Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lässt die Leitzinsen bis Minus 0,75 Prozent. ……
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Kommentar von Mario Eisenegger
Es ist keine Überraschung, dass die SNB ihre Leitzinsen unverändert lässt. Die eher moderaten Massnahmen, welche die EZB letzte Woche angekündigt hat, haben den Druck auf die SNB kurzfristig klar entschärft. Thomas Jordan und sein Team werden nun vorsichtig das lang erwartete Meeting des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed nächste Woche beobachten. Dort wird zum ersten Mal innerhalb von zehn Jahren eine Zinserhöhung des Fed erwartet, welche die Finanzmärkte zu Schwankungen verleiten könnte.
Deshalb ist es möglich, dass die SNB von ihrem “Warten und Tee trinken”-Approach schon in der nächsten abweichen wird, weil es in den ersten Monaten 2016 zu starken Risiken für den Schweizer Franken kommen könnte. Wenn das Fed nächste die Finanzmärkte enttäuschen sollte, weil die Erwartungen für eine Zinserhöhung hoch sind, ist es möglich, dass der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken an Terrain einbüssen wird.
Zusätzlich wird die Ausweitung des Quantiative Easing der EZB gepaart mit der Zinsreduktion den Weg zu weiteren Massnahmen pfaden, wenn die EZB ihre Inflationsziele verfehlt. Nach dem wenig erspriesslichen Opec-Meeting von letzter Woche besteht eine erhöhte Chance, dass das tiefste Level für den Ölpreis noch nicht erreicht ist. Wenn der Ölpreis die Inflation auf diesen abnormalen Level wird halten können bedeutet dies, dass die EZB ihre Leitzinsen von aktuell Minus 0,3 Prozent weiter senken wird. Dies würde den Druck auf einen stärken Schweizer Franken erhöhen.
Hinzu kommt, dass die tragischen Terroranschläge die Finanzmärkte an die geopolitischen Risiken erinnert hat. In diesem Umfeld hat der Schweizer Franken traditionell eine Funktion als sicherer Hafen.
Nach meiner Ansicht wird die SNB fortfahren, im Markt zu intervenieren und Euro zu kaufen. Dies ist das bewährte Instrument, um den Schweizer Franken zu schützen. Aber wenn der Druck ein Level erreicht, wo Interventionen zu viele werden, könnte es auch möglich sein, das die SNB zu einer weiteren Zinssenkung schreiten wird. Weil die Devisenreserven der SNB bei ausländischen Währungen schon bei rund 80 Prozent des Schweizer BIP liegen, könnte sich Thomas Jordan und seine Team nicht mehr wohl fühlen, die Bilanz zu weiter zu expandieren. Daher könnte 2016 der Fall eintreffen, dass die SNB ihre Leitzinsen noch weiter reduzieren wird, was den Vorstoss in weiteres unbekanntes Land darstellen und zu unerwünschten Risiken für die Schweizer Konjunktur wird.
Quelle: BondWorld.ch
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