LGT Navigator : Die US-Notenbank hat in ihrem Sitzungsprotokoll vom März angekündigt, dass sie ihr Anleihenportfolio um bis zu USD 95 Mrd. pro Monat verringern wird.
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Damit bekräftigte die Fed die Ansicht, dass die Zentralbank eine aggressive Straffung vornehmen wird, um die Inflation zu bekämpfen. Die Aktienindizes reagierten negativ, und der US-Dollar sprang beinahe auf einen Zweijahreshöchststand.
Nach monatelangen Debatten einigten sich die Vertreter der Federal Reserve auf den Plan, die Bestände an Staatsanleihen monatlich um bis zu USD 60 Milliarden und ihre Bestände an hypothekarisch gesicherten Wertpapieren um bis zu USD 35 Milliarden zu reduzieren, so das Protokoll. Dies hat zum Ziel, die langfristigen Zinssätze zu erhöhen. Die Beträge sollen über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten schrittweise eingeführt werden. Dieses geplante Tempo ist fast doppelt so hoch wie das der «quantitativen Straffung» der Fed in den Jahren 2017-2019. Der FOMC muss den Plan im Mai noch genehmigen, wird dies aber voraussichtlich tun.
Aus dem Protokoll der Fed-Sitzung vom März ging auch hervor, dass die Besorgnis über die Ausbreitung der Inflation in der Wirtschaft zunahm, was die Entscheidungsträger dazu veranlasste, den Leitzins nicht nur um 0.25% von nahezu Null anzuheben, sondern ihn auch zügig auf ein neutrales Niveau zu bringen, welches auf etwa 2.4% geschätzt wird.
Darüber hinaus geht aus dem Protokoll hervor, dass viele Fed-Vertreter eine Anhebung um 50 Basispunkte befürwortet hätten, diese Idee aber aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine verwarfen.
Währungsfonds legt der Schweiz eine Zinserhöhung nahe
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Schweizerische Nationalbank aufgefordert, bald mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik zu beginnen, nachdem sie einige Jahre lang den niedrigsten Zinssatz der Welt beibehalten hat. «Nach einer langen Periode sehr akkommodierender Geldpolitik – ein Leitzins von -0.75% seit 2015 – könnte die Zeit gekommen sein, die Geldpolitik zu normalisieren», sagte der IWF bei seiner jährlichen Überprüfung der Schweizer Wirtschaftsentwicklung am Mittwoch. Ökonomen rechnen derzeit nicht mit einer Zinserhöhung in der Schweiz vor Mitte 2023, im Gegensatz zum Euroraum, der in diesem Jahr mehrere Zinserhöhungen vornehmen dürfte. In seiner Stellungnahme rät der IWF der Schweizerischen Nationalbank, mit einer höheren Inflation zu rechnen als in ihren Berechnungen. «Der Inflationsunterschied gegenüber dem Euroraum und den USA deuten auf einen möglichen Spielraum für eine nominale Aufwertung des Frankens hin, um den Inflationsdruck zu verringern.»
Alarmierende Stimmungsumfragen in China
Der chinesische Einkaufsmanagerindex hat einen schweren Schlag erlitten und ist im März von neutralen 50.1 Punkten auf 43.9 Punkte gefallen. Dies spiegelt die angeschlagene Lage der chinesischen Exportindustrie wider, die unter den anhaltenden internationalen Logistikproblemen leidet. Dieser Rückgang unterschätzt jedoch sicherlich das Ausmass der Verschlechterung der Geschäftsbedingungen, da die Umfrage drei Tage vor der Abriegelung Shanghais zur Eindämmung des grössten Coronavirus-Ausbruchs seit einem Jahr abgeschlossen wurde. Die kommenden April-Zahlen werden wahrscheinlich einen noch deutlicheren Abwärtssprung zeigen.
Wirtschaftskalender 7. April
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 07:45 | CH | Arbeitslosenrate (März) | 2.5% |
| 08:00 | DE | Industrieproduktion (Februar, M/M) | +2.7% |
| 11:00 | EZ | Einzelhandelsumsatz (Februar, M/M) | +0.2% |
| 13:30 | EZ | EZB-Sitzungsprotokoll | |
| 16:30 | USA | Rede von Finanzministerin Janet Yellen |
Unternehmenskalender 8. April
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | Ems Chemie | Q1 2022 |
Quelle: BondWorld.ch
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