LGT Navigator : Die angespannte geopolitische Lage belastet die Stimmung an den globalen Aktienmärkten und sorgt für steigende Ölpreise. Anleger erhoffen sich diese Woche weitere Hinweise darauf, wie die US-Notenbank die Zinswende umsetzen will. In Deutschland verharrt die Teuerung auf hohem Niveau.
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Die amerikanischen Börsen beendeten den Handel am Freitag deutlich im Minus. Am späten Nachmittag hatte der nationale Sicherheitsberater des Weissen Hauses erklärt, es gebe Anzeichen einer Eskalation an der russisch-ukrainischen Grenze und eine Invasion von Russland sei noch während der Olympischen Spiele möglich. Investoren flüchteten daraufhin aus riskanten Anlagen in sichere Häfen. Der S&P 500 büsste knapp -2% ein und der Dow Jones verlor -1.4%. Der Nasdaq Composite fiel -2.8%. Auch auf Wochenbasis verzeichneten alle drei Indizes einen Verlust.
Die angespannte geopolitische Lage setzt auch den asiatischen Börsen zu. Am Montag verliert der Nikkei in Tokio mehr als -2%. Der Hang Seng gibt in Hongkong rund -1.2% nach und der Shanghai Composite büsst -0.6% ein. Der Ölpreis setzt seinen Höhenflug dagegen fort. Bereits am Freitag verteuerte er sich um rund +3%. Im frühen Montagshandel kletterte der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent auf über USD 96 und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober 2014.
Neben dem Ukraine-Konflikt belasten auch die hohe US-Teuerung sowie die bevorstehende Zinswende die Stimmung an den Aktienmärkten. Anleger erhoffen sich diese Woche weitere Hinweise darauf, wie der geldpolitische Kurs der US-Notenbank (Fed) aussehen könnte. Am Mittwoch veröffentlicht das Fed das Protokoll (Minutes) zur letzten Zinssitzung. Zudem werden sich weitere Mitglieder des Fed-Gremiums im Wochenverlauf zu Wort melden. James Bullard, Chef der Distriktnotenbank St. Louis, hatte vergangene Woche für Aufsehen gesorgt, weil er für eine Zinserhöhung von 1 Prozentpunkt bis Juli plädiert hatte.
Teuerung belastet US-Konsumentenvertrauen
Das rasante Preiswachstum in den USA dämpft das Konsumentenvertrauen. Die Konsumentenstimmung hat sich im Februar unerwartet stark eingetrübt und ist gegenüber Januar um -5.5 Punkte auf 61.7 Zähler gefallen, wie eine Umfrage der Universität Michigan ergab. Das ist der niedrigste Wert seit Herbst 2011. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 67.0 Punkte prognostiziert. Die Befragten haben die aktuelle wirtschaftliche Lage schlechter beurteilt und schätzen zudem die Aussichten pessimistischer ein als im Vormonat. Die US-Inflation ist im Januar im Jahresvergleich um +7.5% gestiegen und wächst damit so schnell wie seit vierzig Jahren nicht mehr.
Inflation in Deutschland verharrt auf hohem Niveau
In Deutschland steigen die Preise unvermindert weiter. Die Inflation ist im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um +4.9% gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit und bestätigte eine erste Schätzung. Damit hat sich die Teuerung im Vergleich zum Dezember etwas verlangsamt, bleibt aber auf hohem Niveau. Ende 2021 hatte sie mit +5.3% den höchsten Stand seit fast dreissig Jahren erreicht. Vor allem Energie hat sich zum Jahresauftakt deutlich verteuert. Heizöl kostete über +50% mehr als vor einem Jahr und die Erdgaspreise stiegen um mehr als +30%. Unter Ausklammerung der volatilen Energiepreise ergab sich eine Kernteuerung von +3.2%.
Angesichts der hohen Energiepreise hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Konjunkturprognose für das laufende Jahr gesenkt. Sie rechnet neu mit einem Wirtschaftswachstum von +3.0%, statt bisher +3.6%. Neben den Energiekosten dämpfen auch die Lieferengpässe sowie fehlende Fachkräfte die Aussichten.
Internationale Energieagentur warnt vor steigenden Ölpreisen
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat am Freitag vor einer weiterhin angespannten Lage an den Energiemärkten gewarnt. Das Angebot der erdölexportierenden Staaten und ihrer Verbündeten (OPEC+) lag gemäss der IEA im Januar 900’000 Fass pro Tag unter dem vereinbarten Zielwert. Tatsächlich haben mehrere Staaten der Allianz in den vergangenen Monaten immer wieder Mühe bekundet, ihr Förderziel zu erreichen. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate könnten in dieser Situation aushelfen und mehr Rohöl pumpen, meinte die IEA. Die beiden Länder verfügen über die grössten freien Produktionskapazitäten. Die hohe Nachfrage und das knappe Angebot haben die Ölpreise in den vergangenen Wochen angefacht, und die Notierungen sind erstmals seit 2014 wieder auf über USD 90 gestiegen.
Britische Wirtschaft erholt sich 2021
Die britische Wirtschaft ist 2021 deutlich gewachsen. Gemäss dem Statistikamt ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) um +7.5% gestiegen und hat damit den Wirtschaftseinbruch von 2020 teilweise aufgeholt. Nach Ausbruch der Coronakrise war das BIP um -9.4% geschrumpft. Die Wirtschaft wuchs auch im Schlussquartal 2021 und expandierte gegenüber dem dritten Quartal um +1.0%.
Wirtschaftskalender 14. Februar
| MEZ | Land | Indikator | Letzte Periode |
| 08:30 | CH | Produzentenpreise (Januar, J/J) | +5.1% |
| 11:00 | EZ | Industrieproduktion (Dezember, J/J) | -1.5% |
| 17:15 | EZ | EZB Präsidentin Lagarde spricht |
Unternehmenskalender 14. Februar
| Land | Unternehmen | Periode |
| AUS | BHP | Q2 |
| CH | Temenos | Q4 |
| FR | Michelin | Jahreszahlen |
| FR | CapGemini | Jahreszahlen |
Quelle: BondWorld.ch
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