LGT Navigator : Ein starker US-Arbeitsmarktbericht für den Januar und enttäuschende Quartalszahlen aus der Tech-Branche sorgten am Freitag für Ernüchterung bei den Investoren.
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Derweil hat sich die Stimmung in europäischen Unternehmen zum Jahresauftakt verbessert und der IWF erhöhte die Konjunkturprognose für China.
Schwache Vorgaben aus den USA belasten die asiatischen Börsen zum Wochenstart. In Hongkong verliert der Hang Seng 2% und der Shanghai Composite notiert 0.8% schwächer. In Südkorea gibt der Kospi 1.1% nach. Einzig die japanischen Börsen entziehen sich dem Abwärtstrend und der Nikkei gewinnt 0.6%.
Die enttäuschenden Quartalszahlen der zwei Technologie-Giganten Amazon und Alphabet versetzten den amerikanischen Börsen am Freitag einen Dämpfer. Die Titel von Amazon sackten um mehr als 8% ab und die Aktien des Mutterkonzerns von Google büssten knapp 3% ein. Für Unterstützung sorgten die Kursgewinne bei Apple (+2.4%). Der Technologieindex Nasdaq Composite verlor dennoch 1.6%. Der S&P 500 gab 1% nach und der Dow Jones verlor 0.4%. Zwar ist die Aufholjagd im Tech-Sektor zum Wochenschluss ins Stocken geraten. Auf Wochensicht resultierte aber dennoch ein Gewinn von 3.3%. Seit Jahresbeginn haben die Tech-Indizes an der Nasdaq rund 15% zugelegt und andere Sektoren damit deutlich hinter sich gelassen.
Neben den enttäuschenden Zahlen der Tech-Riesen sorgte auch der robuste US-Arbeitsmarktbericht für Ernüchterung bei den Anlegern. Hatten Spekulationen auf ein baldiges Ende der restriktiven Geldpolitik am Donnerstag noch für gute Stimmung gesorgt, lässt der Boom am Jobmarkt der US-Notenbank Spielraum für weitere Zinserhöhungen – auch das belastete die zinssensitiven Technologiewerte.
Der US-Arbeitsmarkt brummt
Die US-Wirtschaft hat im Januar 517’000 neue Stellen geschaffen und die Erwartungen damit deutlich übertroffen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 188’000 gerechnet. Zudem sind in den beiden Vormonaten 71’000 Arbeitsplätze mehr entstanden als bisher angenommen, teilte das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mit. Die Arbeitslosenrate, die separat erhoben wird, ist überraschend gesunken und mit 3.4% auf den niedrigsten Stand seit mehr als fünfzig Jahren gefallen (Dezember: 3.5%). Die durchschnittlichen Stundenlöhne sind im Jahresvergleich um 4.4% gestiegen. Wie erwartet hat sich das Lohnwachstum gegenüber dem Vormonat etwas verlangsamt (Dezember: +4.9%).
Unternehmensstimmung im Euroraum hellt sich auf
Die Stimmung in europäischen Unternehmen hat sich zum Jahresauftakt verbessert und ist auf das höchste Niveau seit dem vergangenen Juni geklettert. Das zeigt der Einkaufsmanagerindex von S&P Global, der im Januar gemäss einer zweiten Schätzung auf 50.3 Punkte gestiegen ist und damit eine Punkt höher notiert als im Vormonat. Das Stimmungsbarometer ist das dritte Mal in Folge gestiegen, nachdem es im vergangenen Oktober den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren erreicht hatte. Zudem liegt der Einkaufsmanagerindex nun über der Schwelle von 50 und signalisiert damit ein leichtes Wachstum der wirtschaftlichen Aktivität im Euroraum.
IWF hebt Wachstumsprognose für China an
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für China nach oben revidiert und prognostiziert für dieses Jahr eine Zunahme der Wirtschaftsleistung um 5.2%. Im Herbst rechnete der IWF noch mit einem Plus von 4.4%. Allerdings orten die Ökonomen auch erhebliche Risiken für die weitere Entwicklung der chinesischen Wirtschaft. Dazu zählen der weitere Verlauf der Corona-Pandemie, die Immobilienkrise sowie eine Abschwächung der globalen Nachfrage. 2022 ist Chinas Wirtschaft um 3% gewachsen, wobei insbesondere die Null-Covid-Strategie das Wachstum bremste. Im Dezember gab die Regierung in Peking diese Strategie auf, daraufhin breitete sich das Coronavirus rasant aus. Erste Konjunkturdaten im neuen Jahr deuten nun auf eine wirtschaftliche Erholung hin, nachdem sich das Leben in China langsam normalisiert. So legte der Caixin-Einkaufsmanagerindex im Januar kräftig zu und stieg von 48 Punkten im Dezember auf 52.9 Zähler. Der Index liegt damit deutlich im Wachstumsbereich.
Wirtschaftskalender 6. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Auftragseingang Industrie (Dezember, M/M) | -5.3% |
| 11:00 | EZ | Einzelhandelsumsatz (Dezember, M/M) | +0.8% |
Unternehmenskalender 7. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| FR | BNP Paribas | Q4 |
| GB | BP plc | Q4 |
| NL | DuPont | Q4 |
| USA | Enphase Energy | Q4 |
| DE | Linde | Q4 |
| DE | Siemens Energy | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
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