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LGT Navigator : Märkte stabilisieren sich trotz US-Regierungsstillstand

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LGT Navigator : Die US-Regierung hat am frühen Mittwoch ihren Betrieb eingestellt, nachdem sich der Kongress nicht auf Finanzierungsbedingungen einigen konnte.

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Die Aktienmärkte zeigten sich jedoch widerstandsfähig und verzeichneten Zugewinne über die wichtigsten Indizes hinweg. Anlegerinnen und Anleger ignorierten die politische Pattsituation und das tägliche Risiko von Zwangsbeurlaubungen, während die US-Aktienindizes anzogen. Auch europäische Aktien schlossen am Dienstag höher. Die asiatischen Börsen präsentierten sich im Mittwochhandel uneinheitlich. Die Renditen von US-Staatsanleihen blieben weitgehend stabil, wobei die zehnjährige Rendite über 4.1% lag und die zweijährige sich nahe 3.6% bewegte. Gold notierte knapp unter den Rekordhöhen von über USD 3860 je Unze.

Die US-Bundesregierung stellte am frühen Mittwoch ihren Betrieb ein, da der Kongress keine Einigung über ein Übergangsfinanzierungsgesetz erzielen konnte. Die Differenzen zwischen Republikanern und Demokraten drehten sich vor allem um eine Verlängerung von Steuervergünstigungen im Gesundheitsbereich. Das Congressional Budget Office schätzte, dass der Stillstand die Zwangsbeurlaubung von rund 750’000 Bundesangestellten zur Folge haben wird, mit täglichen Ausfällen von Lohnzahlungen in Höhe von etwa USD 400 Mio. Investorinnen und Investoren in den USA blieben am Dienstag trotz des bevorstehenden Regierungsstillstands und der laufenden Haushaltsverhandlungen weitgehend unbeeindruckt. Der Dow Jones Industrial Average schloss 0.2% höher bei 46’397.89 Punkten, mit einem Anstieg von 1.9% im September und 5.2% im dritten Quartal. Der S&P 500 legte um 0.4% auf 6688.46 Punkte zu, der Nasdaq 100 gewann 0.3%. Trotz der erhöhten Unsicherheit bezüglich des Stillstands rechnet der Markt nur mit begrenzten Auswirkungen auf die Aktienkurse, wenngleich Verzögerungen bei wichtigen Wirtschaftsveröffentlichungen und mögliche Entlassungen seitens US-Präsident Donald Trump weiterhin Risiken darstellen.

US-Verbrauchervertrauen sinkt angesichts Haushaltsunsicherheit

Die Gewinne an der Wall Street kamen trotz schwacher makroökonomischer Daten zustande, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Das US-Verbrauchervertrauen sank im September auf 94.2 und erreichte damit den niedrigsten Wert seit April, unter den Erwartungen des Markts, wie das Conference Board berichtete. Der Lageindex (“Present Situation Index”) verzeichnete den stärksten Rückgang seit rund einem Jahr und spiegelt eine negativere Einschätzung der Geschäftslage und Arbeitsplatzverfügbarkeit wider, die nun nach neun Monaten des stetigen Rückgangs auf einem Mehrjahrestief liegt. Die JOLTS-Daten des Bureau of Labor Statistics zeigten ebenfalls, dass die Zahl der offenen Stellen mit 7.2 Mio. im Wesentlichen unverändert blieb, aber 5.5% unter dem Wert des Vorjahres lag. Sorgen vor einem möglichen Regierungsstillstand und einer sich abschwächenden Lage am Arbeitsmarkt trugen zu einem pessimistischeren Ausblick auf Finanzen und Beschäftigung bei.

