LGT Navigator : An den Aktienmärkten hat sich die Stimmung zu Wochenbeginn zunächst etwas aufgehellt, gestützt durch vorsichtigen Optimismus in Bezug auf diplomatische Fortschritte im Ukraine-Krieg und tiefere Ölpreise.
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Die Hoffnung auf einen Durchbruch bei den direkten Gesprächen zwischen den Kriegsparteien schlug aber schnell wieder in Enttäuschung um. Neben der Entwicklung der geopolitischen Krise rückt nun immer stärker der morgen Abend anstehende Zinsentscheid der amerikanischen Notenbank ins Zentrum des Interesses.
Die Erholung an den europäischen Börsen setzte sich an der Wall Street zum Wochenstart nicht fort. Zu gross scheint die Skepsis, dass sich im Krieg in der Ukraine eine Lösung ergeben könnte. Der Dow Jones Industrial verharrte am Montag bei 32’945.24 Punkten praktisch unverändert zum Freitagsschluss. Für etwas Entlastung sorgten tiefere Notierungen beim Ölpreis. Der S&P 500 gab hingegen bis zum Handelsschluss um -0.74% auf 4’173.11 Punkte nach und an der Technologiebörse Nasdaq fielen die Indizes im Vorfeld der antizipierten ersten Zinserhöhung des Fed um fast -2%. Stark unter Druck standen insbesondere in den USA notierte chinesische Tech-Konzerne. Beispielsweise verloren die Aktien des chinesischen Online-Konzerns Alibaba gut -10%.
Am Anleihenmarkt kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bis auf 2.14% und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte 2019.
In Asien tendieren die Aktienmärkte am Dienstag mehrheitlich im negativen Bereich, belastet durch die geopolitischen Unsicherheiten und die neuerliche Covid-19-Welle in China.
Weitere Gesprächsrunde zwischen Russland und der Ukraine ohne greifbare Ergebnisse
Die bereits vierte Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine – diesmal per Video – stellte einen erneuten Versuch dar, einen Ausweg aus dem Konflikt zu finden. Bisher jedoch ohne greifbare Ergebnisse. Immerhin scheint der Wille zu direkten Gesprächen noch vorhanden. Ob die Verhandlungen jedoch Früchte tragen werden, scheint angesichts der andauernden schweren Kämpfe in der Ukraine höchst fraglich. US-Präsident Joe Biden schickte unterdessen seinen Sicherheitsberater Jake Sullivan zu Gesprächen mit ranghohen chinesischen Regierungsvertretern nach Rom, um über den Ukraine-Krieg zu sprechen. Dem Weissen Haus zufolge gehe es darum, Kommunikationskanäle offen zu halten.
Steigende Inflation und Ukraine-Konflikt bremsen Schweizer Wirtschaft
Den neusten Prognosen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zufolge wird die Konjunkturentwicklung in der Schweiz derzeit von den gestiegenen Preisen und den geopolitischen Unsicherheiten belastet. Die Expertengruppe des Bundes geht nun im laufenden Jahr von einem BIP-Wachstum von +3.05 aus. In der letzten Prognose vor drei Monaten wurden noch +3.2% in Aussicht gestellt. Für 2023 geht das Seco unverändert von einem Wirtschaftswachstum von +1.7% aus. Belastend wirkten sich vor allem die indirekten Effekte des Kriegs in der Ukraine in Form höherer Preise für Energie und Industriemetalle aus. Damit sei international weiterhin mit einem erhöhten Teuerungsdruck zu rechnen. Die Aufwertung des Schweizer Frankens begrenze aber den Preisdruck. In dem gestern vorgestellten Ausblick wird 2022 von einer Jahresinflationsrate von +1.9% ausgegangen, verglichen mit der vorherigen Projektion von +1.1% im Dezember.
EZB ist nicht zufrieden mit der Offenlegung von Klima- und Umweltrisiken der Banken
Die Europäische Zentralbank (EZB) weist in einem aktuellen Bericht darauf hin, dass die Banken in der Eurozone in Bezug auf die Offenlegung von Risiken des Klimawandels die Erwartungen bisher nicht erfüllt hätten. Zwar habe es seit Ende 2020 Verbesserungen gegeben, jedoch müssten die europäischen Geschäftsbanken ihre Praktiken unverzüglich anpassen, denn die Regulierung der Offenlegung von Klima- und Umweltrisiken werde in den kommenden Jahren strenger werden. Das Gesamtniveau der Transparenz sei laut EZB immer noch unzureichend.
Wirtschaftskalender 15. März
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Grosshandelspreise (Februar, J/J) | +16.2% |
| 08:00 | GB | Arbeitslosenrate (Januar) | 4.1% |
| 08:45 | FR | Verbraucherpreise (Februar, J/J) | +3.3% |
| 11:00 | DE | ZEW Konjunkturerwartungen Finanzprofis (März) | +54.3 |
| 11:00 | EZ | Industrieproduktion (Januar, M/M) | +1.2% |
| 13:30 | USA | Erzeugerpreise (Februar, J/J) | +8.3% |
| 13:30 | USA | NY Fed Empire State Industrieindex (März) | +3.1 |
| 16:15 | EZ | EZB-Präsidentin Lagarde spricht |
Unternehmenskalender 15. März
| Land | Unternehmen | Periode |
| DE | Volkswagen | Jahreszahlen |
| DE | RWE | Jahreszahlen |
| DE | Fraport | Jahreszahlen |
| SWE | H&M | Q1 Umsatz |
| IT | Generali | Jahreszahlen |
Quelle: BondWorld.ch
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