LGT Navigator : Die Federal Reserve (Fed) behielt die Leitzinsen wie erwartet unverändert signalisierte aber nochmals ganz klar, dass angesichts der hohen Inflation und der Erholung am Arbeitsmarkt mit einer ersten Zinserhöhung im März zu rechnen ist.
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Obwohl dieser Schritt mittlerweile erwartet wird, schüttelte das «hawkische» Statement der wichtigsten Zentralbank die Aktienmärkte nochmals durch. In New York drehten die Kurse nach anfänglichen Gewinnen ins Minus und in Asien verbuchen die meisten Indizes zum Teil deutliche Verluste.
Fed-Chef Jerome Powell machte nochmals deutlich, dass die wegen der Pandemie massive monetäre Unterstützung für die Wirtschaft nun zu einem Ende kommen muss und die Geldpolitik der hohen Inflation entgegentreten muss. Der geldpolitische Rat der Zentralbank (FOMC) kommt zum Schluss, dass die Wirtschaftserholung und der Arbeitsmarkt nun eine restriktivere Ausrichtung rechtfertigen. Wenn im März das Anleihekaufprogramm ausläuft dürfte das Fed anlässlich des regulären Zinsentscheids am 16. März mit einem ersten Zinsschritt von mindestens 25 Basispunkten die Zinswende einleiten. Der Fed-Vorsitzende schloss nicht aus, dass die Leitzinsen noch stärker als derzeit antizipiert steigen könnten. Powell zufolge bestehe die Möglichkeit, dass an jedem regulären FOMC-Meeting in diesem Jahr ein Zinsschritt folgen könnte – insgesamt stehen 2022 sieben Zinsentscheide an. An den Kapitalmärkten wird derzeit mit «lediglich» vier Straffungen um insgesamt einen Prozentpunkt gerechnet. Im weiteren Verlauf der Normalisierung soll dann auch die Notenbankbilanz abgebaut werden. Da die Laufzeit der gekauften Anleihen relativ kurz sei, werde die Rückführung der Bilanzsumme laut Powell zügig erfolgen.
An der Wall Street reagierten die Aktienindizes in der letzten Handelsstunde mit Abgaben auf Powells Aussagen. Der Dow Jones und der breite S&P 500 schlossen nach anfänglichen Gewinnen von rund eineinhalb Prozent kurz vor Handelsschluss doch noch im Minus, wenn auch nur moderat. An der Technologiebörse Nasdaq konnten sich die Indizes dank eines guten Quartalsergebnisses von Microsoft oder Intel knapp über Wasser halten. Am Anleihenmarkt erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen 1.86% und zweijährige US-Treasuries zogen auf 1.16% an. Der US-Dollar legte gegenüber dem Euro zu. Mit grosser Spannung werden heute vor allem die Quartalszahlen von Apple erwartet.
Bank of Canada vertagt Zinsschritt
Die kanadische Notenbank beliess ihren Schlüsselzins trotz der hohen Inflation bei +0.25% unverändert. Am Markt war mehrheitlich damit gerechnet worden. Andererseits stellte die Bank of Canada aber eine Leitzinserhöhung an ihrer nächsten Sitzung am 2. März in Aussicht – analog zur amerikanischen Zentralbank.
Bank of Japan trotz kurzzeitig höherer Inflation ohne Spielraum
Das Protokoll des letzten geldpolitischen Entscheids der Bank of Japan zeigte, dass einige Ratsmitglieder von einer kurzzeitigen Beschleunigung der Verbraucherinflation in Richtung des Zweiprozentziels der Notenbank ausgehen. Die Inflationsrate könnte in der ersten Hälfte des Jahres vorübergehend ein Niveau von etwa 1.5% erreichen. Ob diese Dynamik jedoch nachhaltig genug ist, um die Inflation stabil an das Zweiprozentziel der Zentralbank heranzuführen, hänge von den Lohn- und Inflationserwartungen ab. Die Mehrheit des Spitzengremiums betonte jedoch die Notwendigkeit, die ultralockere Geldpolitik beizubehalten, um die fragile Wirtschaft zu stützen. Anlässlich des Zinsentscheids vom 18. Januar hob die Zentralbank ihre Inflationsprognose leicht an, erklärte aber, es bestehe keine Eile die ultralockere Geldpolitik anzupassen, da die Inflation noch weit von ihrem Ziel entfernt sei.
Deutsche Regierung senkt Konjunkturprognose
Die Bundesregierung in Berlin hat ihr Wachstumsprognose für das laufende Jahr nach unten angepasst. Im Jahreswirtschaftsbericht wird nun für 2022 ein BIP-Wachstum von +3.6% in Aussicht gestellt verglichen mit +4.1% in der Herbstprognose. Im ersten Quartal werde die Wirtschaftsleistung voraussichtlich noch durch die Pandemie und die Beschränkungen vor allem bei den Dienstleistungen beeinträchtigt. Im Verlaufe des Jahres sollte sich die wirtschaftliche Erholung aber zusehends beschleunigen, meinte Wirtschaftsminister Robert Habeck.
Wirtschaftskalender 27. Januar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | GfK Konsumklima (Februar) | -6.8 |
| 10:00 | AUT | Einkaufsmanagerindex Industrie (Januar) | 58.7 |
| 14:30 | USA | BIP Q4 (annualisiert, Q/Q) | +2.3% |
| 14:30 | USA | Erstanträge Arbeitslosenhilfe (wöchentlich) | 286’000 |
| 14:30 | USA | Auftragseingang dauerhafte Güter (Dezember, M/M) | +2.6% |
| 16:00 | USA | Ausstehende Hausverkäufe (Dezember, M/M) | -2.2% |
Unternehmenskalender 27. Januar
| Land | Unternehmen | Periode |
| KOR | Samsung | Q4 |
| CH | SGS | Jahreszahlen |
| CH | STMicroelectronics | Q4 |
| DE | SAP | Q4 |
| DE | Deutsche Bank | Jahreszahlen |
| FR | LVMH | Q4 |
| GB | Diageo | H1 |
| GB | Anglo American | Q4 Umsatz |
| SWE | SEB | Jahreszahlen |
| USA | Apple | Q4 |
| USA | Visa | Q4 |
| USA | Mastercard | Q4 |
| USA | Blackstone | Q4 |
| USA | McDonald’s | Q4 |
| USA | Dow | Q4 |
| USA | Mondelez | Q4 |
Quelle: BondWorld.ch
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