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LGT Navigator: Zinsängste sind zurück – Zentralbanken-Rhetorik im Fokus

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LGT Navigator: Ein weiterer Anstieg der Anleiherenditen, eine negativere US-Konsumentenstimmung sowie ein drohender Zahlungsausfall der USA sorgt an den Aktienbörsen für Nervosität.

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Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit Mitte Juni, was sich insbesondere bei zinssensiblen Technologiewerten negativ auswirkt. Vor diesem Hintergrund richten sich die Blicke der Kapitalmärkte aktuell auf die Aussagen führender Notenbanker. US-Notenbankchef Jerome Powell bekräftigte die Rhetorik des letzten Zinsentscheids. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte unterdessen, dass die Euro-Wirtschaft noch nicht über dem Berg sei und der Inflationsdruck ein nur vorübergehendes Phänomen darstelle.

An der New Yorker Börse sorgten steigende Zinsen und ein überraschend kräftiger Einbruch der Konsumentenstimmung für Verluste. Der Dow Jones Industrial gab um -1.63% auf 34’299.99 Punkte nach und der breite S&P 500 verlor -2.04% – Schlussstand: 4’352.63 Zähler. Am deutlichsten war die Rückkehr der Zinsängste an der Technologiebörse Nasdaq zu spüren. Der Nasdaq 100 brach um -2.86% auf 14’770.30 Punkte ein – der höchste Tagesverlust seit März dieses Jahres. Der Druck auf die Aktien war bereits in Europa zu beobachten: Der Euro SToxx 50 fiel am Dienstag um -2.56% auf 4’058.82 Punkte zurück. In Asien setzte sich der negative Trend an den Börsen grösstenteils fort. In Tokio verliert der Nikkei 225-Index heute rund -2%. Die Verluste in Hongkong oder Festland-China sind jedoch deutlich moderater.

Fed-Chef Powell bekräftigt seinen Inflationsausblick

Nach Einschätzung des Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, hat sich die Erholung der US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten weiter fortgesetzt und die Arbeitsmarktsituation verbessert. Anlässlich seines regelmässigen Rechenschaftsberichts vor dem Bankenausschuss des Senats wiederholte Powell auch seine Meinung, dass der gegenwärtig stark erhöhte Inflationsdruck in den kommenden Monaten anhalten wird, sich dann aber wieder entspannt. Der Zentralbankchef begründet dies mit stärker als antizipierten Engpässen in einigen Wirtschaftsbereichen im Zuge der Lockerung der Pandemiemassnahmen. Sollte jedoch der Inflationsdruck hartnäckiger als erwartet bleiben, werde das Fed entsprechend reagieren.

Stimmung der amerikanischen Konsumenten trübt sich merklich ein

Das Verbrauchervertrauen in den USA hat sich im September deutlich verschlechtert. Das vom New Yorker Wirtschaftsforschungsinstitut The Conference Board monatlich erstellte Stimmungsbarometer fiel gegenüber dem Vormonat um 5.9 auf 109.3 Punkte zurück und erreichte mit dem dritten Rückgang in Folge den tiefsten Stand seit Februar.

Häuserpreise in den USA steigen kräftig

Gemäss dem monatlich veröffentlichten S&P/Case-Shiller-Index sind die Häuserpreise in den Vereinigten Staaten im Sommer weiter kräftig angestiegen. Im Schnitt legten die Immobilienpreise in den 20 grössten Städten der USA auf Jahressicht um knapp +20% zu. Laut Standard & Poor’s sind die Häuserpreise auf nationaler Ebene, getrieben von tiefen Zinsen und der Coronakrise, den vierzehnten Monat in Folge gestiegen.

EZB-Chefin Lagarde schlägt vorsichtige Töne an

«Die Wirtschaft im Euroraum hat zwar die Talsohle durchschritten, ist aber noch nicht ganz über den Berg», meinte Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Die weitverbreitete Aufhebung der Pandemie-Einschränkungen sei aber auch für die starke Zunahme der Inflation verantwortlich. Nach Einschätzung von Lagarde sei dies aber vorübergehend und auf Sonderfaktoren, resp. Basiseffekte infolge der Corona-Krise, zurückzuführen. Im Schnitt der letzten zwei Jahre – tiefe Inflation in Folge des Wirtschaftseinbruchs 2020 und Anstieg der Teuerung in Folge der Konjunkturerholung in diesem Jahr – sei das Preisniveau in der Eurozone in etwa auf dem Niveau von vor der Pandemie geblieben. Lagarde ist deshalb überzeugt, dass weiterhin ein unterstützender geldpolitischen Kurs der EZB notwendig sei, um die Coronakrise zu überwinden und die Inflation nachhaltig auf zwei Prozent zu bringen.

Stimmung der deutschen Konsumenten verbessert sich

Den neusten Umfrageergebnissen des Nürnberger Konsumforschungsinstituts GfK zufolge hat sich das Verbrauchervertrauen in Deutschland verbessert. Das für Oktober berechnete Konsumklimabarometer stieg dabei von minus 1.1 Punkten im September auf plus 0.3 Zähler, den besten Wert seit April 2020. Analysten waren im Schnitt von einer Eintrübung auf minus 1.9 Punkte ausgegangen. Positiv beeinflusst wurde die Konsumentenstimmung durch eine verbesserte Einschätzung der Einkommensaussichten und Optimismus, dass die vierte Pandemie-Welle weniger ausgeprägt sein wird als von befürchtet, kommentierte das GfK.

Wirtschaftskalender 29. September

MEZLandIndikatorLetzte Periode
08:00DEImportpreise (August, M/M)+2.2%
09:00SPVerbraucherpreise (September, J/J)+3.3%
10:00CHZEW-Konjunkturerwartungen (September)-7.8
11:00EZWirtschaftsstimmung (September)+117.5
11:00EZGeschäftsklima (September)+1.75
16:00USAAusstehende Hausverkäufe (August, M/M)-1.8%
17:45EZEZB-Präsidentin Lagarde Rede
17:45EZFed-Vorsitzender Powell Rede vor US-Kongress

Unternehmenskalender 29. September

LandUnternehmenPeriode
NLASMLInvestorentag
GBVodafoneInvestorentag
GBNextH1

Quelle: BondWorld.ch


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