LGT Navigator : Nachdem die US-Notenbank wie erwartet die Zinsen moderater als bisher erhöht hat, folgten auch andere grosse Zentralbanken und drosselten das Tempo der Zinserhöhungen.
Abonnieren Sie unseren kostenloser Newsletter
LGT Navigator
Andererseits stellten aber sowohl das Fed als auch die EZB, die SNB sowie die Bank of England im Kampf gegen die nach wie vor hohe Inflation eine weitere Straffung der Geldpolitik in Aussicht. An den Aktienbörsen sorgte die Aussicht auf weiter kräftig steigende Zinsen und enttäuschende Daten zum US-Einzelhandel und Industriestimmung für heftige Verluste.
Die weiterhin restriktive Ausrichtung der wichtigsten Zentralbanken setzte die Aktienkurse an der New Yorker Börse unter Druck. Zur schlechten Stimmung trugen auch eine Reihe schwacher US-Konjunkturdaten bei. Der Dow Jones Industrial fiel am Donnerstag bis auf fast 33’000 Punkte und schloss bei 33’202.22 Punkten, satte 2.25% tiefer als am Vortag. Der S&P 500 ging mit einem Tagesverlust von 2.49% bei 3’895.75 Punkten aus dem Handel und an der Nasdaq verloren die Indizes rund 3.4%. Neuste US-Konjunkturdaten enttäuschten. So setzten die Retailer im November 0.6% weniger um als noch einen Monat zuvor (Konsens -0.2%). Allerdings folgte der Rückgang einem starken Oktober, als die Einzelhandelsumsätze um 1.3% gestiegen sind. Gleichzeitig signalisierten die Umfragen der Federal Reserve von New York und Philadelphia im Dezember eine getrübte Stimmung in der Industrie. An den Anleihenmärkten blieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen mit 3.45% relativ stabil, während die Renditen gleichlaufender europäischer Staatspapiere nach dem Entscheid der EZB zulegten.
Die Aktienmärkte in Asien tendierten vor dem Wochenende mehrheitlich im negativen Bereich. In Tokio gab der Nikkei 225 um knapp 2%, während in Hongkong der Hang Seng-Index um 0.2% leicht zulegen konnte. Auf dem chinesischen Festland gab der Shanghai Composite um 0.3% nach und der Shenzhen Component notierte um rund 0.8% tiefer.
EZB, SNB und Bank of England verlangsamen das Tempo, stellen aber weitere Zinserhöhungen in Aussicht
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Schlüsselzins wie an den Finanzmärkten erwartet um 50 Basispunkte auf 2.5% erhöht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte zudem weitere «signifikante und in konstantem Tempo» steigende Zinsen in Aussicht. Hintergrund ist eine von der EZB höher als bisher erwartete Inflation. Die EZB rechnet nun mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 6.3% im kommenden Jahr (September-Prognose 5.5%) und für 2024 mit 3.4% (bisher 2.3%). Der Euro legte nach dem Zinsentscheid der EZB gegenüber dem US-Dollar auf bis zu 1.0735 zu.
Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) erhöhte wie antizipiert ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 1.0%. Wie die Fed oder die EZB, haben damit auch die helvetischen Währungshüter das Tempo der Zinsstraffung verlangsamt. Dennoch bleibt der Kampf gegen die Inflation auch für die SNB oberste Priorität und so stellte Nationalbankchef Thomas Jordan weitere Zinsschritte in Aussicht, «um dem erhöhten Inflationsdruck und einer weiteren Verbreiterung der Teuerung entgegenzuwirken».
Im Kampf gegen die Inflation straffte die Bank of England ihren Leitzins um ebenfalls 50 Basispunkte auf 3.5%. An den Märkten wurde mit der bereits neunten Zinsstraffung seit Ende vergangenen Jahres weitgehend gerechnet.
Norwegens Notenbank bereits nahe am Zinshöhepunkt
Keine Ausnahme machte Norwegens Notenbank, die sich mit einem weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte gegen die hohe Inflation stemmt. Der Leitzins notiert mit 2.75% auf dem höchsten Stand seit 2009. Allerdings signalisierte die Norges Bank – im Gegensatz zu den anderen genannten Zentralbanken – ein absehbares Ende ihrer Straffungspolitik bei etwa 3% im nächsten Jahr.
Wirtschaftskalender 16. Dezember
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:00 | GB | Erzeugerpreise (Output, J/J) | +14.8% |
| 09.15 | FR | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Dezember) | 48.7 |
| 09:30 | DE | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Dezember) | 46.3 |
| 10:00 | EZ | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Dezember) | 47.8 |
| 10:30 | GB | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Dezember) | 48.2 |
| 11:00 | EZ | Verbraucherpreise (November, J/J) | +10.0% |
| 11:00 | EZ | Kern-Verbraucherpreise (November, J/J) | +6.6% |
| 15:45 | USA | Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (Dezember) | 46.4 |
Unternehmenskalender 20. Dezember
| Land | Unternehmen | Periode |
| USA | FedEx | Q2 |
Quelle: BondWorld.ch
Newsletter



