeflammten Gewalt in der Ostukraine, die Suche nach Lösungen intensiviert werden soll. Macron hatte am Sonntagabend sowohl mit Präsident Putin als auch mit Biden telefoniert. Als Vorbereitung des Treffens auf höchster Ebene sollen sich zuvor die Aussenminister der USA und Russlands, Antony Blinken und Sergej Lawrow, treffen.
An der New Yorker Börse sorgte der hohe Grad an Unsicherheit weiterhin für Verluste. Der Dow Jones Industrial verlor am Freitag weitere -0.68% und schloss bei 34’079.18 Punkten. Auf Wochensicht verbuchte der Dow damit ein Minus von knapp zwei Prozent. Der S&P 500 gab um -0.72% nach und beendete die letzte Woche bei 4’348.87 Zählern. An der Technologiebörse Nasdaq summierten sich die Verluste auf gut ein Prozent. Auch an Asiens Börsenplätzen dominieren zu Wochenbeginn die anhaltenden geopolitischen Spannungen.
Münchner Sicherheitskonferenz im Bann des Konflikts mit Russland
An der alljährlichen Münchner Sicherheitskonferenz betonte US-Aussenminister Antony Blinken am Freitag erneut die hohe Gefahr einer militärischen Eskalation in der Ukraine-Krise. Die US-Regierung und ihre Partner seien zutiefst besorgt. Die Amerikaner und die europäischen Verbündeten betonten vor allem die Einigkeit ihrer Allianz gegenüber Russland und hoffen weiterhin auf eine diplomatische Lösung. Die grösste Stärke der westlichen Partner sei ihre Zusammenarbeit und Solidarität, so Blinken. Die NATO geht aber weiterhin von einer hohen Wahrscheinlichkeit aus, dass Russland eine umfassende Attacke auf das Nachbarland Ukraine plant. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg meinte: «Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Russland einen vollständigen Angriff auf die Ukraine plant». Moskau streitet Angriffspläne weiterhin kategorisch ab. Auch die US-Regierung hatte ihre Warnung vor einem Angriff Russlands bekräftigt. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat unterdessen seine Dialogbereitschaft mit Russland betont und zugesichert, nicht auf Provokationen moskautreuer Separatisten in der Ostukraine zu reagieren.
UN-Generalsekretär fordert Deeskalation
UN-Generalsekretär António Guterres rief alle Parteien im Ukraine-Konflikt auf die Lage zu deeskalieren und in der Rhetorik extreme Vorsichtig walten zu lassen. Es gebe keine Alternative zur Diplomatie, meinte der höchste Vertreter der Vereinten Nationen an der Münchner Sicherheitskonferenz.
EZB-Falken verschaffen sich immer mehr Gehör
EZB-Ratsmitglied Peter Kazimir sprach sich vor dem Hintergrund der hohen Inflation im Euroraum für eine straffere Geldpolitik aus und forderte, die milliardenschweren Wertpapierkäufe bald zu beenden. Ein Ende des allgemeinen Kaufprogramms APP sei im Sommer vorstellbar, meinte der slowakische Notenbankchef. Das Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP soll bereits im März beendet werden. Zudem sprach sich der ranghohe EZB-Vertreter für mehr Flexibilität aus, respektive in der «Guidance» Wertpapierkäufe und Zinsschritte unabhängig voneinander zu behandeln. Ähnlich hatten sich zuvor auch schon andere EZB-Ratsmitglieder geäussert. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte zuletzt eine Zinserhöhung in diesem Jahr nicht mehr ausgeschlossen.
Leichte Entspannung der Inflation in Frankreich
In Frankreich hat sich die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im Januar wie von Ökonomen erwartet etwas abgekühlt. Die Inflationsrate fiel von +3.4% im Dezember auf +3.3% zurück.
Wirtschaftskalender 21. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:00 | USA | Feiertag (Washington Birthday) | |
| 08:00 | DE | Erzeugerpreise (Januar, J/J) | +24.2% |
| 09:15 | FR | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Februar) | 52.7 |
| 09:30 | DE | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Februar) | 53.8 |
| 10:00 | EZ | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Februar) | 52.3 |
| 10:30 | GB | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Februar) | 54.2 |
Unternehmenskalender 22. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Fresenius | Jahreszahlen |
| GB | HSBC | Jahreszahlen |
| NOR | Norsk Hydro | Jahreszahlen |
| ESP | Endesa | Jahreszahlen |
| USA | Home Depot | Jahreszahlen |
| USA | Medtronic | Q3 |
| USA | Agilent Technologies | Q1 |
| USA | Macy’s | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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