LGT Navigator : Zentralbanken im Griff der Inflation und Märkte im Griff der Zentralbanken.
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Nach dem stärksten Zinsschritt der US-Notenbank seit 1994, der fünften Zinsstraffung der Bank of England seit Ende letzten Jahres und der ersten Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank seit 15 Jahren wird die Stimmungslage an den Kapitalmärkten von den geldpolitischen Wendemanövern der grossen Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung dominiert und bleibt fragil.
Heute bleiben in den USA die Finanzmärkte wegen des «Juneteenth»-Feiertages geschlossen.
Nachdem der Dow Jones Industrial in der letzten Woche auf das tiefste Niveau seit Ende 2020 zurückgefallen war schaffte es der Leitindex am Freitag nicht, sich von der psychologisch wichtigen Marke von 30’000 Punkten zu lösen – Schlussstand 29’888.78 Punkte -0.13%. Auf Wochensicht verbuchte der Dow einen satten Verlust von knapp -5%. Der S&P 500 konnte gleichzeitig einen moderaten Tagesgewinn von +0.22% einfahren und ging bei 3’674.84 Punkten ins verlängerte Wochenende. Die Technologiewerte an der Nasdaq schlugen sich noch besser und die Indizes legten um rund +1.2% zu. Die Börsenstimmung wird aber nach wie vor von Rezessionsängsten, der hohen Inflation und der Aussicht auf schnell steigende Zinsen dominiert. Am Anleihenmarkt notiert die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen zuletzt bei 3.23%.
In Asien war zum Wochenbeginn keine klare Tendenz zu beobachten. In Tokio verliert der Nikkei-Index rund -1.3%. In Hongkong verliert der Hang Seng-Index etwa -0.15%, während der Composite-Index an der Shanghaier Börse um rund +0.15% zulegt. Es scheint so, als ob die Anleger an den Kapitalmärkten nach wie vor erstmal die veränderte geldpolitische Lage «verdauen» müssen.
Indexanpassung im EuroStoxx 50: Adidas muss Glencore Platz machen
Der Sportartikelhersteller Adidas muss seinen Platz im STOXX Europe 50 räumen und dem Rohstoff- und Bergbaukonzern Glencore Platz machen. Dabei werde die sogenannte «Fast Entry»-Regel angewandt. Die Glencore-Aktien haben im laufenden Jahr getrieben von boomenden Rohstoffpreisen um fast +45% zugelegt, während Adidas mehr als ein Viertel an Wert verloren hat.
Kryptowährungen in Turbulenzen – Bitcoin fällt unter 20’000er Marke
Über das Wochenende brach der Kurs der Digitalwährung Bitcoin, der ältesten und nach Marktwert grössten Digitalwährung, zeitweise deutlich unter die Marke von USD 20’000. Auf der Handelsplattform «Bitfinex» notierte der Bitcoin am Samstag bei USD 17’605, bevor sich der Kurs am Sonntag wieder auf über USD 19’000 erholte. Unter Druck geriet auch der Preis der Digitalwährung Ether, die bis auf rund USD 881 einbrach. Das Marktvolumen aller derzeit existierenden Kryptowährungen fiel in der Folge auf rund USD 861 Milliarden, weniger als ein Drittel des im November markierten Rekordhochs von fast USD 3 Billionen.
US-Notenbank vertieft Diskussion um Digital-Dollar
Anlässlich einer Forschungskonferenz der amerikanischen Zentralbank (Fed) äusserte sich der Fed-Vorsitzende Jerome Powell optimistisch, dass «eine US-Zentralbankwährung, respektive eine offizielle digitale Version, dazu beitragen könnte, das internationale Ansehen des US-Dollars zu erhalten». Der Greenback werde nach wie vor durch wichtige Fundamente gestützt, darunter die Verpflichtung zu Transparenz, Rechtsstaatlichkeit und die volle Unabhängigkeit der Fed, so Powell. Darüber hinaus trage das Mandat der Fed zur Preisstabilität zum weit verbreiteten Vertrauen in den Dollar als Wertaufbewahrungsmittel bei, so Powell.
Frühindikatoren signalisieren Abschwächung der US-Wirtschaft
Der aus zehn verschiedenen Wirtschaftszahlen zusammengesetzte US-Frühindikator ist im Mai wie erwartet den zweiten Monat in Folge um -0.4% gesunken, was darauf hindeutet, dass sich die Wirtschaft als Reaktion auf die hohe Inflation und die steigenden Zinsen verlangsamt hat. Negativ zu Buche schlugen insbesondere ein schwächeres Konsumentenvertrauen, eine Verlangsamung im Wohnungsbau sowie tiefere Aktienkurse. Insgesamt habe sich der Gegenwind für die US-Wirtschaft verstärkt, kommentierte das New Yorker Wirtschaftsforschungsinstitut The Conference Board.
Gleichzeitig meldete die US-Industrie, dass die Produktion im Mai um lediglich +0.2% zum Vormonat zugenommen hatte. Damit war der industrielle Ausstoss nur halb so stark wie von Analysten erwartet. Immerhin erhöhte sich die Industrieproduktion den fünften Monat in Folge.
Rekordinflation im Euroraum bestätigt
Das Statistikamt Eurostat in Luxemburg bestätigte revidierten Daten zufolge, dass die Jahresteuerungsrate der Verbraucherpreise in der Eurozone im Mai mit +8.1% den höchsten Stand seit Bestehen der Währungsunion erreicht hat. Getrieben wird die Inflation durch den massiven Anstieg der Energiepreise. Diese haben sich auf Jahressicht im Mai um fast +40% verteuert. Laut Eurostat musste für Lebensmittel im Schnitt +7.5% mehr bezahlt werden als vor einem Jahr. Ohne Berücksichtigung der Energie- und Nahrungsmittelpreise kletterte die Kerninflationsrate im letzten Monat von +3.5% auf +3.8%.
Wirtschaftskalender 20. Juni
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | DE | Erzeugerpreise (Mai, J/J) | +33.5% |
| 10:00 | DE | Bundesbank Monatsbericht |
Unternehmenskalender 22. Juni
| Land | Unternehmen | Periode |
| SWE | Volvo | Kapitalmarkttag |
Quelle: BondWorld.ch
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