LGT Navigator : Die US-Aktienmärkte schlossen den Handel am Mittwoch mit moderaten Gewinnen ab, doch am Donnerstag blieb die Stimmung an den asiatischen Börsen nach Veröffentlichung der Nvidia-Zahlen verhalten.
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Grund dafür waren insbesondere die schwächer als erwarteten Umsätze im Datacenter-Geschäft sowie anhaltende Exportbeschränkungen nach China. Technologiewerte in Asien entwickelten sich uneinheitlich; Zulieferer von Nvidia bewegten sich in engen Handelsspannen. Der Hang Seng Index in Hongkong blieb hinter den regionalen Börsen zurück. Die europäischen Börsen beendeten den Mittwoch gemischt, während sich das deutsche Verbrauchervertrauen weiter abschwächte. Der Fokus der Märkte richtet sich nun auf die US-Inflationsdaten am Freitag, die Hinweise auf eine mögliche Zinssenkung der Federal Reserve (Fed) im kommenden Monat liefern könnten. Gold notierte um USD 3390 pro Unze, während die Renditen von US-Staatsanleihen weiter nachgaben – die 2-jährige lag knapp über 3.6%, die 10-jährige über 4.2%.
Die Aktien des US-Chipdesigners Nvidia verloren im vorbörslichen Handel am Mittwoch 2.7%, nachdem die Umsätze im Segment Datencenter die Erwartungen verfehlten und Bedenken hinsichtlich der Wachstumsperspektiven in China aufkamen – trotz insgesamt besser als erwarteter Ergebnisse und Prognosen für das dritte Quartal. Im zweiten Quartal stieg der Gesamtumsatz im Jahresvergleich um 56% auf USD 46.74 Milliarden, der Nettogewinn um 59% auf USD 26.42 Milliarden. Die Datencenter-Umsätze blieben allerdings das zweite Quartal in Folge hinter den Schätzungen der Wall Street zurück, und das Unternehmen meldete keine Verkäufe seiner H20-Prozessoren nach China aufgrund von Exportrestriktionen. Damit steigen die Sorgen um künftiges Wachstum in einem wichtigen Markt, was angesichts der hohen Erwartungen in Bezug auf das KI-getriebene Momentum einige Anlegerinnen und Anleger enttäuschte. Auch Taiwan Semiconductor Manufacturing (-1.3%) und Samsung Electronics (-1%) gaben am Donnerstag nach.
Hongkong hinkt den Kursgewinnen asiatischer Aktien hinterher
Die asiatischen Aktienmärkte verzeichneten am Donnerstag leichte Gewinne, wobei Technologiewerte nach den Nvidia-Zahlen uneinheitlich tendierten. Der japanische Nikkei 225 notierte 0.6% fester. Australiens S&P/ASX 200 zeigte sich weitgehend unverändert, während der Hang Seng Index in Hongkong mit einem Rückgang von 1.4% unter Druck stand. Der CSI 300 in Festlandchina bewegte sich kaum. Nvidia-Zulieferer in der Region schwankten in engen Bandbreiten.
Südkoreanische Notenbank hebt Prognosen für 2025 an
Der südkoreanische Kospi legte am Donnerstag um 0.6% zu, nachdem die Bank of Korea ihren Leitzins bereits zum zweiten Mal in Folge unverändert bei 2.5% beliess, um die weiter steigenden Immobilienpreise in Seoul sowie die anhaltenden Risiken der Haushaltsverschuldung genauer zu beobachten. Die Zentralbank hob ihre Inflationsprognose für 2025 leicht auf 2% an und rechnet nun mit einem BIP-Wachstum von 0.9% im kommenden Jahr. Obwohl das Wachstum der Haushaltskredite zuletzt spürbar nachgelassen hat, bleibt das Vertrauen in weiter steigende Immobilienpreise bestehen. Die Nettoexporte leisteten zuletzt einen deutlichen Beitrag zum Wirtschaftswachstum, während die Inlandsnachfrage nur eine moderate Erholung zeigen dürfte.
US-Börsen steigen moderat vor Nvidia-Zahlen
Die wichtigsten US-Aktienindizes verzeichneten am Mittwoch moderate Zugewinne, da Anlegerinnen und Anleger gespannt auf den Nvidia-Quartalsbericht warteten, der nach Börsenschluss veröffentlicht wurde. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 0.3% auf 45’565.23 Punkte, der S&P 500 legte um 0.2% zu und der Nasdaq 100 gewann 0.2%. Die am Freitag anstehenden Inflationsdaten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) dürften weiteren Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Fed im kommenden Monat geben, nachdem die Markterwartungen für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte nach der Ansprache von Fed-Chef Powell in Jackson Hole gestiegen waren.
Deutsches Verbrauchervertrauen fällt erneut im August
Das Verbrauchervertrauen in Deutschland hat sich im August zum dritten Mal in Folge abgeschwächt, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten GfK-Konsumklima-Bericht hervorgeht. Der Indexwert dürfte im September um 1.9 auf minus 23.6 Punkte sinken; im August lag der revidierte Wert bei minus 21.7 Punkten. Ausschlaggebend für die Verschlechterung waren vor allem schwächere Einkommensaussichten, die vor allem auf gestiegene Sorgen um die Arbeitsplatzsicherheit zurückzuführen sind. Zudem haben die Inflationsängste angesichts geopolitischer Risiken und Unsicherheit um die US-Zollpolitik zugenommen. Da sowohl die Anschaffungsneigung als auch die Konjunkturerwartungen gedämpft bleiben, sind die Aussichten auf eine baldige Erholung des deutschen Konsumklimas weiter gesunken. Die europäischen Aktienmärkte schlossen den Mittwoch mit gemischter Entwicklung ab. Der Euro Stoxx 50 stieg um 0.2%, während der DAX um 0.4% nachgab. Der französische CAC 40 legte um 0.4% zu, der Swiss Market Index gewann 0.5%.
USA verdoppeln Zölle auf indische Waren
Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die Zölle auf indische Importe auf bis zu 50% zu verdoppeln, ist am Mittwoch in Kraft getreten und verschärft die Handelskonflikte zwischen beiden Ländern deutlich. Die Zölle, die sich vor allem auf Produkte wie Bekleidung, Edelsteine, Schuhe und Chemikalien richten, folgen auf gescheiterte Verhandlungen und dürften laut Exportverbänden nahezu 55% der indischen Warenexporte in die USA im Wert von USD 87 Milliarden betreffen – bis zu 2 Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Neu-Delhi bereitet Unterstützungsmassnahmen für betroffene Sektoren vor und könnte die Exporte in andere Märkte umleiten; hohe Zölle könnten die Attraktivität Indiens als Fertigungsstandort schmälern. Dennoch dürfte die diversifizierte Exportbasis Indiens zusammen mit einer robusten Binnennachfrage die schlimmsten Auswirkungen abfedern. Der indische Aktienmarkt weitete am Donnerstag seine Verluste aus und der Nifty 50 fiel auf ein Zweiwochentief.
Unternehmens- und Wirtschaftskalender
Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Marvell Technology und Pernod Ricard.
Konjunkturdaten im Fokus: Wirtschafts- und Verbrauchervertrauen Eurozone (11:00), Bruttoinlandsprodukt USA (14:30), wöchentliche Erstanträge Arbeitslosenhilfe USA (14:30).
Quelle: InvestmentWorld.ch
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