LGT Navigator : Nachdem Japans Zentralbank mit einer Ausweitung ihres Zielbandes zur Kontrolle der langfristigen Kapitalmarktzinsen eine möglicherweise zukünftig restriktivere Ausrichtung ihrer Geldpolitik angedeutet hatte, stabilisierten sich die Aktienbörsen in Asien mehrheitlich von den Turbulenzen zu Wochenbeginn.
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Auch an der Wall Street gelang es den Indizes nach vier Verlusttagen in Folge den Trend vorerst zu stoppen. Für eine Jahresendrally scheint es an Impulsen zu fehlen und die Börsenstimmung bleibt nach den Zentralbankentscheiden der letzten Woche mehrheitlich negativ geprägt.
In New York beendete der Dow Jones Industrial den Montagshandel bei 32’849.74 Punkten mit einem moderaten Tagesgewinn von 0.28%. Der breite S&P 500 legte um 0.1% auf 3’821.62 Punkte zu, während die Nasdaq-Indizes rund 0.1% verloren. Im Mittelpunkt bleibt die Geldpolitik im Kampf gegen die hohe Inflation, die weitere Entwicklung der Energiepreise und die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Im US-Immobiliensektor bremsen die stark gestiegenen Hypothekenzinsen weiterhin die Bautätigkeit. So brach die Zahl der Baugenehmigungen im November um 11.2% gegenüber dem Vormonat ein. Analysten hatten mit einem Rückgang um 2.1% gerechnet. Die Neubaustarts gingen gleichzeitig weniger stark als erwartet um 0.5% zurück (Konsens -1.8%). US-Staatsanleihen gerieten nach der überraschenden Ankündigung der Bank of Japan unter Druck. In der Folge stieg die Rendite zehnjähriger Treasuries auf 3.7%.
Tokioter Börse und Yen stabilisieren sich nach Bank of Japan-Entscheid
Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum tendierten am Dienstag uneinheitlich. In Japan setzte sich die zweitägige Verlustserie fort und der Nikkei 225 handelt kurz vor Schluss rund 0.6% tiefer. Der japanische Yen legte im Zuge der geldpolitischen Anpassung der Bank of Japan gegenüber dem US-Dollar von rund 137 auf 132 zu und scheint sich nun zu stabilisieren. Japans Zentralbankchef Haruhiko Kuroda betonte unterdessen, dass die Geldpolitik der Bank of Japan weiterhin expansiv bleibe. In Hongkong notierte der Hang-Seng-Index rund 0.2% höher und auf dem chinesischen Festland fiel der Shanghai Composite um 0.3%.
Bundesbankpräsident geht erst ab 2024 von deutlich geringerer Inflation aus
Nach Einschätzung des deutschen Notenbankchefs Joachim Nagel wird die Inflation im Euroraum für längere Zeit auf hohem Niveau verharren und erst ab 2024 wieder in Richtung des von der EZB angestrebten Ziels von zwei Prozent sinken. Die getätigten Zinsstraffungen der EZB werden ihre Wirkung erst nach etwa 18 bis 24 Monaten entfalten, so Nagel. Für das laufende Jahr prognostiziert die EZB eine Teuerungsrate im Euroraum von durchschnittlich 8.4%. Im kommenden Jahr soll die Inflation dann auf 6.3% zurückgehen und 2024 auf 3.4% und 2025 auf 2.3% sinken.
In Deutschland schwächt sich der Anstieg der Erzeugerpreise ab
Der Preisauftrieb auf Erzeugerebene bei deutschen Unternehmen hat sich im November weiter abgekühlt. Im Jahresvergleich stiegen die Produzentenpreise noch um 28.2% verglichen mit einer Zunahme von 34.5% im Oktober oder 45.8% im September. Im Monatsvergleich gingen die Erzeugerpreise um knapp vier Prozent zurück. Insbesondere die Energiepreise sind auf Monatssicht kräftig um 9.6% gesunken. Die Entwicklung der Produzentenpreise wirkt sich zeitlich verzögert auf die Verbraucherpreise aus.
Wirtschaftskalender 21. Dezember
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | GfK Konsumklima (Januar) | -40.2 |
| 15:00 | CH | SNB Quartalsbericht | |
| 16:00 | USA | Verbrauchervertrauen (Dezember) | 100.2 |
| 16:00 | USA | Verkäufe bestehender Häuser (November, M/M) | -5.9% |
Unternehmenskalender 21. Dezember
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Micron Technology | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
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