Raiffeisen Konjunkturcheck

Raiffeisen : Konjunkturcheck November 2023

Raiffeisen . Während die US-Wirtschaft im Sommer nochmals durchgestartet ist, stagniert Europa mehr oder weniger.

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Die an-haltende Konjunkturschwäche hat die EZB sichtlich zurückhaltender werden lassen. Die Latte für weitere Zinserhöhungen wurde viel höher gelegt. Auch in der Schweiz dürften die bevorstehenden administrierten Preiserhöhungen die SNB nicht gleich nochmals nachlegen lassen, da sich parallel dazu das allgemeine Preisumfeld immer entspannter zeigt – auch wegen des zeitweise rekordstarken Frankens.

Die EZB hatte im September ihre Leitzinsen nochmals um 25 Basispunkte angehoben, während die SNB überraschend pausierte. Die damit verbundene Ausweitung des Zinsabstands hat den Euro relativ attraktiver gemacht und den Franken kurzfristig etwas abwerten lassen. Die schwachen Konjunkturdaten aus der Eurozone und vor allem der Konflikt im Nahen Osten haben dem Franken als sicherer Hafen jedoch schnell wieder Auftrieb gegeben. Der Franken notierte gegenüber dem Euro zwischenzeitlich sogar so stark wie noch nie, bei einem Kurs von nur knapp über 0.94.

Damit nehmen unweigerlich die Sorgen über die negativen Folgen der starken Währung für den Schweizer Exportsektor zu. Der reine, nominale Wechselkurs allein sagt allerdings wenig über die Entwicklung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit aus. Denn ein Hauptfaktor hinter der Bewegung des Wechselkurses ist die Inflationsdifferenz, also die Veränderung des Kaufkraftverhältnisses, zwischen den Währungsräumen. Die seit der Pandemie in der Eurozone viel stärker gestiegenen Preise bedeuten dort erheblich höhere Kostensteigerungen bei den Herstellern als in der Schweiz. Bei spielsweise sind die Preise für importierte Halbfertigprodukte zur weiteren Verarbeitung in Deutschland im letzten Jahr mit knapp 20% fast doppelt so stark angestiegen wie in der Schweiz. Die unterschiedliche Kostenentwicklung hat die Wechselkursentwicklung weitgehend ausgeglichen.

Deshalb waren in den letzten beiden Jahren kaum Klagen von den Unternehmen über die Franken-Stärke zu vernehmen. Dies lag nicht zuletzt auch daran, dass sich der mit Abstand wichtigste Faktor für den Geschäftsgang sehr positiv entwickelt hat, die Nachfrage. Nach dem Ende des Corona-Aufhol-Booms fallen die Geschäftserwartungen mittlerweile aber erheblich gedämpfter aus. Preiserhöhungen können, unabhängig von der Kostenentwicklung, nicht mehr so einfach durchgesetzt werden. Dabei wirkt sich nun auch jeder Rappen Wechselkursveränderung wieder stärker auf die Ertragslage aus, weshalb der Franken bei den Unternehmen jüngst wieder vermehrt zum Sorgenthema wird.


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