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LGT Navigator: Verschärfte Sanktionen gegen Russland – «Wunderwaffe» Swift?

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LGT Navigator : An den Aktienmärkten erholten sich die Kurse am Freitag vom vorherigen Einbruch. Für Hoffnung sorgt, dass Moskau und die Ukraine sich für Friedensgespräche bereit erklärten.

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Zudem wurden die Sanktionen des Westens gegen Russland nochmals drastisch verschärft. Die Ungewissheit hinsichtlich der weiteren Entwicklungen des Konflikts und der Wirkung der Sanktionen, insbesondere der Ausschluss russischer Banken aus dem Swift-System, auf die Wirtschaft werden weiterhin für einen hohen Grad an Unsicherheit sorgen und die Stimmung an den Kapitalmärkten belasten.

An den Aktienmärkten schöpften die Anleger am Freitag Mut und sorgten für eine fulminante Erholung von den Verlusten der vorangegangenen Tage. Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine trieb die Indizes an der Wall Street vor dem Wochenende in die Höhe. Der Dow Jones Industrial schloss +2.5% fester bei 34’058.75 Punkten und der S&P 500 gewann +2.24% – Schlussstand: 4’384.65 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq stiegen die Indizes am Freitag um rund +1.5%.

In Asien eröffneten die Aktienindizes die neue Handelswoche mit gemischten Gefühlen. In Tokio schafft der Nikkei 225-Index ein leichtes Plus von +0.2%, während in Hongkong der Hang Seng-Index um -0.8% tiefer notiert. Die Futures-Märkte deuten mehrheitlich auf eine negative Eröffnung an Europas Börsen hin.  Die Rohöl-Futures der US-Sorte West Texas Intermediate handeln in Asien rund +6% höher bei USD 97 pro Barrel.

Russische Banken aus Swift ausgeschlossen

Die G7 – derzeit unter dem Vorsitz Deutschlands – haben beschlossen, eine Anzahl russischer Banken vom Banken-Kommunikationsnetzwerk Swift abzukoppeln. Der Ausschluss aus Swift gilt quasi als eine «Wunderwaffe», da es praktisch zu einem totalen Stillstand der wirtschaftlichen Interaktion zwischen dem Westen und Russland führen dürfte. Die Europäische Union kündigte ihrerseits an, den Luftraum über den EU-Staaten für russische Flugzeuge vollumfänglich zu schliessen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dies gelte auch für Privatjets von Oligarchen. Als Reaktion hat Russland ebenfalls den eigenen Luftraum für Flugzeuge aus einer Reihe von EU-Staaten geschlossen. Des Weiteren will die EU der Ukraine für EUR 500 Millionen Waffen und Ausrüstung zur Verfügung stellen.

Putin versetzt Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft

Kremlchef Wladimir Putin hat als Reaktion auf die verschärften Sanktionen des Westens die Abschreckungswaffen Russlands, also inklusive Atomwaffen, in besondere Alarmbereitschaft versetzt. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigte sich besorgt und meinte, die Androhung Putins sei unverantwortlich. Auch die Vereinten Nationen haben sich äusserst besorgt über die Ankündigung Moskaus geäussert, die Abschreckungswaffen der Atommacht in Alarmbereitschaft zu versetzen. Ein UN-Sprecher sagte: «Die blosse Vorstellung eines nuklearen Konflikts ist einfach unvorstellbar». Die Vollversammlung der Vereinten Nationen wird sich heute (ab 16:00 Uhr MEZ) in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Krieg in der Ukraine beschäftigen. Dabei soll Russlands Aggression aufs Schärfste verurteilt und die Souveränität und territoriale Integrität sowie die Unabhängigkeit und Einheit der Ukraine bekräftigt werden.

Ifo-Institut sieht verstärkten Inflationsdruck

Das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo geht aufgrund des Kriegs in der Ukraine von einem nochmals verstärkten Preisauftrieb in Deutschland aus. Nach Einschätzung des Ifo werden höhere Gas- und Ölpreise die Inflation befeuern. «Eine Fünf vor dem Komma der Inflationsrate im Gesamtjahr 2022 wird gerade wahrscheinlicher als eine Drei», kommentierte Timo Wollmershäuser, der Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen. Rund zwei Drittel der Einzelhändler und mehr als 85% der Lebensmittelhändler planten Preiserhöhungen.

Verbesserte Wirtschaftsstimmung im Euroraum

Die allgemeine Wirtschaftsstimmung in den Euroländern hat sich im Februar unerwartet deutlich verbessert. Jedoch wurde die Umfrage noch vor dem russischen Angriff auf die Ukraine durchgeführt. Der Economic Sentiment Indicator der EU-Kommission kletterte von 112.7 auf 114.0 Punkte (Konsens 113.1). Die optimistischere Wirtschaftsstimmung war breit abgestützt und hauptsächlich im Dienstleistungssektor, dank der Lockerung der Pandemiemassnahmen, zu beobachten. Aufgrund der Eskalation des Konflikts zwischen Russland und dem Westen dürfte sich diese Stimmungsaufhellung bei der nächsten Umfrage wieder relativieren.

Deutsche Wirtschaft schlägt sich im Schlussquartal 2021 etwas besser

Im vierten Quartal wurde die deutsche Wirtschaft durch Omikron ausgebremst, jedoch nicht ganz so stark wie befürchtet. Hatte eine erste Schätzung noch einen Einbruch des Bruttoinlandprodukts im Q4 um -0.7% in Aussicht gestellt, bestätigte das Statistische Bundesamt nun einen Rückgang um «lediglich» -0.3%. Belastet hatten vor allem geringere Konsumausgaben (-1.8%). Für das Gesamtjahr 2021 wies Deutschland ein Wirtschaftswachstum von +2.9% aus, womit der Einbruch im Coronajahr 2020 von -4.6% teilweise wettgemacht werden konnte.

Verstärkter Inflationsdruck in Frankreich

In der zweitgrössten Volkswirtschaft der Eurozone sind die Lebenshaltungskosten im Februar nochmals deutlich stärker gestiegen. Im Jahresvergleich wurde eine Teuerungsrate von +4.1% gemeldet, verglichen mit +3.3% zu Jahresbeginn. Der Anstieg war damit deutlich stärker als von Analysten mit +3.7% angenommen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Konsumentenpreise um +0.8% (Konsens +0.5%). Getrieben wird die Inflation vor allem von den kräftig gestiegenen Energiepreisen.

Die französische Wirtschaft setzte im vierten Quartal 2021 ihren Erholungskurs fort. Das BIP erhöhte sich im Vergleich zum Vorquartal um +0.7%, womit eine erste Schätzung bestätigt wurde. Im Gesamtjahr 2021 erholte sich Frankreichs Wirtschaft vom drastischen Einbruch 2020 (-8.0%) und wies eine Wachstumsrate von +7.0% aus.

Wirtschaftskalender 28. Februar

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:30CHKOF Frühindikator (Februar) 107.8
09:00CHBIP Q4 (Q/Q, Revision)+1.7%
09:00ESPVerbraucherpreise (Januar, J/J)+6.2%
15:45USAChicago Einkaufsmanagerindex (Februar)65.2

Unternehmenskalender 28. Februar

LandUnternehmenPeriode
GBGlaxoSmithKlineKapitalmarkttag
USAZoom Video CommunicationsQ4
USAHewlett-PackardQ1

Quelle: BondWorld.ch


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