LGT Navigator : An den Kapitalmärkten bleiben die Inflationsangst, die Aussicht auf einen steilen Zinsanstieg sowie die Befürchtung einer weltweiten Rezession die dominierenden Kräfte.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
LGT Navigator
Der US-Arbeitsmarktbericht vom Juni bekräftigte die Aussicht auf eine weitere Straffung der Geldpolitik. Neue Impulse erhoffen sich Anleger von der am Donnerstag startenden Unternehmensberichtssaison in den USA.
Die asiatischen Börsen starten uneinheitlich in die neue Woche. In Hongkong verliert der Hang Seng Index mehr als -2.5%. Das, nachdem die chinesischen Behörden Strafen gegen verschiedene Technologieunternehmen verhängt haben, weil sie gegen Anti-Monopol-Vorschriften verstossen haben. Betroffen sind auch die Tech-Giganten Alibaba und Tencent. Der Shanghai Composite notiert -1.5% schwächer. In China sind die Konsumentenpreise im Juni stärker als erwartet gestiegen. Im Vorjahresvergleich verteuerten sich die Preise um +2.5%, wie das Statistikamt mitteilte. Damit notiert die Inflation auf dem höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Nikkei gewinnt in Tokio +1.2%.
An der Wallstreet sorgte der Arbeitsmarktbericht am Freitag kaum für Bewegung. Der S&P 500 verlor bis Handelsschluss knapp -0.1% und der Dow Jones gab -0.2% nach. Aufwärts ging es hingegen für den Nasdaq Composite, der +0.1% gewann. Damit legte der Technologieindex erstmals in diesem Jahr fünf Tage in Folge zu. In den Mittelpunkt rückt nun die Quartalsberichtssaison in den USA. Am Donnerstag machen die Grossbanken JPMorgan Chase und Morgan Stanley mit ihren Q2-Bilanzen den Auftakt, gefolgt von Citigroup und Wells Fargo am Freitag.
Beschäftigungswachstum in den USA bleibt robust
In der amerikanischen Wirtschaft sind im Juni +372’000 neue Stellen geschaffen worden. Damit wurden die Erwartungen übertroffen, denn im Schnitt hatten Analysten mit einem Plus von +265’000 in «Non-Farm Payrolls» gerechnet. Ein Wermutstropfen war jedoch die Revision der beiden Vormonatswerte, die um insgesamt -74’000 Stellen nach unten korrigiert wurden. Die Arbeitslosenrate blieb im Juni mit 3.6% auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig hat sich das Lohnwachstum im letzten Monat minimal abgeschwächt. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen auf Monatssicht um +0.3% und im Vergleich zum Vorjahr um +5.1% (Vormonat +5.3%). Insgesamt kann von einem weiterhin soliden Arbeitsmarkt in den USA gesprochen werden und die neusten Daten dürften an der Ausrichtung der Notenbank nichts ändern. So ist am 27. Juli mit einem nächsten Zinsschritt des Fed zu rechnen.
Euro auf Rekordtief
Am Devisenmarkt blieb der Euro am Freitag unter Druck. Gegenüber dem Greenback notierte die Gemeinschaftswährung zeitweise mit USD 1.0075 auf dem tiefsten Kurs seit Ende 2002. Auch gegenüber dem Schweizer Franken hielt der Abwärtstrend des Euro an und am Freitag wurde stellenweise ein neues Rekordtief von knapp CHF 0.9870 beobachtet.
EZB fordert Banken auf, sich gegen Schocks aus Klimarisiken zu wappnen
Die Europäische Zentralbank (EZB) will, dass die von ihr beaufsichtigten Geschäftsbanken sich gegen drohende Milliardenrisiken infolge des Klimawandels rüsten. Die Bemühungen zur Messung und Steuerung des Klimarisikos müssten verstärkt werden, mahnte Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht. Hintergrund ist der erste von der EZB erarbeitete Klimastresstest, bei dem Banken offenlegen mussten, wie gut sie gegen finanzielle und wirtschaftliche Schocks aus Klimarisiken gewappnet sind. Die Banken haben zwar seit 2020 bei der Berücksichtigung von Klimarisiken Fortschritte gemacht, jedoch liessen nur rund 20% die Klimarisiken bei der Kreditvergabe einfliessen. Der Klimastresstest der EZB hat keine direkten Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen der Geschäftsbanken.
Wirtschaftskalender 12. Juli
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 11:00 | DE | ZEW Konjunkturerwartungen (Juli) | -28.0 |
| 13:00 | OPEC | Monatsbericht |
Unternehmenskalender 12. Juli
| Land | Unternehmen | Periode |
| AUT | Telekom Austria | Q2 |
| USA | Pepsico | Q2 |
Quelle: BondWorld.ch
Newsletter