Asiatische Börsen uneinheitlich nach US-Stillstand

Die Aktienmärkte im Asien-Pazifik-Raum zeigten sich am Mittwoch uneinheitlich, während Investorinnen und Investoren den US-Regierungsstillstand ignorierten und bescheidene Kursgewinne an der Wall Street nachvollzogen. Japans Nikkei 225 verlor 0.9%, nachdem der Tankan-Index nur eine geringe Verbesserung der Geschäftsstimmung bei den Grossunternehmen zeigte und damit die Erwartungen des Markts verfehlte. Indiens Nifty 50 stieg um 0.3%, nachdem die Reserve Bank of India beschlossen hatte, den Leitzins bei 5.5% zu belassen. Zwar hat sich die Inflation im ersten Quartal deutlich abgeschwächt und der Wert von August lag unterhalb der Zielspanne der Notenbank, dennoch stimmte der Ausschuss einstimmig für eine Beibehaltung des Zinssatzes, da die Gefahr besteht, dass das Wirtschaftswachstum im weiteren Jahresverlauf durch globale Handelsunsicherheiten und erhöhte US-Zölle gebremst werden könnte. Der Kospi in Südkorea legte 0.8% zu, und der Leitindex aus Taiwan führte mit einem Anstieg von 1.1% die regionalen Gewinne an, während die Börsen in Festlandchina und Hongkong wegen eines Feiertags geschlossen blieben.

Schweizer Geschäftslage bleibt im September angespannt

Der KOF-Geschäftslageindikator für die Schweiz verbesserte sich im September 2025 nur geringfügig, nachdem er im Vormonat deutlich eingebrochen war. Die Rahmenbedingungen liegen damit weiterhin unter dem Wert vom Juli, bevor die neuen US-Zölle eingeführt wurden. Die Industrieunternehmen berichteten weiterhin von einer schwachen Nachfrage und sinkenden Auftragsbeständen, während die Geschäftserwartungen – trotz leichter Aufhellung – pessimistisch blieben. Andere Sektoren wie Bau, Finanzwesen und Versicherungen konnten sich leicht erholen, insgesamt unterstreichen die Umfrageergebnisse jedoch die anhaltende wirtschaftliche Schwäche und die andauernde Unsicherheit über die Perspektiven für Schweizer Unternehmen. Der SMI übertraf am Dienstag die europäischen Aktienmärkte und legte 0.7% zu.

Deutsche Wirtschaft stagniert

Die Wirtschaft in Deutschland zeigte im August laut am Dienstag veröffentlichten Daten kaum Dynamik. Die Beschäftigung verharrte auf Vorjahresniveau, die Einzelhandelsumsätze gingen gegenüber Juli um 0.2% zurück, insbesondere die Nachfrage nach Non-Food-Artikeln und Online-Gütern war schwächer. Die verhaltene Konsumlaune ist auf die anhaltende Unsicherheit über die Perspektiven der grössten Volkswirtschaft Europas zurückzuführen, die in den letzten Jahren kaum gewachsen ist. Im September stieg die Inflation auf 2.4% im Jahresvergleich und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang 2024, was den Druck auf die Haushaltsbudgets erhöht. Das Zusammenspiel aus stagnierendem Beschäftigungswachstum, rückläufigen Umsätzen und steigenden Preisen signalisiert weiterhin schwaches Konsumentenvertrauen und eine vorsichtige Einschätzung der kommenden Monate. Der Euro Stoxx 50 legte am Dienstag um 0.4% zu, der DAX in Deutschland gewann 0.6% und der CAC 40 in Frankreich stieg um 0.2%.

Britisches Wirtschaftswachstum verlangsamt sich im zweiten Quartal

Das Wachstum des britischen Bruttoinlandprodukts fiel im zweiten Quartal 2025 gemäss am Dienstag veröffentlichten offiziellen Daten auf 0.3%, nach 0.7% zu Jahresbeginn. Die britische Wirtschaft war im ersten Halbjahr das am schnellsten wachsende Mitglied der G7, wobei ein Teil des Zugewinns allerdings auf temporären Effekten wie einem Anstieg der Exporte vor Einführung neuer US-Zölle beruhte. Das Leistungsbilanzdefizit weitete sich auf 3.8% des BIP aus und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Jahren, wobei höhere Dividendenzahlungen an ausländische Investorinnen und Investoren als wichtiger Treiber genannt wurden. Der Ausblick für das zweite Halbjahr ist weniger vorteilhaft, da die Regierung im Budget im November unter zunehmendem Druck steht, die Steuern zu erhöhen, während das Wachstum der Konsumausgaben verhalten bleibt und die Investitionen der Unternehmen nur schwach zulegen.

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Quelle: InvestmentWorld.ch


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