LGT Navigator : Der US-Technologieriese Meta Platforms hat am Donnerstag mehr als einen Viertel seines Börsenwerts verloren und die US-Aktienmärkte nach unten gezogen.
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Die guten Quartalszahlen von Amazon dürften heute aber für Unterstützung an der Wall Street sorgen. Die Europäische Zentralbank hält vorerst an ihrer lockeren Geldpolitik fest, sie hat jedoch ihre Einschätzung zur Inflationsentwicklung angepasst.
Der Quartalsabschluss von Meta Platforms hat Anlegern am Donnerstag die Stimmung verdorben und die jüngste Rally an der Wall Street abrupt gestoppt. Der Technologieindex Nasdaq Composite verzeichnete den grössten Verlust seit September 2020 und büsste rund -3.7% ein. Der S&P 500 erlebte den schlechtesten Tag seit fast einem Jahr.
Die Titel von Meta sind am Donnerstag mehr als 26% eingebrochen, nachdem der Konzern die Wachstumserwartungen für das erste Quartal gedämpft hat. Der Börsenwert des Tech-Riesen ist damit um mehr als USD 232 Mrd. geschrumpft. Die Eigentümerin von Facebook leidet unter anderem unter neuen Datenschutzbestimmungen von Apple, die die Personalisierung von Anzeigen erschweren und damit die Werbeeinnahmen schmälern. Im laufenden Jahr könnten dadurch Einnahmen von mehr als USD 10 Mrd. verloren gehen, schätzt Meta. Das entspricht rund 8% des Jahresumsatzes 2021. Zudem verwies CEO Mark Zuckerberg auf die wachsende Konkurrenz im Werben um die Aufmerksamkeit der Kunden und nannte in diesem Zusammenhang den chinesischen Videodienst TikTok.
Heute dürften die amerikanischen Aktienmärkte dennoch freundlich eröffnen, signalisieren die Futures-Märkte. Für Unterstützung sorgt das gute Quartalsergebnis von Amazon: Der E-Commerce-Gigant hat den Gewinn im abgelaufenen Quartal fast verdoppelt. Die Aktien stiegen im nachbörslichen Handel mehr als 14%. Für Furore sorgte auch Snap. Die Snapchat-Mutter verzeichnete das erste profitable Quartal seit ihrem Börsengang, die Titel schossen daraufhin knapp 60% in die Höhe.
Mit Spannung erwarten Anleger zudem den US-Arbeitsmarktbericht vom Januar, der am Nachmittag (MEZ) veröffentlicht wird. Analysten prognostizieren gemäss Reuters einen Zuwachs von 150’000 Stellen in der Privatwirtschaft, nachdem im Dezember 199’000 neue Jobs geschaffen wurden. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 3.9% verharren.
EZB hält die Füsse still
Die Europäische Zentralbank hält vorerst an ihrem lockeren geldpolitischen Kurs fest. So haben die Währungshüter am Donnerstag beschlossen, die Leitzinsen auf Rekordtiefs zu belassen und die milliardenschweren Anleihenkaufprogramme weiterzuführen. Dennoch bleibt nicht alles beim Alten, denn anders als im Dezember schliesst die Zentralbank eine Zinserhöhung dieses Jahr nicht mehr kategorisch aus. Grund für diesen Wandel sind die steigenden Verbraucherpreise im Währungsraum, die zum Jahresauftakt so schnell geklettert sind wie nie seit Einführung des Euro. So erklärte Notenbankchefin Christine Lagarde, die Inflationsentwicklung sorge im EZB-Gremium einhellig für Besorgnis. Bislang hatte die EZB die hohe Teuerung als vorübergehendes Phänomen eingestuft. Die Situation habe sich inzwischen aber geändert und die Inflationsrisiken würden nach oben tendieren, sagte Lagarde nun an der Pressekonferenz. Einen baldigen Zinsanstieg schliessen die Währungshüter aber nach wie vor aus. Sie wollen beim Rückzug aus der ultraexpansiven Geldpolitik zuerst die Anleihenkäufe zurückfahren, bevor sie einen Zinsschritt erwägen.
Mehr Aufschluss dürfte das nächste Treffen im März bringen, wenn die EZB ihren aktualisierten Konjunkturausblick vorstellt. Wird die Inflationsprognose dann angehoben, könnte das den Weg für eine schnellere Reduktion der Anleihenkäufe ebnen.
Bank of England erhöht Leitzinsen
Die britische Notenbank hat die Zinsen am Donnerstag das zweite Mal in Folge angehoben. Der Leitzins liegt damit neu bei 0.5%, was einem Zinsschritt von 25 Basispunkten entspricht. Die erste Zinserhöhung hat die BoE im Dezember beschlossen und damit die Phase der rekordniedrigen Zinsen beendet.
Wirtschaftskalender 4. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 11:00 | EZ | Einzelhandelsumsatz (M/M, Dezember) | +1.0% |
| 14:30 | USA | Arbeitsmarktbericht (Januar) | +199’000 |
Unternehmenskalender 4. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Bristol-Myers Squibb | Q4 |
| FR | Sanofi | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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