LGT Navigator

LGT Navigator : SNB belässt Leitzins unverändert – US-Pharma-Zölle treffen Schweizer Exporte

  • Home
  • LGT Navigator
  • LGT Navigator : SNB belässt Leitzins unverändert – US-Pharma-Zölle treffen Schweizer Exporte
LGT Navigator : Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am Donnerstag ihren Leitzins unverändert gelassen und damit nach einer Serie von Zinssenkungen seit Anfang 2024 eine Pause eingeleg

Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter


Später am Tag kündigte US-Präsident Donald Trump 100% Zölle auf Pharmaimporte an – ein Schritt, der den exportorientierten Pharmasektor der Schweiz erheblich treffen könnte. Schweizer Aktien hinkten im europäischen Handel hinterher, während asiatische Pharmawerte nach den US-Zollnachrichten am Freitag weiter nachgaben. Die US-Börsen schlossen ebenfalls schwächer im Vorfeld wichtiger Inflationsdaten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE), trotz robuster Arbeitsmarktdaten und nach oben revidierten BIP-Zahlen. Gold zeigte sich stabil und notierte etwas unter den jüngsten Rekordständen bei etwa USD 3750 je Unze, die Renditen von US-Staatsanleihen zogen leicht an: Die 2-jährige bewegte sich in Richtung 3.7% und die 10-jährige lag bei knapp 4.2%.

Die SNB belies ihren Leitzins am Donnerstag bei 0%, nachdem sie diesen seit März 2024 siebenmal in Folge gesenkt hatte. Der Entscheid erfolgte vor dem Hintergrund, dass die Inflation jüngst wieder in den Zielkorridor der Nationalbank von 0 bis 2% zurückgekehrt ist; die SNB rechnet nun mit einem Anstieg der Inflation auf 0.5% im Jahr 2026 und 0.7% im Jahr 2027, nach erwarteten 0.2% für das laufende Jahr. Die SNB warnte, dass neue von Trump eingeführte US-Zölle das Wachstum und die Exporte der Schweiz belasten dürften – insbesondere die Maschinen- und Uhrenindustrie -, was die Zentralbank dazu veranlasste, die Wachstumsprognose für 2026 auf knapp 1% zu senken. Trotz dieser Herausforderungen erwartet die SNB für 2025 weiterhin ein Wachstum leicht über 1% und sieht keine Rezession voraus. Vertreterinnen und Vertreter der SNB betonten, dass der Einfluss auf betroffene Exporteurinnen und Exporteure erheblich sei, die breite Schweizer Wirtschaft jedoch relativ widerstandsfähig bleiben dürfte. Der SMI zählte am Donnerstag mit einem Minus von 0.7% zu den schwächsten Indizes Europas. Der Euro Stoxx 50 gab um 0.3% nach. Der deutsche DAX verlor 0.6% und der französische CAC 40 fiel um 0.4%.

USA verhängen 100% Zoll auf Markenmedikamente

Trump kündigte am Donnerstagabend an, dass die USA ab Beginn der nächsten Woche einen 100% Zoll auf alle markengeschützten und patentierten Pharmaimporte erheben werden, es sei denn, die Unternehmen errichten Fertigungsanlagen im Inland. Firmen, die bereits Werke in den USA bauen, bleiben verschont – wer dagegen auf ausländische Produktionsstätten setzt, wird mit deutlich höheren Kosten konfrontiert. Die Schweiz, deren Pharmaindustrie rund die Hälfte der Exporte in die USA liefert, könnte besonders betroffen sein, da Unternehmen wie Roche und Novartis bisher von niedrigeren Zöllen profitiert haben und nun Milliarden investieren, um ihre US-Präsenz auszubauen.

