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LGT Navigator: Russland nimmt Gaslieferungen wieder auf

LGT Navigator : An den Finanzmärkten steht heute der Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank im Fokus. Für Entspannung dürfte die Tatsache sorgen, dass Russland die Gaslieferungen nach Europa wieder aufgenommen hat. In Italien spitzt sich derweil die Regierungskrise zu.

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An der Wall Street setzte sich der Aufwärtstrend am Mittwoch fort. Allerdings war die Stimmung im Vergleich zum Vortag verhalten. Der S&P 500 avancierte +0.6% und der Dow Jones gewann +0.2%. Der Nasdaq Composite kletterte +1.6%. Für Unterstützung sorgte das Quartalsergebnis von Netflix (+7.4%), das besser als befürchtet ausfiel.

Die asiatischen Börsen handeln am Donnerstag uneinheitlich. In Tokio gewinnt der Nikkei +0.3%.

Die Bank of Japan (BoJ) hat die Leitzinsen wie erwartet unverändert belassen. In Hongkong verliert der Hang Seng knapp -1% und der Shanghai Composite gibt -0.5% nach.

Zwei Ereignisse dominieren heute das Geschehen an den Finanzmärkten. So warten Anleger zum einen auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB), der um 14.15 Uhr publiziert wird. Eine Zinserhöhung gilt als sicher. Zum anderen soll die Gas-Pipeline Nord Stream 1 nach planmässigen Wartungsarbeiten ab heute wieder Erdgas von Russland nach Europa liefern.

Machtspiel um Europas Energieversorgung

Die Gaslieferung durch die Gas-Pipeline Nord Stream 1 ist am Donnerstagmorgen wieder angelaufen. Bis die volle Transportleistung erreicht sei, werde es einige Zeit dauern, erklärte ein Sprecher der Nord Stream AG der Deutschen Presse-Agentur. Demnach fliesst derzeit etwa so viel Gas wie vor der Wartung angekündigt war, also rund 67 Millionen Kubikmeter pro Tag. Das entspricht rund 40% Auslastung der maximalen Kapazität.

Vor rund zehn Tagen wurden die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 gestoppt, um routinemässige Unterhaltsarbeiten vorzunehmen. Das weckte Befürchtungen, dass Moskau die Gelegenheit nutzen könnte, um die Energielieferungen zu reduzieren oder gar komplett einzustellen. Tatsächlich hat der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch erklärt, dass die Lieferkapazität von Nord Stream 1 erneut gesenkt werden könnte, da die Wartung einiger Turbinen langsamer als geplant verlaufe. Russland hatte die Energieversorgung bereits vor Beginn der Arbeiten um 60% gedrosselt und auf technische Probleme verwiesen. Die EU-Kommission bereitet sich nach eigenen Angaben derweil auf den Ernstfall vor, nämlich den vollständigen Stopp der russischen Gaslieferungen. Demnach arbeitet sie an einem Notfallplan, der aussergewöhnliche und schnelle Massnahmen zur Einsparung von Gas ermöglichen soll.

Regierungskrise in Italien spitzt sich zu

In Italien hat Ministerpräsident Mario Draghi am Mittwochabend ein Vertrauensvotum im Senat gewonnen. Dabei stellten sich 95 Abgeordnete hinter den 74-Jährigen, 38 Abgeordnete stimmten gegen ihn. Zahlreiche Parlamentarier nahmen allerdings gar nicht an der Abstimmung teil. So verliessen Draghis drei grosse Koalitionspartner Lega, Forza Italia und die Fünf-Sterne-Bewegung den Saal vor dem Vertrauensvotum. Beobachter halten es nun für wahrscheinlich, dass Draghi zurücktreten wird.

Britische Lebenshaltungskosten steigen

In Grossbritannien ist die Inflation im Juni erneut gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat stiegen die Konsumentenpreise um +9.4%, wie das Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Beginn der Datenerhebung 1997. Laut einer Rückrechnung des Statistikamts dürfte die Teuerung zuletzt 1982 höher gelegen haben. Die britische Zentralbank hat die Zinsen seit November mehrmals erhöht, um das Preiswachstum einzudämmen. Aktuell liegt der Leitzins bei 1.25%.

Wirtschaftskalender 21. Juli

MEZLandIndikatorLetzte Periode
05:00JPBank of Japan Zinsentscheid 
14:15EZEuropäische Zentralbank Zinsentscheid 
14:30USAPhilly-Fed-Index (Juli)-3.3

Unternehmenskalender 21. Juli

LandUnternehmenPeriode
CHABBQ2
CHGivaudanQ2
USAPhilip MorrisQ2
CHRocheQ2
DESAPQ2
CHTemenosQ2
FLUPM-KymmeneQ2

Quelle: BondWorld.ch


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