LGT Navigator: Vor dem Hintergrund eines anhaltend steigenden Inflationsdrucks zeigten sich Aktienanleger zurückhaltender und nutzten die hohen Niveaus zu Gewinnmitnahmen.
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Gleichzeitig legten die Renditen von US-Staatsanleihen zu. Mit Spannung werden heute die neusten Daten zu den US-Verbraucherpreisen erwartet. Ein kräftiger Anstieg der amerikanischen Erzeugerpreise deutete bereits auf einen anhaltenden Inflationsdruck hin.
Der Dow Jones Industrial gab zum Schluss -0.31% auf 36’319.98 Punkte nach. Der S&P 500 -gab ebenfalls um -0.35% auf 4’685.25 Zähler nach. Im Mittelpunkt standen die Aktien des Elektroautobauers Tesla, die am Dienstag um fast -12% eingebrochen sind. Zuvor hatten auch die europäischen Aktienindizes mehrheitlich nachgegeben. Insgesamt aber von hohem Niveau aus. Der EuroStoxx 50 schloss -0.18% tiefer bei 4’344.63 Punkten. In Asien tendierten die Aktienmärkte zur Wochenmitte tendenziell negativ und vor den heute Nachmittag anstehenden Verbraucherpreisdaten aus den USA dürfte dasselbe Bild heute auch an Europas Börsen zu erwarten sein.
Stärkster Anstieg der Erzeugerpreise in China seit 26 Jahren
In China erreichte das Preisniveau auf Produzentenebene im Oktober den höchsten Stand seit 1995. Angesichts der Energieknappheit und stark steigender Kohlepreise stiegen die Erzeugerpreise (PPI) im Vergleich zum Vorjahr um +13.5% (Analystenkonsens +12.4%) und damit stärker als im September (+10.7%).
Auch in den USA nimmt der Inflationsdruck von Seiten der Produzenten nimmt zu
Die Erzeugerpreise in den Vereinigten Staaten haben im Oktober kräftig zugelegt. Auf Jahressicht stiegen die Preise auf Produzentenebene um +8.6% und im Vergleich zum Vormonat um +0.6%. Getrieben wurde der Preisanstieg durch anhaltend höhere Transportkosten aufgrund gestörter Lieferketten sowie durch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stieg die Kernrate im Oktober um +6.2%. Der Anstieg der Erzeugerpreise fliesst zeitlich verzögert teilweise in die Verbrauchpreise ein und gilt deshalb als Frühindikator für die Inflationsentwicklung. Die aktuellen US-Verbraucherpreise werden heute Nachmittag mit Spannung erwartet.
EZB sollte sich auf höhere Inflation einstellen, warnt ein Ratsmitglied
Nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Klaas Knot sollte die Inflationsrate im Euroraum Ende nächsten Jahres wieder unter die Marke von zwei Prozent fallen, jedoch müsse sich die EZB auf ein weniger günstiges Szenario vorbereiten. Aus heutiger Sicht sei der steigende Inflationsdruck «weitgehend vorübergehender Natur» so Knot. Die treibenden Faktoren wie Engpässe in den Lieferketten oder Energiepreiserhöhungen könnten aber durchaus auch dauerhafter sein, als bisher angenommen. Die EZB müsse sich deshalb auch auf Aufwärtsszenarien vorbereiten, meinte der niederländische Zentralbankchef.
Optimistischere Konjunktureinschätzung deutscher Finanzprofis
Die Wirtschaftserwartungen der vom Mannheimer Konjunkturforschungsinstitut ZEW regelmässig befragten Analysten und Investoren haben sich im November unerwartet aufgehellt. Das Erwartungsbarometer legte dabei um 9.4 auf +31.7 Punkte zu, nachdem der Index zuvor fünf Monate in Folge gefallen war. Das Ergebnis ist deutlich besser als vom Konsens mit +20.0 Zählern erwartet. Während der Ausblick für die deutsche Wirtschaft optimistischer beurteilt wird, trübte sich die Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage im November stärker als erwartet ein. Die Umfragewerte für die Eurozone spiegelten diese Beurteilung. Laut ZEW gehen die befragten Finanzmarktprofis im aktuellen Quartal davon aus, dass die Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten sowie die hohe Inflationsrate die konjunkturelle Entwicklung weiterhin belasten werden.
Wirtschaftskalender 10. November
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Verbraucherpreise (September, J/J) | +4.6% |
| 10:00 | IT | Industrieproduktion (September, M/M) | -0.2% |
| 14:30 | USA | Verbraucherpreise (Oktober, M/M) | +0.4% |
| 14:30 | USA | Verbraucherpreise (Oktober, J/J) | +5.4% |
| 14:30 | USA | Kern-Verbraucherpreise (Oktober, J/J) | +4.0% |
| 14:30 | USA | Erstanträge Arbeitslosenverischerung (wöchentlich) | 281’000 |
Unternehmenskalender 10. November
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Barry Callebaut | Q3 |
| GE | Allianz | Q3 |
| DE | Adidas | Q3 |
| DE | E.ON | Q3 |
| DE | Continental | Q3 |
| DE | Infineon | Q3 |
| AUT | Voestalpine | Q3 |
| NL | Ahold Delhaize | Q3 |
| FR | EdF | Q3 |
| FR | Engie | Q3 |
| FR | Alstom | Q3 |
| GB | Marks & Specncer | Q3 |
| USA | Walt Disney | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
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