Asiatische Pharmaaktien nach US-Zollankündigung unter Druck

Aktien asiatischer Pharmaunternehmen gaben am Freitag nach der US-Zollankündigung nach. Die breiteren Märkte in Asien tendierten ebenfalls abwärts, angeführt vom südkoreanischen Kospi (-2.6%), nachdem Investorinnen und Investoren neben den neuen Zöllen auf Pharma auch weitere US-Zölle auf schwere Lkw und Möbel einpreisten und Technologiewerte nach US-Vorgaben fielen. Japans Nikkei 225 lag 0.6% im Minus, Australiens S&P/ASX 200 verharrte nahezu unverändert. Der Hang Seng Index in Hongkong sowie der CSI 300 auf dem chinesischen Festland verbuchten moderate Verluste von 0.4% beziehungsweise 0.3%.

US-Aktien vor Inflationsdaten im Minus

Die grossen US-Aktienindizes schlossen am Donnerstag bereits die dritte Sitzung in Folge im Minus, da die Veröffentlichung des bevorzugten Inflationsmassstabs der US-Notenbank (PCE-Inflation) am Freitag bevorsteht. Der Dow Jones Industrial verlor 0.4% auf 45’947.32 Punkte, der S&P 500 sank um 0.5% auf 6604.72 Punkte und der Nasdaq 100 gab 0.4% auf 24’397.31 Punkte ab. Trotz robuster US-Daten aus Arbeitsmarkt, Immobilien und Industrie blieben die Marktteilnehmerinnen und Marktteilnehmer hinsichtlich der Zinsaussichten vorsichtig, wohingegen KI-bezogene Titel weiterhin Chancen boten. Auffällige Einzelbewegungen: Intel sprang nach einer Partnerschaftsnachricht um 8.9% hoch, Tesla fiel infolge schwacher EU-Auslieferungszahlen im August um 4.4% und Lithium Americas legte in Spekulationen um mögliches US-Regierungsinteresse um 23% zu.

US-Arbeitslosenanträge sinken, BIP nach oben revidiert

Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung fielen in der Woche zum Donnerstag saisonbereinigt auf 218’000 und damit deutlich unter die Prognosen sowie um 14’000 zum Wert der Vorwoche. Das Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal wurde auf 3.8% nach oben revidiert und spiegelt eine stärkere Konsumnachfrage wider, während die fortlaufenden Anträge konstant bei 1.926 Mio. verharrten. Im August stiegen die Ausgaben für langlebige Güter wie Flugzeuge und Haushaltsgeräte um 2.9%, nachdem sie im Juli um 2.7% gesunken waren und übertrafen so die Erwartungen. Trotz anhaltend solider Wirtschaftszahlen gehen die Märkte von weiteren Zinssenkungen der Fed im weiteren Jahresverlauf aus, nachdem vergangene Woche eine Reduktion um 0.25 Prozentpunkte erfolgte.

Deutsches Konsumklima stabilisiert sich mit besserer Einkommenserwartung

Das Konsumklima in Deutschland zeigte laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage Anzeichen einer Stabilisierung, da verbesserte Einkommenserwartungen Rückgänge bei Konjunkturausblick und Anschaffungsneigung ausglichen. Der GfK-Konsumklimaindikator prognostiziert für Oktober einen Anstieg um 1.2 Punkte auf -22.3 Punkte, nach revidierten -23.5 Punkten im Vormonat. Hauptgrund ist der Sprung der Einkommenserwartung auf 15 Punkte nach zuvor 4 Punkten. Trotz der leichten Besserung bleibt das Konsumklima insgesamt auf sehr niedrigem Niveau – Inflationssorgen, Arbeitsplatzunsicherheit und geopolitische Risiken belasten die Aussichten für eine nachhaltige Erholung weiterhin.

Unternehmens- und Wirtschaftskalender

Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.

Konjunkturdaten im Fokus: Verbrauchervertrauen Frankreich (08:45), Bruttoinlandsprodukt Spanien (09:00), persönliche Konsumausgaben USA (14:30), Bruttoinlandsprodukt Kanada (14:30), Verbrauchervertrauen der Universität Michigan (16:00).

Quelle: InvestmentWorld.ch


Newsletter
Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
ETFWorld

Newsletter investmentworld.ch

Ich habe gelesen
Privacy & Cookies Policy
und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.