LGT Navigator : Ein nach der Revision schwächer als erwartet ausgefallenes US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal sowie die Sorge vor länger anhaltend hohen Zinsen setzten die Wall Street am Donnerstag unter Druck.
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Die negative Stimmung konnte jedoch nicht auf Asien übergreifen, da eine Fülle von makroökonomischen Daten die Aktienmärkte in der Region am Freitag im positiven Bereich hielt.
Die Wachstumsrate des US-BIP im ersten Quartal wurde nach den am Donnerstag veröffentlichten Daten auf 1.3% im Jahresvergleich nach unten korrigiert. Das ist weniger als die im Voraus geschätzten 1.6% und deutlich langsamer als die 3.4% des Vorquartals. Die Abwärtskorrektur ist hauptsächlich auf Anpassungen bei den Verbraucherausgaben zurückzuführen. Die Inflationsrate für das erste Quartal wurde ebenfalls leicht nach unten korrigiert und lag bei 3.3% gegenüber einer vorherigen Schätzung von 3.4%. Das schwächere Wirtschaftswachstum und die langsamere Inflation sind zwar beides Argumente für Zinssenkungen, doch liegt die Inflationsrate immer noch weit über dem Ziel der US-Notenbank (Fed) von 2%.
In New York wurden die wichtigsten Aktienindizes am Donnerstag deutlich im Minus gehandelt. Salesforce drückte auf die Stimmung am breiten Markt, nachdem das Software-Unternehmen das niedrigste vierteljährliche Umsatzwachstum in seiner fast 20-jährigen Geschichte als börsennotiertes Unternehmen prognostiziert hatte. Die Salesforce-Aktie stürzte um fast 20% ab. Der Dow Jones Industrial fiel um 0.8% und der S&P 500 verlor 0.6%. Der Nasdaq-100 schloss am Donnerstag 1.1% niedriger. Am Freitag könnte die Veröffentlichung der Daten zu den persönlichen Verbrauchsausgaben (PCE) – dem bevorzugten Inflationsindikator der US-Notenbank – die Marktstimmung schnell in die eine oder andere Richtung lenken, da sich die Erwartungen der Händlerinnen und Händler in Bezug auf künftige Zinssenkungen ändern könnten.
Am Donnerstag befand ein Gericht in New York Donald Trump der Fälschung von Dokumenten für schuldig – das erste Mal, dass ein ehemaliger US-Präsident wegen eines Verbrechens verurteilt wird. Die unmittelbaren Auswirkungen auf die Märkte hielten sich jedoch in Grenzen, da das Strafmass noch nicht feststeht und selbst wenn es zu einer Gefängnisstrafe kommen würde, könnte Trump immer noch als Präsident kandidieren.
Die Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten war am Freitag deutlich besser, was durch eine Reihe von makroökonomischen Daten unterstützt wurde. In Japan ging die Industrieproduktion im April im Vergleich zum Vormonat um 0.1% zurück, während die Inflationsrate in Tokio – die als Indikator für die landesweite Inflation gilt – im Mai gegenüber dem Vorjahr um 1.9% anstieg, was vor allem auf die höheren Strompreise zurückzuführen ist. Der Nikkei 225 wurde am Freitag mit einem Plus von 1.1% gehandelt. Die Industrieproduktion in Südkorea lag weit über den Schätzungen und stieg im April saisonbereinigt und im Vergleich zum Vormonat um 2.2%. Der Kospi stieg um 0.2%. In China brach die Produktionstätigkeit im Mai unerwartet ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) sank im Mai auf 49.5 Punkte gegenüber 50.4 im Vormonat. Ein Wert unter 50 deutet auf eine Kontraktion hin. Der Hang Seng Index in Hongkong wurde 0.7% höher gehandelt, während der Shanghai Composite um 0.1% zulegte. Der australische S&P/ASX 200 stieg um 0.6%.
In der Schweiz zeigten die am Donnerstag veröffentlichten BIP-Daten, dass die Wirtschaft im ersten Quartal etwas schneller gewachsen ist als ursprünglich erwartet. Das BIP stieg um 0.3% im Vergleich zum letzten Quartal 2023. Das ist etwas schneller als die ursprüngliche Schätzung der Regierung von 0.2% und entspricht in etwa den Erwartungen. Der Schweizer Franken wertete am Donnerstag sowohl gegenüber dem US-Dollar als auch gegenüber dem Euro auf. Der Schweizer Aktienindex SMI schloss am Donnerstag 0.7% höher.
Unternehmensnachrichten im Fokus: Es stehen heute keine wichtigen Unternehmensnachrichten an.
Konjunkturdaten im Fokus: Einzelhandelsumsätze Deutschland, Einzelhandelsumsätze Schweiz, Verbraucherpreise Eurozone, Private Einkommen und Ausgaben USA, Bruttoinlandsprodukt Kanada.
Quelle: InvestmentWorld.ch
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