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ODDO BHF : Die Berichtssaison in den USA übertrifft die Erwartungen

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ODDO BHF : Die für das erste Quartal berichteten Gewinne der Unternehmen im S&P 500 haben ausgesprochen positiv überraschen können. Bisher haben rund 80 Prozent der Unternehmen im Index ihre Ergebnisse veröffentlicht.

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Von Prof. Dr. Jan Viebig, Chief Investment Officer der ODDO BHF SE


Die berichteten Gewinne dieser Unternehmen für das erste Quartal summieren sich den Berechnungen des Researchhauses FactSet zufolge auf 425,1 Milliarden Dollar und übertreffen die erwarteten 392,8 Milliarden Dollar damit um satte 8 Prozent. Positive Gewinnüberraschungen sind normal, doch der Wert von 8 Prozent liegt deutlich über dem zehnjährigen Mittel von 6,7 Prozent. Insgesamt dürfte sich das Gewinnwachstum im 1. Quartal auf rund 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbessern.

Damit entwickeln sich die US-Unternehmen besser als die europäischen. Die Unternehmen des STOXX Europe, die schon berichtet haben, kommen insgesamt auf einen Gewinn von 112,0 Milliarden Euro, nachdem die Analysten 107,8 Milliarden Euro erwartet hatten. Die Gewinne der Unternehmen im STOXX Europe 600 überstiegen im 1. Quartal die Erwartungen der Analysten um knapp 3,9 Prozent. Das kann als „normal“ gelten: Im Mittel von zehn Jahren übertreffen die Ergebnisse die vorausgehenden Schätzungen um 3,9 Prozent. Entsprechend dürfte sich für Europa der im Vergleich mit den Vorjahresergebnissen erwartete Gewinnrückgang bestätigen. FactSet berechnet derzeit ein Minus von 7,7 Prozent.

Wir erwarten, dass die Wachstumsunterschiede zwischen dem Euroraum und den USA auf absehbare Zeit anhalten werden.

Allerdings bleiben die amerikanischen Aktienmärkte auf einige wenige Titel konzentriert, die den Gesamtmarkt stark bewegen. Das Gewicht der „Glorreichen Sieben“ – Amazon, Alphabet, Microsoft, Apple, Meta, Nvidia und Tesla – wiegt unvermindert stark. Allerdings stellt sich das fundamentale Bild innerhalb dieser Aktiengruppe differenzierter dar als zuletzt. Vor allem Amazon, Alphabet und Microsoft haben überzeugende Zahlen vorgelegt. Der Halbleiterhersteller Nvidia, der den wichtigsten Rohstoff für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz produziert, wird seine Zahlen am 22. Mai präsentieren. Die Quartalsberichte der grossen Tech-Konzerne bestätigen unsere Einschätzung, dass Digitalisierung und Künstliche Intelligenz starke Trends darstellen, die an den Aktienmärkten in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen werden könnten. Allerdings muss diese allgemeine Aussage nuanciert betrachtet werden.

Das zeigt besonders der Fall von Meta. Der Betreiber von Facebook, WhatsApp und Instagram hat unbestritten gute Geschäftszahlen vorgelegt. Der Umsatz im 1. Quartal betrug 36,5 Milliarden Dollar und stieg damit um 27 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2023. Der Quartalsgewinn lag bei 12,4 Milliarden Dollar. Doch gleichzeitig hat der Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg angekündigt, allein in diesem Jahr 35 bis 40 Milliarden Dollar zu investieren, vor allem in Künstliche Intelligenz. Auf diese Weise soll Meta das weltführende Unternehmen in diesem Bereich werden. Doch bevor Meta dieses Ziel erreicht, werden in den kommenden Jahren hohe Investitionen den freien Cashflow von Meta belasten. Die Ausgaben für Investitionen einschliesslich der Tilgung von Leasingverträgen beliefen sich im 1. Quartal auf 6,7 Milliarden US-Dollar, getrieben durch Investitionen in Server, Rechenzentren und Netzwerkinfrastruktur.

Dies belegt wieder einmal: Anleger können keine Trends kaufen, am Ende müssen sie sich immer für konkrete Aktien entscheiden. Ein Trend kann noch so stark sein – wenn der Anleger nicht die richtigen Titel im Portfolio hat, wird er von diesem Trend nicht profitieren. Deshalb ist aus unserer Sicht eine kritische Aktienselektion, die sich auf klare Kriterien stützt, unerlässlich. Viele Unternehmen werden in den kommenden Jahren in Künstliche Intelligenz investieren müssen. Deshalb gilt es, jene zu identifizieren, denen der Sprung in dieses neue Zeitalter zu vertretbaren Kosten gelingt. Die gute Nachricht ist: Diese Unternehmen gibt es an der Börse. Es gilt nur, sie auch zu finden.

Quelle: InvestmentWorld.ch


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