LGT Navigator

LGT Navigator: Powell holt Börsen auf den Boden der Realität zurück

  • Home
  • LGT Navigator
  • LGT Navigator: Powell holt Börsen auf den Boden der Realität zurück

LGT Navigator : An der mit grosser Spannung erwarteten Rede am Zentralbankentreffen in Jackson Hole schwor US-Notenbankchef Powell die Finanzgemeinde auf einen anhaltenden Kampf gegen die Inflation ein und stellte weitere kräftige Zinserhöhungen in Aussicht.

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


LGT Navigator


An Europas Börsen und auch an der Wall Street sorgten die Aussagen Powells am Freitag für heftige Verluste. Auch in Asien stehen die Aktienmärkte zu Wochenbeginn mehrheitlich stark unter Druck. Am Anleihenmarkt kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen unterdessen auf 3.12% und der US-Dollar drückte den Euro auf rund 0.9920.

«Die Wiederherstellung der Preisstabilität wird wahrscheinlich die Fortsetzung einer restriktiven Geldpolitik für einige Zeit notwendig machen», betonte US-Notenbankchef Jerome Powell am jährlichen Symposium in Jackson Hole. Damit scheint klar, dass das Fed am 21. September die Zinsen womöglich nochmals «aussergewöhnlich kräftig», anheben wird. Der Entscheid werde aber «von der Gesamtheit der eingehenden Daten und den sich entwickelnden Aussichten» abhängig sein, beschwichtigte der oberste Notenbanker der USA. Die historische Erfahrung spreche jedoch gegen eine frühzeitige Lockerung der Geldpolitik. Insgesamt sind die Aussagen von Powell als «hawkisch» zu werten. Zugleich hält sich das Fed mit dem Verweis auf die Datenlage auch eine Türe offen für eine eventuell doch bald wieder moderatere Gangart. Die Hoffnung an den Börsen, dass die US-Notenbank nach dem erstmaligen Rückgang der Inflation in den USA bereits einen Gang zurückschalten könnte, haben sich damit nicht bewahrheitet und Powell hat damit die Börsen auf den Boden der Realität zurückgeholt.

Der Dow Jones Industrial schloss am Freitag bei 32’283.40 Punkten -3.03% tiefer als am Vortag und verbuchte damit auf Wochensicht einen Verlust von -4.2%. Der S&P 500 fiel vor dem Wochenende um -3.37% auf 4’057.66 Zähler zurück und an der Technologiebörse Nasdaq gaben die Indizes um gut -4% nach – der grösste Tagesverlust seit über neun Jahren. In Asien schlossen sich die Aktienindizes mehrheitlich den negativen Vorgaben aus Übersee an. In Tokio notiert der Nikkei 225 zum Wochenstart -2.6% tiefer und der südkoreanische Kospi fällt um -2.25%. Der Hang-Seng-Index in Hongkong gibt um -0.7% nach. In Festlandchina hielten sich die Verluste hingegen in Grenzen: der Shanghai Composite gibt um rund -0.15% nach und der Shenzhen Component verliert rund -0.4%. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien ausserhalb Japans fällt zu Wochenbeginn um rund -1.9%.

Leichte Erholung der US-Konsumentenstimmung

Die Stimmung der amerikanischen Privathaushalte hat sich im August wieder etwas aufgehellt. Der Universität Michigan zufolge kletterte der monatliche Konsumentenvertrauensindex von 51.5 Punkten im Juli auf 58.2 Zähler – ein deutlich besseres Ergebnis als von Analysten im Schnitt mit 55.5 Punkten erwartet. Im Juni hatte die Verbraucherstimmung in den USA ein Rekordtief von 50.0 Punkten erreicht. Unterdessen sind die Konsumausgaben und die privaten Einkommen der amerikanischen Privathaushalte im Juli weniger stark gestiegen als erwartet. Die Konsumausgaben legten um +0.1% zum Vormonat zu (Konsens +0.5%) und die Einkommen stiegen um +0.2% (Konsens +0.6%). Positiv zu werten ist hingegen die Abschwächung des auf den Konsumausgaben basierende Preisindex PCE-Indikators, der auf Jahressicht um +6.3% zulegte (Vormonat +6.8%). Der Index dient insbesondere der US-Notenbank als Orientierung bei der Inflationsentwicklung.

EZB-Ratsmitglied plädiert für kräftige Zinserhöhung

Der österreichische Notenbankpräsident und Mitglied des geldpolitischen Rates der Europäischen Zentralbank (EZB), Robert Holzmann, sprach sich am Rande des Notenbanktreffens in Jackson Hole für eine nochmalige starke Erhöhung des Leitzinses aus. Ein Zinsschritt von 50 Basispunkten sei aus seiner Sicht das Minimum und eine kräftigere Anhebung um 75 Basispunkte sollte seiner Ansicht nach an der nächsten EZB-Ratssitzung am 8. September diskutiert werden. Angesichts der «hawkischen» Aussagen von der US-Notenbankspitze und weiteren Zinsschritten des Fed dürfte die EZB verstärkt unter Druck geraten, eine aggressivere Gangart bei der Zinswende einzuschlagen.

Konsumklima in Deutschland fällt auf Rekordtief…

Die von den Energiekosten getriebene hohe Inflation sorgt in Deutschland für schlechte Stimmung unter den Konsumenten. Gespiegelt wird dies in der neusten Ausgabe des Konsumklimabarometers des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK, das für September einen rekordtiefen Wert von minus 36.5 Punkten zeigte. Im Vergleich zum Vormonat fiel der Indikator nochmals um 5.6 Zähler. Laut GfK legen viele Privathaushalte einen Teil ihres Budgets aus Angst vor einer Energiekrise auf die Seite und die Gefahr einer Rezession wird von den Verbrauchern als hoch eingeschätzt. Die Situation könnte sich in den kommenden Wochen und Monaten noch verschärfen, kommentierte das Institut.

…während sich die Konsumlaune in Frankreich und Italien leicht verbessert hat

Entgegen der Entwicklung in Deutschland hat sich die Stimmung der Verbraucher in Frankreich und Italien im August leicht aufgehellt. Der Index des französischen Statistikamts Insee verbesserte sich von 80.0 auf 82.0 Punkte, nachdem der Indikator zuvor sieben Monate in Folge gefallen war. Ökonomen hatten mit einer weiteren Eintrübung auf 79 Zähler gerechnet. Im Zentrum steht weiterhin der massive Anstieg der Lebenshaltungskosten. In Italien kletterte das Verbrauchervertrauensbarometer im August um 3.5 auf 98.3 Punkte. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 92.5 Punkte gerechnet.

Wirtschaftskalender 30. August

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEImportpreise (Juli, J/J)+29.9%
09:00CHKOF Konjunkturbarometer (August)+90.1
09:00ESVerbraucherpreise (August, J/J) +10.7%
11:00EZWirtschaftsstimmung (August)+99.0
11:00EZKonsumentenvertrauen (August)-24.9
11:00EZGeschäftsklima (August)+1.14
14:00DEVerbraucherpreise (August, J/J)+8.5%
15:00USAS&P/CaseShiller Häuserpreise 20 grösste Städte (Juni, J/J)+20.5%
16:00USAVerbrauchervertrauen (August)+95.7

Unternehmenskalender 30. August

LandUnternehmenPeriode
CHGivaudanH1
DEDZ BankH1
USABest BuyQ2
USA Hewlett-PackardQ3

Quelle: BondWorld.ch


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.