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Nuveen : „Drohender Flickenteppich in der Geldpolitik“

Nuveen : Fed-Chef Powell deutete auf der Jackson-Hole-Konferenz wegen der nachlassenden Arbeitsmarktdynamik eine Zinssenkung im September an.

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Von Laura Cooper, Global Investment Strategist bei Nuveen


Angesichts dieser Unsicherheit sind die Meinungen für das Jahresende gespalten: Fifty-fifty stehen die Chancen für zwei weitere Senkungen – Nuveen rechnet jedoch nur mit einer.

Es droht ein Flickenteppich

Während die Fed Zinsen senken wird, zeigt sich die globale Geldpolitik fragmentiert. Die zurückhaltende 25-Basispunkte-Senkung der Bank of England im August verdeutlichte anhaltende Inflationssorgen. Steigende Preise bei Nahrungsmitteln und Energie sowie eine erwartete Inflationsspitze von 4 Prozent im September halten die britischen Geldpolitiker vom Lockern ab. Doch die Wachstumsrisiken durch eine wahrscheinliche Haushaltsstraffung im November könnten die Bank of England zum Handeln zwingen – was britische Staatsanleihen mit mittleren Laufzeiten attraktiv macht.

Die Bank of Canada steht vor einem ähnlichen Dilemma. Das Wachstum schwächelt, aber hartnäckige Inflation hält die kanadischen Notenbanker vorsichtig. Eine weitere Zinssenkung bleibt ungewiss. Ähnlich die Lage in Norwegen: Ein angespannter Arbeitsmarkt und eine schwache Krone sprechen gegen weitere Lockerungen – entgegen dem globalen Trend.

Die EZB sieht ihre Geldpolitik als angemessen an. Eine weitere Senkung wäre nur bei sich verschlechternden Daten nötig. Japan hingegen ist der Aussenseiter: Mit steigendem Preisdruck ist eine 25-Basispunkte-Erhöhung bis Jahresende möglich. Die Bank of Japan wäre damit die einzige Notenbank der Industrieländer, die die Zinsen anhebt. Die Märkte werden auf Signale für das Oktober-Meeting achten – ein noch nicht eingepreister Schritt, der unsere negative USDJPY-Prognose von 140 bis Jahresende stützt.

Was bedeutet das für Investoren?

Das Ergebnis ist ein Flickenteppich unterschiedlicher Notenbankstrategien. Sinkende Absicherungskosten machen US-Anlagen für ausländische Investoren attraktiver (siehe Abbildung).

Diese haben bereits begonnen, ihre Dollar-Positionen zu reduzieren und auf abgesicherte Positionen bei US-Aktien und -Anleihen zu setzen. Diese Entwicklung könnte an Tempo gewinnen, falls die geldpolitischen Unterschiede zunehmen – mit dem Effekt, dass US-Anlagen für ausländische Investoren attraktiver werden.

Die divergierenden geldpolitischen Pfade weltweit – von der fiskalischen Vorsicht in Grossbritannien über die EZB-Pause bis hin zu Japans Straffungskurs – erfordern eine selektive Anlagestrategie. Bei US-Risikoanlagen setzt Nuveen auf Selektivität, während kurzlaufende Anleihen weiterhin attraktiv bleiben. Britische Staatsanleihen werden positiv bewertet, der Yen bullisch eingeschätzt, und angesichts wachsender Unsicherheit werden die Entwicklungen bei Währungsabsicherungen besonders aufmerksam verfolgt.

Quelle: InvestmentWorld.ch


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