LGT Navigator : Die Inflation in den USA ist im Januar höher ausgefallen als von den Märkten erwartet, was neue Befürchtungen aufkommen liess, dass das Federal Reserve (Fed) die Zinsen noch länger hochhalten wird.
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Die Aktienmärkte fielen, der Dollar wurde stärker und die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen nach der Veröffentlichung der Daten über die gesamte Kurve hinweg. Gleichzeitig liess eine Reihe von makroökonomischen Daten aus Europa die Hoffnung auf Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) wachsen und signalisierte, dass sich die wirtschaftliche Misere in Deutschland langsam dem Ende zuneigen könnte.
In der Schweiz überraschte die Inflation im Januar ebenfalls, allerdings mit einer negativen Tendenz. Der Anstieg der Verbraucherpreise verlangsamte sich im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 1.3%, gegenüber 1.7% im Dezember. Ökonomen hatten auch für Januar einen Anstieg von 1.7% im Jahresvergleich vorausgesagt. Der Kernverbraucherpreisindex sank auf 1.2%. Die rasche Verlangsamung der Teuerung überrascht, da erwartet wurde, dass eine Erhöhung der Schweizer Mehrwertsteuer zu Beginn des Jahres sowie höhere Energiepreise den VPI in die Höhe treiben würden. Die Abschwächung der Inflation, die seit acht Monaten in Folge innerhalb des 0-2%-Ziels der SNB liegt, verschafft der SNB bei ihrer nächsten Sitzung im März mehr Handlungsspielraum. Nach der Inflationsbekanntgabe vom Dienstag gab der Schweizer Franken gegenüber allen wichtigen Währungen nach. Der SMI beendete die Sitzung am Dienstag mit einem Minus von 0.3%, während der Euro Stoxx 50 1.2% verlor.
Die Veröffentlichung der deutschen ZEW-Konjunkturerwartungen für Februar war ein seltenes positives Signal für Europas grösste Volkswirtschaft am Dienstag. Der Index, der die Erwartungen der Analysten für die Wirtschaft und die finanziellen Bedingungen misst, stieg auf 19.9 von 15.2 im Januar. Die Komponente der aktuellen Bedingungen fiel jedoch auf -81.7 von -77.3 im Januar. Der Februarwert der aktuellen Lage war der niedrigste seit der Pandemie. Deutschland sieht sich mit mehreren Krisen konfrontiert, die das Wirtschaftswachstum dämpfen: hohe Energiepreise im Gefolge der russischen Invasion in der Ukraine, eine geringe Nachfrage nach deutschen Exporten, die vor allem auf einen langsamen wirtschaftlichen Aufschwung in China zurückzuführen ist, und rekordhohe Zinsen in der Eurozone. Deutschland befand sich zuletzt Ende 2022 und Anfang 2023 in einer Rezession und sein Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte 2023 um 0.3%. Der deutsche DAX verlor am Dienstag fast 1%.
Im Vereinigten Königreich stiegen die Löhne ohne Boni im vierten Quartal um 6.2% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Arbeitslosenquote sank ebenfalls leicht auf 3.8%, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht. Die guten Arbeitsmarktdaten deuten darauf hin, dass die Bank of England die Zinssätze in diesem Jahr nur langsam senken wird. Die Märkte rechnen nun mit drei Zinssenkungen in diesem Jahr, beginnend im August. Das Pfund Sterling legte nach der Veröffentlichung der Daten gegenüber den wichtigsten Währungen zu.
Unternehmensnachrichten im Fokus: Quartalszahlen von Ahold Delhaize, Barrick Gold, Bilfinger, Cisco, Heineken, Norsk Hydro, Schindler, Sony, Thyssenkrupp.
Konjunkturdaten im Fokus: Verbraucherpreisindex Grossbritannien, Bruttoinlandsprodukt Eurozone.
Quelle: InvestmentWorld.ch
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