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LGT Navigator : Gold legt zu – Fiskalpolitik belastet die Märkte

LGT Navigator : Die Goldpreise erreichten Mitte der Woche ein Rekordhoch angesichts zunehmender fiskalischer und zollbezogener Sorgen, wobei die Gewinne jedoch durch einen stärkeren US-Dollar begrenzt wurden.

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Die US-Aktien schlossen am Dienstag schwächer, da steigende Anleiherenditen und Schwäche im Technologiesektor die Märkte belasteten. Nachbörslich konnte Alphabet nach einem positiven Urteil im Kartellrechtsfall zulegen. Die meisten asiatischen Börsen folgten der weltweiten Abwärtsbewegung, wobei auch robuste volkswirtschaftliche Daten die Märkte nicht stützen konnten. Europäische Aktien gerieten ebenfalls unter Druck, belastet durch anhaltende Inflation und fiskalische Unsicherheit, und das britische Pfund gab aufgrund von Sorgen um die öffentlichen Finanzen im Vereinigten Königreich nach. Die Anlegerinnen und Anleger richten ihr Augenmerk nun auf einen ereignisreichen Tag mit der Veröffentlichung von Einkaufsmanagerindizes (PMI) in Europa sowie wichtigen US-Arbeitsmarktdaten.

Die Goldpreise stiegen auf ein Allzeithoch von über USD 3530 je Unze und wurden von anhaltenden Sorgen über den globalen fiskalischen Ausblick und Unsicherheiten rund um US-Handelszölle gestützt. Der Aufwärtstrend beim Edelmetall wurde jedoch durch die Aufwertung des US-Dollars gebremst, wobei sich der US-Dollar-Index am Dienstag um 0.6% erhöhte. Die Gewinne folgten auf ein Urteil eines US-Berufungsgerichts, das die Rechtmässigkeit der meisten Zölle von US-Präsident Trump in Frage stellte und damit die Marktvolatilität erhöhte; zugleich stützten Erwartungen auf eine Zinssenkung der Federal Reserve (Fed) noch in diesem Monat den gesamten Metallmarkt.

US-Aktien geben nach, während Anleiherenditen steigen

Die wichtigsten US-Aktienindizes verloren am Dienstag an Wert, da höhere Renditen für Staatsanleihen und deutliche Verluste bei Technologiewerten die Märkte belasteten. Der Dow Jones Industrial Average schloss 0.6% tiefer bei 45’295.81 Punkten, während der Nasdaq 100 um 0.8% und der S&P 500 um 0.7% nachgaben. Höhere Renditen, wobei die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen sich der Marke von 5% näherte, setzten insbesondere stark bewertete Technologiewerte wie Amazon, Nvidia und Apple unter Druck. Alphabet-Aktien legten am Dienstag im nachbörslichen Handel um fast 7% zu, nachdem ein US-Bundesrichter urteilte, dass Google seinen Chrome-Browser und die Android-Plattform behalten darf, und damit Forderungen nach einer erzwungenen Aufspaltung im laufenden Kartellrechtsverfahren zurückwies.

US-Industrie schrumpft sechsten Monat in Folge

Die US-Industrieproduktion ging im August bereits den sechsten Monat in Folge zurück. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie (PMI) stieg zwar leicht auf 48.7, ein Plus von 0.7 Prozentpunkten gegenüber Juli, blieb damit aber unter der Schwelle von 50, die für Wachstum steht. Die Auftragseingänge zogen auf 51.4 an und signalisierten damit erstmals seit sechs Monaten wieder Wachstum, während die Produktion mit 47.8 erneut schrumpfte und die Beschäftigung bei schwachen 43.8 verharrte. Zölle und Kostendruck wurden von Befragten als zentrale Herausforderungen genannt, wobei die meisten wichtigen Branchen weiterhin unter rückläufiger Nachfrage und Arbeitsplatzabbau litten.

Aktienmärkte im Asien-Pazifik-Raum schwächer trotz positiver Daten

Die Aktienmärkte im Asien-Pazifik-Raum gaben am Mittwoch überwiegend nach und folgten damit den Verlusten an der Wall Street. Japans Nikkei 225 notierte 0.9% tiefer, während Australiens S&P/ASX 200 um 1.7% nachgab. Der Rückgang der australischen Aktien erfolgte trotz eines Wachstums des Bruttoinlandprodukts um 1.8% im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr – das stärkste Wachstum seit September 2023 und über den Markterwartungen. Die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer zeigten sich dennoch verunsichert, da die Reserve Bank of Australia ihre Wachstumsprognose für 2025 auf 1.7% senkte und dabei auf eine schwächere öffentliche Nachfrage sowie anhaltende Produktivitätsherausforderungen verwies. Der Hang Seng Index in Hongkong gab 0.8% nach, während Chinas CSI 300 um 1.2% fiel, obwohl PMI-Daten einen stärkeren Anstieg im chinesischen Dienstleistungssektor im August auswiesen, der die Markterwartungen übertraf. Koreas Kospi konnte sich gegen den Trend behaupten und notierte 0.3% im Plus.

Inflation in der Eurozone steigt leicht an

Die Inflation in der Eurozone ist laut Eurostat im August geringfügig auf 2.1% gestiegen, nach 2% im Juli, und bewegt sich damit weiterhin nahe am Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie ausschliesst, verharrte mit 2.3% auf dem Niveau des Vormonats und widersetzte sich damit den Erwartungen eines Rückgangs, während die Teuerung im Dienstleistungsbereich weiter nachliess. Die aktuellen Daten nähren die Erwartungen an den Märkten, dass die EZB bei ihrer kommenden Sitzung die Leitzinsen unverändert lassen wird, auch wenn Zinssenkungen in der Zukunft weiterhin diskutiert werden – vor dem Hintergrund von Anzeichen, dass die Inflation 2026 vorübergehend unter das Ziel fallen könnte. Die europäischen Aktienindizes gaben am Dienstag kräftig nach: Der Euro Stoxx 50 verlor 1.4%, der DAX in Deutschland stürzte um 2.3% ab und Frankreichs CAC 40 gab 0.7% nach. Der Swiss Market Index fiel um 0.6%.

Britisches Pfund leidet unter fiskalischen Sorgen

Das britische Pfund fiel am Dienstag um 1.2% gegenüber dem US-Dollar, da zunehmende Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Finanzen Grossbritanniens den Verkaufsdruck verstärkten. Die Anlegerstimmung wurde zusätzlich durch Unsicherheiten bei den Zollbestimmungen sowie ein US-Gerichtsurteil zur Rechtsmässigkeit einiger US-Zölle getrübt, was die weltweite Volatilität verstärkte. Die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer bleiben beim Ausblick für britische Vermögenswerte vorsichtig, da fiskalische Risiken fortbestehen und internationale Handelspolitik weiterhin im Wandel ist.

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Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Helvetia, Salesforce und Swiss Life.

Konjunkturdaten im Fokus: Einkaufsmanagerindex Frankreich (09:50), Einkaufsmanagerindex Deutschland (09:55), Bruttoinlandsprodukt Italien (10:00), Einkaufsmanagerindex Eurozone (10:00), Einkaufsmanagerindex Grossbritannien (10:30), ADP-Beschäftigungsänderung USA (14:15), JOLTS-Stellenangebote USA (16:00) und Fed Beige Book (20:00).

Quelle: InvestmentWorld.ch


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