LGT Navigator : Die rechtsextreme Partei «Fratelli d’Italia» unter der Führung von Giorgia Meloni dürfte letzten Hochrechnungen zufolge in Italien wie im Vorfeld erwartet die Mehrheit der Stimmen erhalten.
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Der politische Rechtsrutsch könnte auch die Europäische Union erschüttern und für politische und wirtschaftliche Instabilität sorgen. An den Aktienmärkten sorgten neuste Konjunkturdaten am Freitag bereits für heftige Verluste.
Das Bündnis um die rechtsradikale Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens) kann nach der Wahl in Italien mit einer Regierungsmehrheit im Parlament rechnen. Hochrechnungen zufolge dürfte das von Giorgia Meloni angeführte Bündnis mit einem Stimmenanteil von rund 26% stärkste Kraft werden. Melonis Koalitionspartner von der rechtspopulistischen Lega und der konservativen Forza Italia rutschten in der Wählergunst dagegen ab. Die bisher mitregierenden Sozialdemokraten erkannten den Sieg der Rechten bereits an und beabsichtigen, in die Opposition zu gehen. Die Partei der «Brüder Italiens» wurde erst 2012 von einer Splittergruppe aus Berlusconis Partei «Il Popolo della Liberta» (The People of Freedom) gegründet und hat ihre Wurzeln ganz rechts des italienischen politischen Spektrums, inklusive Verbindung zum faschistischen Erbe Italiens aus der Mussolini-Zeit.
Kapitalmärkte von Rezessionsängsten getrieben
An den Finanzmärkten dürfte das Wahlergebnis in Italien für zusätzliche Unruhe sorgen. Bereits am Freitag hatten verstärkte Rezessionsängste die Aktienkurse an der Wall Street unter Druck gesetzt und auch in Asien setzt sich der Abwärtstrend zu Wochenbeginn fort. Der Dow Jones Industrial fiel zeitweise um -2.7% deutlich unter die Marke von 30’000 Punkten und erreichte das niedrigste Niveau seit Ende 2020. Zum Schluss resultierte am Freitag ein Tagesverlust von -1.62% und der Dow ging bei 29’590.41 Punkten aus dem Handel. Der S&P 500 schloss -1.72% tiefer bei 3’693.23 Punkten und an der Nasdaq fielen die Indizes um rund -1.7%.
Am Anleihemarkt kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise bis auf 3.83% – ein 12-Jahreshoch – und notiert aktuell bei 3.75%. Angesichts des starken Anstiegs der Zinsen an den Kapitalmärkten erreichte der Goldpreis jüngst den tiefsten Stand seit April 2020. Zu Wochenbeginn notiert die Feinunze des Edelmetalls bei rund USD 1’637. Am Devisenmarkt flüchteten Anleger in den US-Dollar und der Euro fiel auf den niedrigsten Stand seit rund 20 Jahren.
Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum sind zum Wochenstart teilweise stark unter Druck. In Tokio notiert der Nikkei 225 rund -2.4% tiefer und der südkoreanische Kospi verliert etwa -2.7%. Der Hang Seng Index in Hongkong notiert zum Schluss hingegen leicht im Plus, getrieben von einer Erholung bei den Tech-Werten. Der Hang Seng Tech Index steigt um mehr als +2%. Auf dem chinesischen Festland gibt der Shanghai Composite geringfügig nach, während der Shenzhen Component um rund +0.6% zulegt. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans fällt um rund -1.2%.
Europäische Unternehmen werden immer pessimistischer
Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft von S&P Global signalisierte eine weitere Eintrübung der Unternehmensstimmung im Euroraum – dies sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor. Der PMI gab im September von 48.9 Punkten im Vormonat auf 48.2 nach, womit der tiefste Wert seit 20 Monaten registriert wurde. Nach Einschätzung von S&P-Chefökonom Chris Williamson muss angesichts der sich verschlechternden Geschäftslage und des zunehmenden Preisdrucks infolge steigender Energiekosten mit einer Rezession in der Eurozone gerechnet werden.
Das gleiche Bild zeichnete der PMI für Grossbritanniens Dienstleistungs- und Industriesektor. Der PMI fiel im September stärker als erwartet um 1.2 auf 48.4 Punkte – der tiefste Stand seit Januar 2021. S&P kommentierte: «Die wirtschaftliche Misere des Vereinigten Königreichs hat sich im September verschärft».
Wirtschaftskalender 26. September
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | BIP Q3 (Q/Q) | +0.1% |
| 10:00 | DE | Ifo Geschäftsklimaindex (September) | +88.5 |
| 14:30 | USA | Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex (August) | +0.27 |
| 15:00 | EZ | EZB Präsidentin Lagarde spricht | |
| 19:00 | DE | Bundesbankpräsident Nagel spricht |
Unternehmenskalender 27. September
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Georg Fischer | Kapitalmarkttag |
Quelle: BondWorld.ch
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