LGT Navigator: Starke Quartalszahlen sorgten am Donnerstag für gute Stimmung an der Wall Street. Im Anlegerfokus standen insbesondere die Ergebnisse der amerikanischen Grossbanken.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
LGT Navigator
Derweil sind die US-Produzentenpreise im September erneut kräftig gestiegen, und Experten korrigieren die Wachstumserwartungen für die deutsche Wirtschaft nach unten.
Starke Unternehmenszahlen haben den amerikanischen Börsen den besten Handelstag seit letztem März beschert. Der S&P 500 kletterte am Donnerstag +1.7% auf 4’438.26 Punkte und der Dow Jones gewann +1.6% (Schlussstand: 34’912,56 Punkte). Der Nasdaq Composite avancierte ebenfalls +1.7% auf 14’823.43 Zähler. Spitzenreiter waren die Aktien der Drogeriekette Walgreens Boots Alliance, die +7.4% zulegten, nachdem die Quartalszahlen des Unternehmens besser als erwartet ausfielen.
An den asiatischen Aktienmärkten geht es am letzten Handelstag der Woche aufwärts. In Tokio gewinnt der Nikkei +1.4%. In Hongkong notiert der Hang Seng +0.9% fester und der Shanghai Composite gewinnt +0.3%.
Amerikanische Banken übertreffen Erwartungen
An der Wall Street standen am Donnerstag die Quartalsabschlüsse der Grossbanken im Fokus. So profitierte die Investmentbank Morgan Stanley im dritten Quartal von einer hohen Aktivität im M&A-Bereich und verbuchte einen Gewinnsprung von +36% gegenüber dem Vorjahr. Damit übertraf sie die Markterwartungen deutlich. Auch das New Yorker Finanzhaus Citigroup steigerte die Beratungseinnahmen aus Börsengängen, Fusionen und Übernahmen und erhöhte den Gewinn im Vorjahresvergleich um rund die Hälfte. Die Bank federte damit einen Rückgang im Handel mit Obligationen und Aktien ab. Zudem löste sie Rückstellungen auf, die sie im vergangenen Jahr für drohende Kreditausfälle im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gebildet hatte. Diesem Beispiel folgten auch die Konkurrenten Bank of America und Wells Fargo, die im dritten Quartal ebenfalls besser als prognostiziert abgeschnitten haben.
Die Aktien von Morgan Stanley (+2.5%), Citigroup (+0.8%) und Bank of America (+4.5%) reagierten mit Kursgewinnen auf die jüngsten Zahlen. Abwärts ging es dagegen für den grössten US-Hypothekenfinanzierer Wells Fargo (-1.6%).
US-Herstellerpreise steigen
In den USA sind die Produzentenpreise im September erneut gestiegen. So haben die Hersteller die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um +8.6% erhöht, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Das ist das stärkste Wachstum seit Beginn der Berechnungen im Jahr 2010. Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg um +8.7% erwartet. Werden die volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise ausgeklammert, resultierte im Jahresvergleich ein Preiswachstum von +6.8%. Binnen Monatsfrist sind die bereinigten Produzentenpreise um +0.2% gestiegen, das ist der schwächste monatliche Zuwachs im laufenden Jahr. Der Erzeugerpreisindex gilt als Vorlaufindikator für die Konsumentenpreise, die im Zentrum der Geldpolitik der US-Notenbank stehen.
Inflationsdruck in Spanien so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr
Die Konsumentenpreise in Spanien sind im September aufgrund höherer Strom- und Kraftstoffpreise so stark gestiegen wie seit Herbst 2008 nicht mehr. Auf Jahressicht meldete das spanische Statistikamt INE eine Teuerungsrate von +4.0%. Im Vormonat betrug die Inflationsrate noch +3.3%.
Deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute korrigieren Konjunkturprognosen
Die führenden Institute Deutschlands haben ihre Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft für das laufende Jahr aufgrund der Lieferengpässe und der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie gesenkt. Im Herbstgutachten wird nun von einer BIP-Wachstumsrate von noch +2.4% (bisher +3.7%) ausgegangen. Im nächsten Jahr soll sich die Erholung aber wieder beschleunigen und ein Wachstum von +4.8% (bisher +3.9%) erreicht werden. Für 2023 wird eine BIP-Rate von +1.9% (unverändert) prognostiziert. Gleichzeitig rechnen die Wirtschaftsinstitute 2021 mit einer deutlich höheren Inflationsrate von +3.0% (bisher +2.4%). Im nächsten Jahr wird dann eine Entspannung auf +2.5% (bisher +1.7%) erwartet. Im Fazit heisst es, dass die inflationären Tendenzen schon im Prognosezeitraum so stark zunehmen könnten, dass eine Straffung der Geldpolitik notwendig wird.
Wirtschaftskalender 15. Oktober
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:45 | FR | Verbraucherpreise (September, J/J) | +2.4% |
| 10:00 | IT | Verbraucherpreise (September, J/J) | +2.5% |
| 11:00 | EZ | Handelbilanz (August) | EUR +20.7 Mrd. |
| 14:30 | USA | Einzelhandelsumsätze (September, M/M) | +0.7% |
| 14:30 | USA | NY Fed Empire State Industrieindex (Oktober) | +34.3 |
| 16:00 | USA | Konsumentenvertrauen Uni Michigan (Oktober) | +72.8 |
Unternehmenskalender 15. Oktober
| Land | Unternehmen | Periode |
| CH | VAT | Q3 Trading Update |
| USA | Goldman Sachs | Q3 |
Quelle: BondWorld.ch
Newsletter



