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LGT Navigator: Quartalszahlen der US-Grossbanken belasten Börsenstimmung

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LGT Navigator : Die Talfahrt an der Wall Street setzte sich am Donnerstag fort. Dazu trugen auch die unerwartet schlechten Quartalsergebnisse von JPMorgan Chase und Morgan Stanley bei.

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Die chinesische Wirtschaft ist im zweiten Quartal unerwartet langsam gewachsen. In Italien braut sich derweil eine Regierungskrise zusammen.

Die Verlustserie der US-Börsen setzte sich am Donnerstag fort. Die Aussicht auf eine deutliche Verschärfung der Geldpolitik sorgte für Nervosität unter Anlegern. Nachdem die Teuerung im Juni unerwartet hoch ausgefallen ist, signalisieren die Fed Funds Futures eine Zinserhöhung von +100 Basispunkten am nächsten Treffen der US-Notenbank (Fed), das am 27. Juli stattfindet. Auch die US-Produzentenpreise sind im Juni rasant gestiegen und im Jahresvergleich um +11.3% geklettert. Gleichzeitig steigen die Rezessionssorgen, wie der monatliche Konjunkturbericht des Fed – das Beige Book – bereits am Mittwoch zeigte. Der S&P 500 verlor -0.3% und der Dow Jones gab -0.5% nach. Der Nasdaq Composite büsste -0.3% ein. Damit dämmten die Börsen die Tagesverluste, die teilweise bei deutlich über -1% lagen, ein.

Die ersten Quartalsergebnisse der US-Grossbanken dämpften die ohnehin trübe Stimmung zusätzlich. Die Aktien von JPMorgan Chase büssten -3.5% ein, nachdem das Branchenschwergewicht einen unerwartet deutlichen Gewinnrückgang für das zweite Quartal bekannt gegeben hat und deshalb den Rückkauf eigener Aktien vorerst einstellt. Dabei schmälerten insbesondere die Rückstellungen für drohende Kreditausfälle den Gewinn: JPMorgan wappnet sich mit diesen Reserven für einen möglichen Konjunkturabschwung. Auch Konkurrentin Morgan Stanley vermochte mit ihrem Quartalsausweis nicht zu überzeugen. Die Titel verloren -0.5%. Heute folgen unter anderem die Ergebnisse von Citigroup und Wells Fargo.

Die asiatischen Börsen handeln am Freitag uneinheitlich. In Tokio gewinnt der Nikkei +0.7%. In Hongkong verliert der Hang Seng -1.6% und der Shanghai Composite gibt -0.4% nach.

Chinas Wirtschaft wächst unerwartet langsam

Die strengen Corona-Massnahmen haben Spuren in der chinesischen Wirtschaft hinterlassen. So ist das Wachstum im zweiten Quartal deutlich abgesackt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die zweitgrösste Volkswirtschaft um +0.4% gewachsen, wie das Pekinger Statistikbüro am Freitag mitteilte. Analysten hatten mit einem Plus von +1.2% gerechnet. China weist damit das schwächste Quartalswachstum seit Beginn der Corona-Pandemie aus. Im ersten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung noch um +4.8% zugelegt.

Euro handelt unter Parität

Der Euro bleibt unter Druck. Am Donnerstag fiel er gegenüber dem US-Dollar bis auf USD 0.9952 und lag damit klar unter Parität zum «Greenback». Auch gegenüber dem Schweizer Franken bleibt der Euro schwach. Nachdem er am Mittwoch kurzzeitig unter CHF 0.98 gerutscht war, handelte das Währungspaar am Donnerstag wieder über dieser Marke.

Die Eurozone ist derzeit mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, die sich in der Euroschwäche spiegeln. So haben die steigenden Sorgen vor einer Energiekrise den jüngsten Ausverkauf des Euro befeuert. Zudem braut sich in Italien eine Regierungskrise zusammen. Staatspräsident Sergio Mattarella hat am Donnerstagabend ein Rücktrittsgesuch von Regierungschef Mario Draghi abgelehnt. Draghi muss sich nun der Vertrauensfrage im Parlament stellen. Bereits gestern hatte die Fünf-Sterne-Bewegung erklärt, sie werde dem Ministerpräsidenten nicht das Vertrauen aussprechen. Damit droht Draghis Regierungsbündnis zu zerbrechen.

Die schwache Währung droht, die Belastung durch die hohe Inflation zu verschärfen: Da Energielieferungen üblicherweise in US-Dollar beglichen werden, verteuert die ungünstige Wechselkursentwicklung die Rohstoffe zusätzlich.

EU-Kommission schraubt Inflationserwartungen nach oben

Die EU-Kommission erwartet dieses Jahr rekordhohe Inflationsraten für den Währungsraum. Im Jahresdurchschnitt soll die Teuerung in der Eurozone demnach auf 7.6% klettern, schätzt die Behörde in ihrer Sommer-Konjunkturprognose. Im Frühling hatte sie noch eine Inflationsrate von +6.1% prognostiziert. Für 2023 wird eine Verlangsamung des durchschnittlichen Preiswachstums erwartet (+4%). An der Wachstumsprognose hält die EU-Kommission weitgehend fest: Für den Euroraum erwartet sie ein Plus von +2.6%, nach +2.7% im Mai. Dagegen erwartet sie 2023 eine deutliche Konjunkturabkühlung, wobei das Wachstum auf +1.4% sinken soll.

Wirtschaftskalender 15. Juli

MEZLandIndikatorLetzte Periode
04:00ChinaBruttoinlandprodukt (Q2, J/J) +4.8%
04:00ChinaIndustrieproduktion (Juni, J/J)+0.7%
11:00EZHandelsbilanz (Mai) 
14:30USAEinzelhandelsumsätze (Juni, M/M)-0.3%
14:30USAEmpire-State-Index (Juli)-1.20
15:15USAIndustrieproduktion (Juni, J/J)+5.4%
16:00USAVerbrauchervertrauen50.0

Unternehmenskalender 15. Juli

LandUnternehmenPeriode
CHDKSHQ2
CHEms ChemieQ2
CHRichemontQ2
USABlackRockQ2
USACitigroupQ2
USAWells FargoQ2

Quelle: BondWorld.ch


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