ODDO BHF AM : Wasser ist eines der grundlegendsten Bedürfnisse des Menschen.
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Von Nicolas Jacob, Fondsmanager bei ODDO BHF Asset Management
Die Verfügbarkeit von Süsswasser (für Landwirtschaft, Industrie, Ernährung und Gesundheit) erweist sich als gegenläufige Funktion des Bevölkerungswachstums, und das Defizit verschärft sich durch die Auswirkungen des Klimawandels. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums wird die Wassernachfrage das Angebot bis 2030¹ um 40% übersteigen. Bleibt die Welt auf ihrem derzeitigen Erwärmungspfad (+2,7 bis +3,1 °C bis 2100), werden rund 3 Milliarden Menschen mit Wasserknappheit zu kämpfen haben. Zur Entschärfung dieser Wasserkrise gibt es zwei Haupthebel: Rationalisierung der Nachfrage (Senkung des Verbrauchs und Effizienzmassnahmen) und Erhöhung der verfügbaren Ressourcen (hauptsächlich durch Entsalzung).
Intelligente Bewässerung und Entsalzung
Obwohl etwa 70% der Erde mit Wasser bedeckt sind (97% davon ist Salzwasser), nimmt die Verfügbarkeit von Süsswasser unaufhaltsam ab, was auf das Bevölkerungswachstum und den Klimawandel zurückzuführen ist. Nach der Definition der Weltbank leidet ein Land unter Wasserknappheit, wenn die Wasserverfügbarkeit weniger als 1.700 Kubikmeter pro Jahr und Kopf beträgt. In Europa und den Vereinigten Staaten beispielsweise liegt dieser Wert bei etwa 3.000 bzw. 8.000 Kubikmetern pro Jahr und Kopf. Während mehrere Länder in Afrika und in der Region des Nahen und Mittleren Ostens bereits seit langem von Wasserknappheit betroffen sind, breitet sich die Verknappung der Süsswasserressourcen allmählich auf Gebiete wie die Westküste der Vereinigten Staaten, den Mittelmeerraum, einige zentralasiatische Länder und Australien aus.
Der Wasserverbrauch in der Welt verteilt sich auf die Landwirtschaft (70 %), die Industrie (22 %) und die Haushalte (8 %). Die Bedeutung der Landwirtschaft und damit die Frage der Ernährungssicherheit verdeutlicht die wachsende Bedeutung der Bewirtschaftung der Wasserressourcen bei der Festlegung der Klimaziele der Länder in den letzten zwanzig Jahren.
So können die Anstrengungen auf zwei Hebel konzentriert werden: Rationalisierung der Wassernachfrage und Erhöhung der verfügbaren Ressourcen.
• Rationalisierung der Nachfrage: Obwohl alle Wirtschaftszweige zu den globalen Anstrengungen beitragen müssen, insbesondere zur Bekämpfung von Verlusten in den Wassernetzwerken, spielt die Landwirtschaft eine zentrale Rolle bei der Erhaltung der Wasserressourcen. Dies muss durch die Verbesserung der Bewässerung mit Hilfe neuer Technologien (“intelligente Bewässerung”), durch die verstärkte Nutzung von Abwasserrecycling und durch die Einführung neuer, weniger wasserintensiver Landwirtschaftsformen (z. B. vertikale Kulturen) geschehen.
• Erhöhung der verfügbaren Ressourcen: Der wichtigste Hebel ist hier der Ausbau der Kapazitäten zur Meerwasserentsalzung. Seit den 1970er Jahren in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens in industriellem Massstab entwickelt, gibt es heute weltweit 21.000 Anlagen, die rund 21 Milliarden Kubikmeter entsalztes Wasser pro Jahr produzieren. Seit Anfang der 2000er Jahre verzeichnet dieser Sektor ein durchschnittliches Wachstum von 10 bis 12 % pro Jahr. Die Entsalzung von Wasser ist ein Prozess, bei dem immer noch eine erhebliche Menge an Treibhausgasen und Salzlauge (die zu stark mit Salz und Mineralien angereichert ist, als dass sie in der Landwirtschaft, der Industrie oder im Haushalt verwendet werden könnte) freigesetzt wird. Die Technologie mit den geringsten Emissionen ist die Umkehrosmose (hydraulischer Druck und Membranfiltration), die im Vergleich zu den älteren thermischen Entsalzungsverfahren (Erhitzung des Meerwassers und Rückgewinnung des salzfreien Wasserdampfs) fünfmal weniger CO2 pro produziertem Kubikmeter ausstösst.
Lösungen für den Umgang mit der Wasserknappheit
Zwei Unternehmen entwickeln interessante Lösungen zur Bekämpfung der Wasserknappheit:
• Lindsay, ein amerikanischer Konzern mit einer Marktkapitalisierung von 1,6 Milliarden Dollar, der sich auf Bewässerungsanlagen für die Landwirtschaft (86% seines Umsatzes) und die Entwicklung von “intelligenten Bewässerungslösungen” (Neigungssteuerung, Vorhersage des Wasserbedarfs in Abhängigkeit von den Wetterbedingungen, Energieversorgung durch Fotovoltaikanlagen) spezialisiert hat.
• Hitachi Zosen, ein japanischer Konzern mit einer Marktkapitalisierung von 1,1 Milliarden Dollar, der sich auf die Herstellung von Umweltausrüstungen spezialisiert hat. Das Unternehmen ist in der Planung und Installation von Entsalzungsanlagen tätig (12 % des Umsatzes, aktuell 45 Anlagen, von denen die Hälfte die Umkehrosmose-Technologie nutzt).
Quelle: AdvisorWorld.ch
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