LGT Navigator : Nach der Reihe von Notenbankentscheiden in der vergangenen Woche müssen sich die Kapitalmärkte damit abfinden, dass die Geldpolitik vor dem Hintergrund des gestiegenen Inflationsdrucks restriktiver wird und die Liquiditätsflut eingedämmt wird.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
LGT Navigator
In der Folge ist der Start in die Weihnachtswoche an den Börsen durch Verluste gekennzeichnet. In dieser Woche sind nur wenige Impulse von Seiten der Zentralbanken oder Konjunkturdaten zu erwartet, womit gegen Ende Jahr verstärkt die Liquidität an den Märkten im Vordergrund stehen dürfte. Überschattet wird das Marktgeschehen auch weiterhin von der unsicheren Entwicklung der Pandemie und dem Effekt der Omikron-Variante. Für Anleger steht damit ein schwieriges Jahresende bevor.
An der Wall Street gingen die Indizes am Freitag mit Verlusten ins Wochenende wobei die Standardaktien stärker unter Druck standen als die Technologiewerte. Auch an Asiens Börsen tendieren die Aktienindizes heute Morgen in der Mehrheit im negativen Bereich. Dies obwohl Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda versicherte, es sei noch zu früh, um eine Normalisierung der Geldpolitik in Erwägung zu ziehen. Damit untermauert Kuroda die Ansicht, dass die japanische Zentralbank bei der geldpolitischen Wende hinter anderen Zentralbanken zurückbleiben wird. In China senkte die Zentralbank erstmals seit April 2020 den Leitzins für Kredite, um das Wachstum in der sich abschwächenden Wirtschaft zu stützen. Die Notenbank lockerte den einjährigen LPR um fünf Basispunkte auf 3.80%, während sie den fünfjährigen LPR bei 4.65% unverändert beliess.
Eurozone Inflationsrate klettert weiter
Die Verbraucherpreise in den 19 Euroländern stiegen im November auf Jahressicht um +4.9%. Damit erreichte die Inflationsrate einen neuerlichen Rekordwert, respektive den höchsten Wert seit Beginn der Währungsunion. Im Oktober hatte die Jahresteuerungsrate noch +4.1% betragen. Die Energiepreise erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um +27.5%. Die Kernrate, also ohne Energiepreise, stieg von +2.0% im Oktober auf +2.6%. Die EZB bekräftigte am vergangenen Donnerstag anlässlich ihres letzten Zinsentscheids in diesem Jahr zwar ihre Einschätzung, dass der massiv gestiegene Inflationsdruck lediglich ein «vorübergehendes» Phänomen sei, räumte aber steigende Risiken in Bezug auf ihren Inflationsausblick ein.
Ifo-Geschäftsklimaindex fällt auf tiefsten Stand seit Februar
Das vom Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo monatlich publizierte Geschäftsklimabarometer hat sich im Dezember den sechsten Monat in Folge eingetrübt und notiert nun bei 94.7 Punkten (Konsens 95.3) auf dem niedrigsten Wert seit Februar dieses Jahres. Insbesondere die konsumnahen Dienstleistungsunternehmen und der Einzelhandel würden von der verschärften Pandemielage hart getroffen, kommentierte das Ifo. In der Industrie habe sich die Stimmung hingegen trotz der anhaltenden Lieferengpässe bei Vorprodukten und Rohstoffen leicht verbessert.
Russlands Notenbank hebt Leitzins an
Die russische Zentralbank erhöhte das Zinsniveau um 100 Basispunkte auf 8.5% und reagiert damit auf den zunehmenden Inflationsdruck. Im November erreichte die Teuerungsrate in Russland +8.4%. Die Bank of Russia stellte zudem weitere Zinsschritte in Aussicht.
Wirtschaftskalender 20. Dezember
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 16:00 | USA | Frühindikator (November, M/M) | +0.9% |
Unternehmenskalender 20. Dezember
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | Nike | Q2 |
| USA | Micron Technology | Q1 |
Quelle: BondWorld.ch
Newsletter



